Ein Mann ist keine Altersvorsorge

Mein erster Beitrag für eine Blogparade „Geld und Partnerschaft“.

Für Frauen ist es empfehlenswert, sich um die eigene Altersvorsorge zu kümmern.
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Viele Frauen verlassen sich immer noch (zum Teil „blind“) auf ihren Mann als Einkommensquelle und Altersvorsorge. Das ist zumindest meine Erfahrung in meinen über 25 Jahren als Banker. Dies hat seine Ursache im klassischen Familienbild, der Mann geht zur Arbeit und sorgt für das Familieneinkommen, die Frau kümmert sich (zumindest ein paar Jahre) zuhause um die Kinder und das Familienheim. Hier drohen für Frauen viele finanzielle Risiken, nicht zuletzt die Altersarmut! Da in vielen Familien jedoch gar keine andere Möglichkeit besteht, als die klassische Rollenverteilung, zeige ich in diesem Beitrag viele Problemfelder dieser Konstellation auf, allerdings auch verbunden mit entsprechenden Lösungsansätzen.

Im Zeitalter der Gleichberechtigung könnte dies natürlich auch mit vertauschten Rollen stattfinden, also die Frau geht arbeiten und der Mann kümmert sich um den Haushalt und die Kinder. Nur habe ich in meiner Beraterpraxis diesen Fall nur wirklich selten erlebt. Aus diesem Grund werde ich nun vom klassischen Rollenbild schreiben. Wer mag, kann sich dies natürlich auch spiegelverkehrt vorstellen.

Daneben werde ich in diesem Artikel auch noch ein paar andere Problemfelder von (verheirateten) Paaren beschreiben, die sich ebenfalls häufig für Frauen negativ auswirken und vielen Menschen überhaupt nicht bekannt sind.

Altersarmut – die Statistik

Frauen sind häufiger als Männer von Altersarmut betroffen.
Credit: vitaliy-m, Pixabay

Werfen wir zuerst einen Blick in die Statistik. Das „Statistische Bundesamt“ hat in seiner Analyse des Jahres 2015 errechnet, dass in Deutschland 18 % der Frauen ab 65 Jahren als armutsgefährdet gelten, bei den Männern im gleichen Alter waren es hingegen „nur“ knapp 15%. Als Gründe hierfür werden die geringeren Rentenansprüche für Frauen angeführt, da diese aufgrund der Kinderbetreuung weniger (bezahlte) Arbeitsjahre bzw. aufgrund von Teilzeitarbeit oder – im Vergleich zu Männern – schlechter bezahlter Arbeit nur geringere Rentenbeiträge einbezahlen konnten.

Die Begriffe „armutsgefährdet“ und „arm“ mögen auf den ersten Blick irritieren, wenn man sich überlegt, dass wir von einem reichen Land wie Deutschland sprechen. Die EU definiert die beiden Begriffe so:

  • Armutsgefährdet: maximal 60% des Medianeinkommens: 2013 waren die ca. EUR 980,00
  • Arm: maximal 40% des Medianeinkommens: 2013 waren dies ca. EUR 650,00.

Es gibt jedoch noch eine weitere Definition für „arm“. Diese wird hier auch für die Menschen verwendet, welche die Grundsicherung beziehen.

Die Probleme in der Praxis

In der Finanzplanung treten häufig die gleichen Problemfelder auf
Credit: Gerd Altmann, Pixabay

Ich stelle immer wieder drei Problemfelder fest, die vielen Menschen nicht bekannt sind bzw. einfach ignoriert werden. Diese gelten zwar für Frauen und Männer, sind aber deswegen nicht weniger relevant.

  • Ein Problem ist das so genannte „Langlebigkeitsrisiko“. Dieser Begriff hört sich im ersten Moment etwas befremdlich an. Was soll schon riskant dabei sein, lange zu leben? Im Gegenteil, eine hohe Lebenserwartung gilt ja gemeinhin als positiv. Nun, das Problem liegt ganz einfach darin, dass Sie ein langes Leben vor sich haben, Ihr Geld aber nicht ausreichen wird um den gewünschten Lebensstandard bis zum Lebensende zu finanzieren. Und sehr viele Menschen unterschätzen tatsächlich, wie alt Sie – statisch betrachtet – wahrscheinlich werden.

Ein guter Test zur Berechnung der Lebenserwartung findet sich auf der Internetseite des „Deutschen Institut für Altersvorsorge“ (dessen Internetseite übrigens generell sehr zu empfehlen ist!). Wie hoch die durchschnittliche Lebenserwartung in Ihrer Heimatregion ist, sehen Sie hier.

Natürlich können diese Tests nur eine Indikation sein. Sie zeigen jedoch, wie viele Jahre vom Beginn des Renteneintrittsalters noch bis zum Tod finanziert werden müssen. Dabei ist auch klar, dass das „Risiko“, nämlich Sie werden deutlich älter als dieser Test ergeben hat, abgesichert werden muss. Bei mir hat der Test ergeben, dass ich 79 Jahre alt werde. Allerdings besteht auch die Wahrscheinlichkeit von knapp 14%, dass ich 85 Jahre alt werde.

Diese mögliche zusätzliche Lebenszeit von sechs Jahren muss finanziell auch mit abgesichert werden. Sie denken, das ist nicht notwendig? Um es mal provokant zu formulieren: wenn Ihr Haus mit einer Wahrscheinlichkeit von 14% abbrennt, würden Sie es dann versichern? Die Frage wird wohl jeder mit einem klaren „Ja!“ beantworten. Und dies sollten Sie auch mit der (abgesicherten) Finanzierung Ihres Lebensabends tun.

