Erstellen Sie Ihre Patientenverfügung!

Mit einer Patientenverfügung geben Sie Anweisungen für Ärzte und medizinischem Personal für Ihre Behandlung. (Credit: Gerd Altmann / Pixabay)

Vor Kurzem berichteten die deutschen Medien über einen tragischen Fall: Eine bekannte deutsche Schauspielerin brach zusammen, die Ärzte diagnostizierten Krebs und versetzten die Patientin sofort in ein künstliches Koma. Soweit schon ein äußerst schwerer Schicksalsschlag für die die Schauspielerin und ihre Familie.

Besonders problematisch wurde der Fall, da die Erkrankte keine Patientenverfügung erstellt hatte und damit den Ärzten und Angehörigen keine Vorgaben über ihre medizinische Behandlung machte. Zwar war wohl in der Familie immer wieder darüber gesprochen worden, dass im Ernstfall keine lebensverlängernden Maßnahmen ergriffen werden sollen, rechtlich verbindlich sind solche Äußerungen jedoch nicht. Es blieb der Familie nichts anderes übrig als darauf zu hoffen, dass die Frau wieder aus dem Koma erwacht, um selbst zu ihren Wünschen und Vorgaben befragt zu werden. Doch dazu kam es leider nicht mehr, die Patientin verstarb nach knapp zwei Wochen im Koma.

Ich möchte diesen traurigen Fall zum Anlass nehmen Ihnen zu empfehlen eine Patientenverfügung – falls noch nicht vorhanden – zeitnah abzuschließen. Dies gilt für Menschen in jedem Alter, nicht nur für betagte Senioren oder Schwerkranke. Wie der geschilderte Fall zeigt, treten Krankheiten oft sehr schnell mit gravierenden Auswirkungen ein, Selbiges gilt für einen Unfall mit schweren Verletzungen.

Eine Patientenverfügung sollte jeder – unabhängig vom Alter – für sich erstellen. (Credit: Moritz320 / Pixabay)

Die Patientenverfügung regelt, welche medizinischen Maßnahmen ergriffen werden sollen, wenn Sie selbst nicht mehr ansprechbar bzw. nicht in der Lage sind Entscheidungen zu treffen. Sie geben dabei vor, welche ärztlichen Eingriffe gewünscht sind und welche Sie nicht durchführen lassen möchten.

Mit der Patientenverfügung stellen Sie sicher, dass nur die von Ihnen vorgesehenen Maßnahmen ergriffen werden, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Ihren Willen zu äußern. Die Patientenverfügung ist für alle beteiligten Personen bindend, im Zweifel entscheidet ein Gericht über Ihre Vorgaben.

Der Inhalt einer Patientenverfügung ist sehr persönlich und lässt sich nicht pauschal festlegen. Manche Menschen haben Angst, dass ihnen nicht die optimale medizinische Betreuung zugeführt wird, andere widerum wollen keine lebensverlängernden Maßnahmen an sich durchführen lassen.

Die Patientenverfügung muss schriftlich erstellt werden und mit ihrem Vor- und Nachnamen unterschrieben werden. Es ist sehr wichtig, die Vorstellungen über ihre medizinische Behandlung konkret aufzuschreiben. Hier empfehle ich Ihnen, diese mit einem Arzt oder einer andere fachkundigen Person zu besprechen.

Alternativ kann die Patientenverfügung auch von einem Notar beglaubigt werden. Bei Bedarf kann der Inhalt jederzeit wieder verändert werden. Es ist – wie bei allen Vollmachten und Verfügungen – empfehlenswert, diese regelmäßig auf Aktualität hin überprüfen zu lassen. Informieren Sie eine (oder besser mehrere) Vertrauensperson(en) darüber, dass Sie eine Patientenverfügung erstellt haben und wo diese verwahrt wird.

Am besten übergeben Sie besonders engen Familienmitgliedern eine Kopie. Wichtig ist, dass die Patientenverfügung im Ernstfall schnell griffbereit ist. Haben Sie hierüber nur eine Person informiert und diese befindet sich gerade auf einer mehrwöchigen Urlaubsreise, hilft dies nicht weiter. Informieren Sie auch Ihre medizinischen Betreuer (z.B. Ärzte oder Pflegepersonal) hierüber.

Für viele Menschen ist es schwierig sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass nach dem Abschluss der eigenen Patientenverfügung oftmals ein gutes Gefühl der Erleichterung einsetzt, da nun alles gemäß den eigenen Vorstellungen geregelt ist. Übrigens erkrankt nicht jeder sofort, nur weil er eine Patientenverfügung abgeschlossen hat.

Im Bedarfsfall bin ich Ihnen gerne behilflich, Kontakt zu Spezialisten herzustellen oder Unterlagen zur Verfügung zu vermitteln. Weiterführende Informationen finden Sie z.B. beim Deutschen Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.