Übrigens: die durchschnittliche Lebenserwartung steigt seit den 1950-Jahren kontinuierlich an. Und zwar um drei Monate pro Jahr!

  • Ein weiterer blinder Fleck von vielen Menschen ist das Ignorieren der Tatsache, dass der Besteuerungsanteil der Renten sukzessive angehoben wird, bis er im Jahr 2040 schließlich 100% erreichen wird. Sie sollten nicht erst beim Renteneintritt feststellen, dass der im Rentenbescheid ausgewiesene Betrag nicht brutto für netto ausbezahlt, sondern zuerst versteuert wird.

Wenn Sie im Jahr 2017 in Rente gehen, wird Ihre Rente mit 74% besteuert. Wenn Sie in diesem Jahr in den Ruhestand wechseln und z.B. EUR 20.000 p.a. an Rentenzahlungen erhalten, dann müssen hiervon eben 74%, = EUR 14.800 (mit Ihrem individuellen Steuersatz) versteuert werden. Natürlich gibt es hier wieder Freibeträge, die wir in diesem Rechenbeispiel der Einfachheit halber weglassen.

Beim Renteneintritt im Jahr 2020 sind dies schon 80%, bis eben für die Renteneintritte ab dem Jahr 2040 zu 100% besteuert werden. Es ist also bei der Berechnung der eigenen Rente sehr wichtig, den Steuerabzug zu berücksichtigen um zu wissen, welche Nettozahlungen Sie tatsächlich erhalten werden.

  • Früher war es im Zeitalter der hohen Zinsen nicht wirklich schwer, für das Alter vorzusorgen. Selbst Anlagen mit sehr geringem Risiko, wie z.B. Festgeldern, brachten in der Spitze bis an die 10% Zinsertrag. Die Einkommensquelle „Zins“ ist jedoch für die Sparer mittlerweile so gut wie ganz weggebrochen. Ich gehe zwar von einer leichten Erhöhung des Zinsniveaus in Deutschland aus, langfristig betrachtet wird es jedoch wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau verbleiben. Also deutlich schwierigere Voraussetzungen für Anleger, um für die Rente vorzusorgen.

Im Endeffekt bleibt nur die langfristig lukrativste Form der Geldanlage übrig: die Aktie. Viele Anleger meiden diese Anlageform wie der Teufel das Weihwasser. Meistens grundlos, wenn das angesparte Kapital – wie beim Aufbau der Altersvorsorge – langfristig nicht benötigt wird. Es liegt in der Natur der Aktie, dass sie schwankt und mitunter auch Rückschläge von 50% hinnehmen muss. Beim langfristigen Vermögensaufbau, mit monatlichen Sparraten, bieten diese Rückschläge jedoch auch den Vorteil, dann günstig investieren zu können.

Langfristig haben sich bislang die Rückschläge immer wieder mit Kursaufschwüngen ausgeglichen. Nach einer Statistik des „Deutschen Aktien Instituts“ gibt es bei den im DAX gebündelten größten deutschen Aktien seit 1967 keinen Zeitraum von über elf Jahren, in welchem Aktien einen Verlust erzielt haben.  Im Durchschnitt wurde sogar eine jährliche Rendite von über 6 % pro Jahr erzielt. In manchen Perioden sogar mehr als 10 % p.a. Und das sind doch gute Voraussetzungen, um mit Aktien fürs Alter vorzusorgen!

Nach dem uns diese Problemfelder nun bewusst sind wechseln wir aber wieder zurück zum eigentlichen Thema, nämlich dass ein Mann per se keine Altersvorsorge für eine Frau darstellt. Das bedeutet, dass sich die Frauen selbst um Ihre finanzielle Absicherung kümmern müssen, um nicht am Ende ihres Geldes noch zu viel Leben übrig zu haben.

Neben diesen allgemeinen Risiken im Hinblick auf die Altersvorsorge, gibt es auch noch spezifische Gefahren für Frauen, die sich finanziell nur auf den Mann verlassen (müssen):

Scheidung

Neben den emotionalen Schwierigkeiten bringt eine Scheidung oft auch noch große finanzielle Schwierigkeiten mit sich.
Credit: Mohamed Mahmoud, Pixabay

Wenn Sie darauf gesetzt haben, dass Ihr Mann Sie finanziell versorgt, tritt im Falle einer Scheidung ein gravierendes Problem auf. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland über 162.000 Ehe geschieden, das durchschnittliche Scheidungsalter der Frauen betrug dabei knapp 44 Jahre. Die Anzahl der Scheidungen ist zwar seit 15 Jahren rückläufig, trotzdem ist dieses finanzielle Risiko natürlich latent vorhanden. In ungefähr der Hälfte der Scheidungen waren auch minderjährige Kinder davon betroffen.

Für Kinder besteht natürlich die entsprechende Unterhaltspflicht. Sofern kein Kind jünger als drei Jahre alt ist, ist die Frau verpflichtet, sich wieder um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Grundsätzlich ist es für Geschiedene nicht mehr so einfach, für sich selbst (langfristig) Unterhalt von Ihrem Ex-Mann zu bekommen.

Neben dem Problem, dass der Mann als „Einkommensquelle“ durch die Scheidung wegbricht, besteht auch die Schwierigkeit, dass Frauen nach Jahren als (Teil-)Hausfrau schwieriger wieder in den Beruf einsteigen können bzw. dort nicht gut verdienen. Als Mutter ist häufig auch nur eine Teilzeittätigkeit möglich. In beiden Fällen kann aufgrund des geringeren Einkommens logischerweise weniger für die Rente angespart werden.

Man(n) spart zu wenig

Achten Sie darauf, dass Ihr Partner genügend Kapital für die Altersvorsorge zurücklegt
Credit: Andreas Lischka, Pixabay

Häufig sind immer noch die Männer die Finanzminister der Familie. Damit meine ich nicht nur, dass der Mann die finanzielle Hauptertragsquelle der Familie darstellt sondern dass er sich alleine um die Verwaltung der Finanzen kümmert. Viele Frauen interessieren sich ganz einfach nicht für Geldangelegenheiten und überlassen dies komplett ihrem Partner.

Hier kann es passieren, dass der Mann – aus welchen Gründen auch immer – (viel) zu wenig für die Altersvorsorge für sich und seine Frau anspart. Die Frau verlässt sich jedoch hierauf. Um das zu verhindern, sollten sich die Partner mindestens einmal pro Jahr zusammensetzen und dabei Kassensturz machen, z.B. in Form einer Vermögensbilanz. Im Vergleich zu den Vorjahreswerten können Sie dabei erkennen, wie stark die finanziellen Rücklagen angewachsen sind. Falls zu wenig gespart wird, müssen Sie gemeinsam Ihre Einkommensquellen bzw. Ausgaben optimieren.

Ich empfehle meinen Kunden auch grundsätzlich für alle Bankkonten Vollmachten einzurichten. So können Sie ggf. selbst über das Konto verfügen, haben in jedem Fall aber Einblick über den aktuellen Kontostand und –bewegungen. Und damit ist für Sie auch nachvollziehbar, um welchen Betrag die Rücklagen für die Altersvorsorge angestiegen sind – oder auch nicht. Sie haben in diesem Fall aber zumindest die Transparenz über die Finanzen und können auf dieser Basis mit Ihrem Partner konkret darüber sprechen.

Ein weiterer Tipp: Legen Sie einen „Notfallordner“ an. Darin sammeln Sie alle wichtigen Finanzunterlagen. Sollte – was hoffentlich nicht passiert – Ihr Mann einen Unfall oder Herzinfarkt erleiden oder plötzlich versterben, haben Sie zumindest alle Unterlagen sofort zur Hand. Diese Situationen sind natürlich extrem emotional belastend. Gut, wenn Sie dann nicht noch nach Versicherungsunterlagen oder Bankvollmachten suchen müssen.

Einkommensquelle Mann fällt weg

Ein plötzlicher Todesfall kann auch gravierende finanzielle Probleme auslösen.
Credit: Rob van der Meijden, Pixabay

Sofern der Mann den Großteil zu den Familienfinanzen beisteuert gilt es, seine Arbeitskraft und damit sein Einkommen bestmöglich zu erhalten. Dem stehen folgende Risiken gegenüber, die es abzusichern gilt:

Tod: das finanzielle Risiko des Todes ist relativ einfach mit einer Risikolebensversicherung abzusichern. Ich empfehle keine Kapitallebensversicherung abzuschließen, sondern getrennte Produkte zu kaufen. Kombinierte Produkte, wie eben eine Kapitallebensversicherung, sind zumeist teurer. Investieren Sie den Sparteil (= die Altervorsorge, die neben der Absicherung des Risikos „Tod“ in der Lebensversicherung angespart wird) lieber in einen guten Aktienfonds. Das ist günstiger und bringt langfristig deutlich mehr Rendite.

Die Versicherungssumme der Lebensversicherung sollte so hoch sein, dass auf jeden Fall alle noch vorhandenen Schulden beglichen werden können. Außerdem müssen danach noch so viele Rücklagen vorhanden sein, um Ihren gewünschten Lebensstandard einigermaßen halten können und die Ausbildung der Kinder abgesichert ist. Dies kann bei Familien mit kleinen Kindern und einer oder mehreren laufenden Baufinanzierungen gerne mal ein paar Hunderttausend Euro ausmachen.

Deshalb ist es bei der Risikolebensversicherung ratsam, dass die Frau die Versicherung abschließt (= sie ist Versicherungsnehmerin), die Beiträge bezahlt und der Mann die „versicherte Person“ ist. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass die Versicherungssumme im Todesfall des Mannes steuerfrei an die Frau ausbezahlt wird. Sofern der Mann Versicherungsnehmer ist und die Beiträge bezahlt, bekommt die Frau (als Bezugsberichtigte) zwar die Versicherungssumme ausbezahlt, diese muss jedoch der Erbschaftsteuer unterworfen werden!

Arbeitsunfähigkeit: auch die Risiken eines Unfalls oder einer schweren Krankheit gilt es beim Hauptverdiener abzusichern. Zwar springt nach sechs Wochen die Krankenkasse mit der Entgeltfortzahlung ein, jedoch ist diese häufig mit Abschlägen verbunden (z.B. werden Überstundenzuschläge oder Einmalzahlungen – wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld – dann nicht mehr bezahlt). Im schlimmsten Fall kann als Folge von Unfall oder Krankheit die aktuelle Tätigkeit nicht mehr ausgeübt oder gar nicht mehr gearbeitet werden.

Achten Sie daher darauf, dass Ihr Mann eine Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat. Als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung bietet sich auch eine so genannte „Dread Disease“-Versicherung an, zu Deutsch eine Versicherung gegen „gefürchtete schwere Krankheiten“. Dabei sind eine Reihe an Krankheiten definiert, bei deren Eintritt die Versicherung Zahlungen (während der Krankheitsdauer) leistet. Der Vorteil ist, dass diese i.d.R. günstiger als die Berufsunfähigkeitsversicherung sind. Der Nachteil wiederum ist, dass die Zahlungen nur für einen bestimmten Zeitraum erfolgen. Daneben ist noch der Abschluss einer Pflegeversicherung dringend anzuraten, um im Pflegefall nicht auch noch die Kosten hierfür aufbringen zu müssen!

Arbeitslosigkeit: Das dritte große Risiko im Hinblick auf die Einkommensquelle „Mann“ ist der Verlust des Arbeitsplatzes. Dieses Risiko lässt sich im Vergleich zu Tod bzw. Krankheit und Unfall schwieriger absichern. Bei Krediten kann eine Arbeitslosenversicherung abgeschlossen werden. Ansonsten müssen Sie für diesen Fall genügend finanzielle Rücklagen gebildet haben, die leicht liquidierbar sind.

Elternunterhalt

Der Elternunterhalt ist ein häufig verdrängtes finanzielles Risiko.
Credit: Gerd Altmann, Pixabay

Eine weitere Gefahrenquelle für nicht oder nur gering berufstätige Frauen ist der Elternunterhalt. Sie mögen sich nun denken, dass dieses Thema nun aber wirklich nichts mit dem Modell „Mann als Finanzquelle“ zu tun. Dies kann jedoch sehr schnell der Fall sein. Dazu müssen wir zuerst einen Blick darauf werfen, wie der Elternunterhalt berechnet wird.

Der Elternunterhalt sagt gemeinhin, dass Kinder – ab einem gewissen Einkommen oder Vermögen – für Ihre Eltern zur finanziellen Sorge verpflichtet sind, wenn diese selbst nicht mehr für Ihren Unterhalt sorgen können. Diese Situation tritt ein, wenn ein – oder auch beide – Elternteil(e) im Pflegeheim untergebracht werden muss/müssen. Und das Risiko einer Pflegebedürftigkeit ist hoch: jeder zweite Mann und drei von vier Frauen werden statistisch Pflege benötigen. Die durchschnittliche Dauer des Pflegefalls beträgt bei Männern sechs und bei Frauen sieben Jahre. Bei den sehr hohen Pflegekosten (stationär sind schnell EUR 3.000 und mehr pro Monat erreicht!) ist leicht nachvollziehbar, dass die normale Rente oft zur Deckung nicht ausreicht und selbst üppige Sparrücklagen im Laufe der Zeit komplett verzehrt werden müssen.

Bevor der Staat dann für die Begleichung der Kosten einspringt prüft er, ob Kinder mittels des Elternunterhalts zur finanziellen Unterstützung herangezogen werden können. Dafür gibt es natürlich gewisse Freibeträge, so z.B. ein Selbstbehalt beim monatlichen Einkommen von EUR 1.800 bzw. EUR 3.240 bei Familien. Oder auch die eigen genutzte Immobilie sowie rund 5% des Jahreseinkommens, die zur Altersvorsorge zurückgelegt werden können. Und genau hier liegt der Knackpunkt: als nicht oder nur gering berufstätige Frau haben Sie fast kein Einkommen und demnach auch kaum freies Schonvermögen, dass beim Elternunterhalt nicht angetastet wird. Wenn Ihnen aber Ihr Mann – sei es aus steuerlichen Gründen oder zur Altersvorsorge – Vermögenswerte übertragen hat, werden diese relativ schnell als Elternunterhalt herangezogen. Ich gehe hier gezielt auf dieses Thema ein, da sich kaum jemand dieser Gefahr bewusst ist!

Steuerfalle Gemeinschaftskonto

Ebenfalls ist vielen Paaren nicht bewusst, dass Einzahlungen auf einem Gemeinschaftskonto vom Finanzamt schnell als steuerpflichtige Schenkung angesehen wird, für die natürlich Schenkungsteuer beglichen werden muss. Stellen Sie sich vor, Ihr Mann erbt einen größeren Geldbetrag und lässt diesen auf Ihr gemeinsames Girokonto überweisen.

Ich empfehle daher die Führung von getrennten Konten, um solche ungewollten und unnötigen Steuerzahlungen vermeiden zu können. Damit ist bewusst nicht gemeint, dass sich Ehepaar keine Schenkungen – z.B. zur Altersvorsorge – zukommen lassen sollen, ganz im Gegenteil. Jedoch müssen die Schenkungen in entsprechender Höhe richtig geplant werden (am besten von einem Fachmann), um von der Vermögenssubstanz möglichst viel erhalten zu können.

Vorsorgen mit der Riesterrente

Mit der Riesterrente können gerade Menschen mit geringem Einkommen aufgrund hoher Förderungen gut für die Rente vorsorgen.
Credit: USA-Reiseblogger Simon

Soweit zu den Risiken der Frauen, deren Mann der die Haupt-Finanzquelle der Familie darstellt. Es ist klar, dass Sie im Rahmen ihrer Möglichkeit selbst etwas zur eigenen Altersvorsorge beitragen sollen. Mein Favorit ist hierfür die Riesterrente.

Sie ist etwas in Verruf geraten. Ich finde das schade, denn eigentlich hat diese Rentenform Potential. Als Arbeitnehmer oder Beamter erhalten Sie durch den Staat Unterstützung beim Aufbau einer Altersvorsorge. Zum einen mit Steuervorteilen, zum anderen mit Zulagen. Deshalb hat die Riesterrente alleine schon das Potential, das Risiko der Altersarmut zu reduzieren oder sogar zu verhindern. Eine Studie des „Deutschen Instituts für Altersvorsorge“ hat ergeben, dass die Riesterrente für ein Zusatzeinkommen im Alter von 15% sorgt!

Die persönliche Zulage beträgt EUR 154,00 pro Jahr, pro Kind kommen noch einmal EUR 300,00 hinzu (für ab 2008 geborene Kinder; bei älteren Kindern beträgt die Zulage EUR 185,00). Die Kinderzulage darf jedoch nur einer der beiden Elternteile beantragen, üblicherweise die Mutter. Die Grundzulage steigt ab 2018 auf EUR 175,00 an. Wichtig ist, dass Sie 4,00 % Ihres Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag eingezahlt. Zahlen Sie weniger ein, sinken die Förderbeträge anteilsmäßig. Von den Einzahlungen in den Riester-Vertrag können Sie bis zu EUR 2.100,00 von der Steuer absetzen. Dies jedoch eben bis zu maximal 4,00 % Ihres Einkommens. Die Zulagen werden hiervon allerdings auch wieder abgezogen.

Der Vorteil bei Riester-Rente liegt aufgrund der Förderung klar bei Geringverdienern. Sofern Sie mindestens EUR 5,00 pro Monat ansparen (= EUR 60,00 pro Jahr) erhalten Sie die volle Förderung.

Beispiel: Sie haben einen Minijob und verdienen EUR 450,00 pro Monat, was ein Jahreseinkommen von EUR 5.400 ausmacht. Auf diese Summe berechnet sich die notwendige Einzahlung von 4,00%, was EUR 216,00 pro Jahr bzw. EUR 18,00 pro Monat ergibt. Auf diese Sparrate erhalten Sie dann die persönliche Zulage von EUR 175,00 (ab 2018). Alleine aus dieser Zulage ergibt sich für Sie schon eine Rendite von über 81 %. Bei einem Kind erhöhen sich die Förderungen (inkl. der persönlichen Zulage) auf EUR 475,00, was wiederum eine Steigerung von über 219 % beträgt. Fairerweise muss ergänzt werden, dass die Sparrate nicht 1:1 im Spartopf landet sondern hiervon auch noch Verwaltungs- und Vertriebskosten abgezogen werden. Trotzdem rechnet sich Riester schon aufgrund der Zulage deutlich. Je mehr Sie verdienen, umso geringer fällt in der Relation die Zulage aus. Ich finde die Riesterrente jedoch ein gutes Instrument zur Altersvorsorge.

Wobei man hierbei die verschiedenen Riester-Varianten unterscheiden muss: Ich empfehle – wenn Sie noch mehr als zehn Jahre zur Rente haben – immer in Aktienfonds zu investieren. Langfristig bietet diese Anlageklasse deutlich mehr Rendite als Bausparverträge oder klassische Banksparpläne (…die sowieso kaum mehr angeboten werden…).

Immobilien

Ein Wort noch zur Altersvorsorge mit der eigenen Immobilie: Für viele Menschen ist die eigene Immobilie ein großer Traum. In emotionaler Hinsicht – als Heim für die eigene Familie – stimme ich dem voll und ganz zu. In finanzieller Hinsicht mag es besser sein, die Altersvorsorge nicht in Form der eigenen Immobilie aufzubauen. Details dazu in meinem Blog-Beitrag, da dies hier ansonsten den Umfang sprengen würde.

Schulden tilgen

Übrigens, eine sehr gute Möglichkeit sein Geld zu vermehren: zahlen Sie Ihre Schulden zurück! Den ersparten Zins bekommen Sie netto für brutto, schließlich fallen für nicht bezahlte Kreditzinsen keine Steuern an. Und diese Ersparnis haben Sie sicher! Es ist fast unmöglich, eine vergleichbare Rendite (nach Steuern) sicher an den Finanzmärkten zu generieren. Spätestens aber direkt vor dem Renteneintritt sollten Sie alle Schulden zurückgezahlt haben, denn die Raten werden Ihre Liquidität auffressen.

Nicht für die Altersvorsorge geeignet sind folgende Produkte:

  • Tagesgeldkonto: Momentan zu geringe Verzinsung, die von der Inflationsrate (Juli 2017: 1,7%) mehr als aufgefressen wird, netto wird Ihr Geld weniger wert. Das Tagesgeldkonto ist nur für Reserve geeignet (dreifaches Monatsgehalt).
  • Bausparvertrag: Ähnlich wie das Tagesgeldkonto bringt der Bausparvertrag zu wenig Rendite. Dazu kostet er noch ca. 1,00 % Abschlussprovision, worüber sich nur der Vertriebsmitarbeiter freut. Und günstige Baufinanzierungen können Sie momentan auch ohne Bausparer abschließen.
  • Klassische Rentenversicherung: im Vergleich zur Riesterrente ohne staatliche Förderung, dafür mit sehr hohen Vertriebskosten.
  • Klassische (Kapital-)Lebensversicherung: das Produkt ist ein Auslaufmodell, damit ist kaum noch Rendite zu erzielen. Wenn Sie das Risiko des Ablebens des Hauptverdieners absichern wollen: schließen Sie eine Risiko-LV ab.

Also liebe Frauen, auch wenn es Ihnen schwer fällt, setzen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Mann mit den Finanzen auseinander und haben Sie zumindest einen groben Überblick über die Haushaltskasse und Altersvorsorge. Sofern Sie die Möglichkeit haben, sparen Sie selbst etwas für Ihre Altersvorsorge an: mit der Riesterrente geht dies bereits ab EUR 5,00 pro Monat und Sie erhalten noch staatliche Förderungen! Sich ausschließlich finanziell auf Ihren Partner zu verlassen ist im Jahr 2017 nicht mehr empfehlenswert.

Wertpapierhandel in Unternehmen – ab 2018 nur noch mit der „LEI“ möglich

Unternehmer sollten zeitnah die „LEI“, den Legal Entity Identifier benantragen, um auch 2018 Wertpapiere handeln zu können. Credit: Csaba Nagy, Pixabay

Ein wichtiger Hinweis für Unternehmen, die auch noch 2018 Wertpapiere handeln wollen: Ab 03.01.2018 gilt die neue „MiFID II“ Regelung („Markets in Financial Instruments Directive“). Die zweite Stufe der EU-Finanzmarktrichtline regelt das Wertpapiergeschäft europaweit neu. Damit soll insbesondere der Anlegerschutz gestärkt werden.

Auch für Unternehmen, die Wertpapiere handeln und besitzen, ändert sich einiges. Sie benötigen ab dem Jahr 2018 eine so genannte „LEI“ – dem Legal Entity Identifier. Anhand dieses 20stelligen Codes kann genau nachvollzogen werden, welche Unternehmen an Wertpapiertransaktionen beteiligt waren. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies nun kleine Unternehmen oder weltweit aktive Großunternehmen sind.

Die LEI hat ihren Ursprung in der Finanzkrise 2008, wo zum Teil nicht nachvollzogen werden konnte, welches Unternehmen welche Derivate-Transaktionen angestoßen hat. Die G20, davon zuerst die USA, haben deshalb ab 2010 alle Unternehmen zur Registrierung mittels LEI verpflichtet, die am Derivatemarkt tätig sein wollen. Die EU zog 2014 nach und verpflichtete damit alle Unternehmen, egal ob Großbanken oder Kleinstunternehmen. Mit Einführung von MiFID II gilt dies nun für alle Unternehmen die mit Wertpapier handeln möchten.

Dies betrifft zwar mein eigentliches Blog-Thema – die generationsübergreifende Vermögensanlage – nicht direkt. Da jedoch viele meiner Kunden Unternehmer oder angestellte Geschäftsführer sind bzw. ihr Wertpapiergeschäft in einer juristischen Person (z.B. Familienpool in KG oder Vermögensverwaltende GmbH) bündeln betrifft dies mehr Menschen, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Zwar sind die depotführenden Banken verpflichtet, Ihre Geschäftskunden auf die Notwendigkeit der „LEI“ hinzuweisen. In Gesprächen mit anderen Bankern höre ich jedoch heraus, dass das Thema bei vielen noch nicht wirklich bekannt ist bzw. die Kunden wieder mal „kurz vor knapp“, also zum Jahresende 2017, darüber informiert werden.

Ich gehe daher davon aus, dass sich im vierten Quartal 2017 die Anfragen nach der „LEI“ häufen und es deswegen zu Engpässen kommen kann. Auch mancher Unternehmer setzt die Hinweise seines Bankers nicht sofort um 😉 Die gute Nachricht: Momentan wird die LEI relativ schnell zugeteilt!

Um sicherzustellen, dass Sie mit Ihrem Unternehmen auch ab 03.01.2018 wie gewünscht Wertpapiere handeln zu können empfehle ich daher dringend, das Thema rasch anzugehen.  Sie können Ihre LEI in Deutschland z.B. hier beantragen:

Die LEI müssen Sie nach Erhalt an Ihre Bank weiterleiten. Fragen Sie zum weiteren Ablauf auch bei Ihrem Ansprechpartner Ihrer Depotbank nach.

Testamentsvollstreckung – Sichern Sie Ihren letzten Willen ab!

Eine Testamentsvollstreckung sichert die Umsetzung Ihres letzten Willens (Credit: Gerd Altmann / Pixabay)

Für wen wen eignet sich eigentlich Testamentsvollstreckung?                                  

Viele meiner Kunden haben schon einmal den Begriff der „Testamentsvollstreckung“ im Zusammenhang mit der Planung des Vermögensübergangs an Ihre Kinder oder andere vorgesehenen Erben gehört. Häufig kommt es dann aber doch noch zu einigen gezielten Fragen weshalb ich dieses Thema heute näher vorstellen möchte:

Was ist Testamentsvollstreckung?

Mit der Anordnung der Testamentsvollstreckung in Ihrer „letztwilligen Verfügung“ (= Testament oder Erbvertrag) sichern Sie die Umsetzung Ihres eigenen Willens über den Tod hinaus. Der von Ihnen vorgesehene (oder auch z.B. auf Ihre Anweisung hin vom Nachlassgericht ernannte) Testamentsvollstrecker tritt dann an Ihre Stelle um die von Ihnen im Testament (oder Erbvertrag) festgehaltenen Dinge umzusetzen.

Vorteile der Testamentsvollstreckung:

Eine Testamentsvollstreckung kann viele Vorteile bieten, z.B. in folgenden Fällen:

  • Vermögenssicherung: Sie haben Zweifel am Umgang der Erben mit Ihrem Vermögen (z.B. Verprassen des Geldes, Verkauf des Elternhauses oder des selbst aufgebauten Unternehmens)
  •  Sicherung des Familienfriedens: Die Entscheidungen über die Erbauseinandersetzung (= Verteilung des Nachlasses) trifft nur der Testamentsvollstrecker, nicht aber die Erbengemeinschaft. Der Testamentsvollstecker ist nur an Ihre Vorgaben als Erblasser gebunden. Er soll sich zwar mit den Erben abstimmen, diese sind ihm jedoch nicht weisungsbefugt (z.B. bei Aufteilung der Vermögenswerte). Hierdurch bleibt der Familienfriede zumindest in finanzieller und rechtlicher Sicht gewahrt und kann nur auf der privaten oder moralischen Ebene strittig werden. Sie können z.B. auch die Testamentsvollstreckung anordnen, sofern sich die Erben nicht binnen einer festen Frist über die Verteilung des Nachlasses geeinigt haben. Dies kann die Einigung unter den Erben deutlich beschleunigen.
  • Kompetenzsicherung: Sie sind im Umgang mit Ihrem Vermögen sehr versiert (insbesondere bei einem evtl. vorhandenen eigenen Unternehmen). Diese Fachkompetenz muss bei den Erben nicht auch zwangsläufig vorhanden sein. Durch Einsetzung eines fachkundigen Testamentsvollstreckers kann dies jedoch sichergestellt werden. Gerade bei Minderjährigen, jungen Erwachsenen oder auch Menschen mit Behinderungen kann dies oftmals gar nicht der Fall sein.
  • (zu diesem Punkt müsste man Ihnen als Erblasser schon böse Absicht unterstellen): Gängelung für die Erben – diese können (bei entsprechenden Auflagen wie einer Dauertestamentsvollstreckung) nicht zur Gänze in freien Stücken über das Vermögen verfügen. Aber Achtung: Ein Erbe könnte bei der Einsetzung eines Testamentsvollstreckers das Erbe ausschlagen und den (in bar sofort fälligen) Pflichtteil verlangen. Ganz nach dem Motto: lieber ein kleineres, aber frei verfügbares Erbe als großer Erbanteil mit dem (aufgrund der Bevormundung durch die Testamentsvollstreckung) wenig angefangen werden kann.
  • Überschuldung des Erben (Privatinsolvenz): Im Falle des direkten und kompletten Vermögensübergangs an den Erben würde das Vermögen sofort für die Begleichung noch vorhandener Schulden verwendet werden. Im Falle einer so genannten „Dauertestamentsvollstreckung“ erhält der Erbe nur die jährlichen Erträge aus dem Vermögen, das Vermögen als Ganzes bleibt jedoch erhalten. Dies kann auch angewandt werden, wenn ein Erbe einen sehr verschwenderischen Lebensstil pflegt.
  • Auch bei als Erbe vorgesehenen Menschen mit Behinderungen kann eine Testamentsvollstreckung sinnvoll sein: sofern der Behinderte „normaler“ Erbe wäre (= wird als Ihr Rechtsnachfolger Eigentümer seines Erbanteils), würde das ererbte Vermögen von Seiten der Behörden zur Begleichung für Heimkosten, Pflege und ähnliches herangezogen werden. Mittels des so genannten „Behindertentestaments“ wird diese Person jedoch nur als „Vorerbe“ mit Dauertestamentsvollstreckung eingesetzt. Sie erhält demnach nur die Erträge aus dem vererbten Vermögen (z.B. mittels einer Vermögensverwaltung), der Staat wiederum hat aber keinen Zugriff auf die Substanz, die somit als Ganzes erhalten bleibt. Ein bereits vorab festgelegter „Nacherbe“ erhält nach dem Tod dieses Vorerben das komplette Vermögen. Vorteile: der Behinderte erhält lebenslang eine zusätzliche Unterstützung aus der Dauervollstreckung des Erbanteils, der aufgrund der von Ihnen festgelegten Nacherbschaft vor den Zugriffen des Staats bewahrt wird.
  • Minderjährige Erben: sofern Minderjährige Erben werden sind diese noch nicht bzw. nur beschränkt geschäftsfähig. Sie werden in Rechtsgeschäften von ihren gesetzlichen Vertretern, i.d.R. die Eltern, vertreten. Diese sind wiederum aber auch beschränkt handlungsfähig bzw. müssen sich mit dem Vormundschaftsgericht abstimmen. Das kann, z.B. bei Immobilienvermögen, sehr aufwändig und schwierig sein. Die Testamentsvollstreckung kann hier auch sinnvoll sein, da sich der Testamentsvollstrecker nicht mit dem Vormundschaftsgericht abstimmen muss. Außerdem kann die Testamentsvollstreckung bei Minderjährigen angebracht sein wenn Sie verhindern möchten, dass die Eltern die Verwaltung des Erbanteils übernehmen.
  • Entlastung der Erben: nicht zuletzt ist dies ein wesentlicher Punkt. Das Ableben eines geliebten Menschen ist wohl emotional eine der schwierigsten Situationen. Wenn in dieser Phase nun noch die Abwicklung des Nachlasses erledigt werden muss – eine Tätigkeit mit vielen Behördengängen und kaufmännischen Abstimmungen – kann dies manche Menschen komplett überfordern. Insbesondere, wenn diese Personen keine Nähe zu solchen Prozessen haben oder auch selbst mitten im Berufsleben stehen. Die Testamentsvollstreckung kann hier eine wesentliche Entlastung sein und eine schnelle und zuverlässige Abwicklung des Nachlasses bringen.

Welche Nachteile gibt es bei einer Testamentsvollstreckung?

Die genannten Vorteile können – aus Sicht der Erben – auch als Nachteile wahrgenommen werden. So wäre es durchaus möglich, dass diese durch Übergang des kompletten Vermögens in den eigenen Verantwortungsbereich eine zusätzliche Reife und persönliche Weiterentwicklung erfahren. Es muss klar festgehalten werden, dass die Testamentsvollstreckung eine Bevormundung der Erben ist.

Ihre heutigen Vorstellungen, die Sie in Ihrem Testament festhalten, können in der Zukunft überholt sein und sich hierdurch zum Nachteil für Ihre Erben entwickeln. Ihr letzter Wille kann jedoch nach Ihrem Ableben nicht mehr abgeändert werden. Überlegen Sie, welche neue Situationen künftig eintreten könnten und ob diese dann durch die Anordnungen in der Testamentsvollstreckung nach Ihrem Willen berücksichtigt werden (z.B. Heirat, Geburt von Kindern oder Unfälle).

Der Testamentsvollstrecker könnte selbstherrlich, herrschsüchtig und eigennützig eigene Ziele statt die der Erben verfolgen. Dieses Risiko kann eingeschränkt werden, in dem der Testamentsvollstrecker verpflichtet wird über das gesetzliche Maß hinaus Informationen über das Vermögen und das eigene Handeln an die Erbengemeinschaft zu geben. Ebenso können Vorgaben festgelegt werden, dass regelmäßige Vermögensausschüttungen an die Erbengemeinschaft erfolgen müssen. Bei äußerst wichtigen Entscheidungen können „Mitvollstrecker“ ernannt werden, mit denen Abstimmungen oder auch Zustimmungen erfolgen müssen. Sie können auch festlegen, dass Mediations- oder Schiedsgerichtsverfahren bei Streitigkeiten eingeleitet werden.

Arten der Testamentsvollstreckung

Der Standardfall ist die so genannte Abwicklungsvollstreckung. Der Testamentsvollstrecker führt dabei sämtliche „letztwillige Verfügungen“, eben den letzten Willen des Erblassers, aus. Er hat dabei die Rechte, den Nachlass zu verwalten, zu verfügen und in Besitz zunehmen. Er kann auch – sofern zur Abwicklung des Nachlasses erforderlich – Verbindlichkeiten eingehen. Außerdem kann bei Überschuldung des Nachlasses auch ein „Nachlassinsolvenzverfahren“ und die Zwangsversteigerung von Nachlassgrundstücken festgesetzt werden. Ebenso kann er gerichtlich Rechte geltend machen, die zum Nachlass gehören.

Der Nachlass wird „auseinandergesetzt“. Der Erbengemeinschaft gehört der Nachlass als Ganzes, d.h. einzelne Vermögenswerte werden nicht sofort auf einzelne Erben aufgeteilt sondern gehören allen anteilig der vorgesehen Erbquote. Der Testamentsvollstrecker teilt die vorhandenen Vermögenswerte in der Auseinandersetzung unter den Erben entsprechend auf.

Ebenfalls erfolgt die Erklärung der Erbschaftsteuer für die Erben. Berichtigung von Nachlassverbindlichkeiten: sofern zum Nachlass auch Schulden gehören verrechnet diese der Testamentsvollstrecker mit dem vorhandenen Vermögen. Strittige Schulden werden ebenfalls von ihm geklärt.

Neben der Abwicklungsvollstreckung gibt es noch die so genannte Verwaltungsvollstreckung: Hierdurch wird die Aufgabe des Testamentsvollstreckers auf die Verwaltung des Nachlasses (aber eben keine Abwicklung) reduziert, zeitlich verlängert sie sich dadurch jedoch. Der Erträgnisse aus der Verwaltung des Nachlasses sind an die Erbengemeinschaft herauszugeben. Die Verwaltungsvollstreckung kann auch auf bestimmte Bestandteile der Erbmasse oder einzelne Erben eingeschränkt werden. Diese Variante der Testamentsvollstreckung wird häufig gewählt, wenn die Erben (noch) nicht über die erforderliche Kompetenz zur eigenen Verwaltung des Vermögens verfügen, z.B. bei Minderjährigen.

Streitpotential ist hier gegeben, sofern Vor- sowie Nacherbe(n) festgelegt wurden. Im Interesse des Vorerben sind natürlich möglichst hohe Ausschüttungen aus dem Vermögen, der Nacherbe wird dafür plädieren, die Erträge möglichst zu thesaurieren (= in das Vermögen zu reinvestieren). Es empfiehlt sich – auch hier – möglichst ein detailliertes Testament aufzusetzen.

Die dritte Variante ist die Dauervollstreckung: Sie ist eine Kombination aus Abwicklungs- und Verwaltungsvollstreckung. Es ist auch möglich, die Testamentsvollstreckung nur auf bestimmte Teile des Nachlasses zu beschränken, z.B. auch auf Vermächtnisse. In diesem Fall überprüft der Testamentsvollstrecker, ob Ihre Auflagen (die „Erschwerungen“, z.B. die regelmäßige Grabpflege) auch vom Begünstigten des Nachlasses umgesetzt werden.

Die Beschränkungen können auch zeitlich erteilt werden. Grundsätzlich würden sowohl die Dauer- sowie Verwaltungsvollstreckung nach 30 Jahren unwirksam werden. Sie können jedoch – darüber hinaus – an die Lebenszeit eines Erben oder des Testamentsvollstreckers gebunden werden.

Was kostet eine Testamentsvollstreckung?

Im Gesetz steht, dass „der Testamentsvollstrecker für die Führung des Amts eine angemessene Vergütung verlangen kann, sofern nicht der Erblasser anderes bestimmt hat“. Die Bezahlung ist also relativ unklar geregelt. Um hier Klarheit zu schaffen, haben Sie in der Praxis verschiedene Tabellen mit Mustervergütungen bewährt. Häufig wird die Vergütungsempfehlung des Deutschen Notarvereins verwendet

Höhe des Nachlasses Vergütung
Bis EUR 250.000,00 4,0%
Bis EUR 500.000,00 3,0%
Bis EUR 2.500.000,00 2,50%
Bis EUR 5.000.000,00 2,0%
Über EUR 5.000.000,00 1,50%

Daneben gibt es noch weitere Muster, auf die ich an dieser Stelle jedoch nicht weiter eingehen werde.

Die Gebühren mögen im ersten Moment sehr hoch erscheinen. Bedenken Sie jedoch, welche Kosten durch aufwändige Erbprozesse entstehen können. Die Gesamtsummen können hier deutlich höher sein, abgesehen von dem damit verbundenen Ärger.

Die Gebühren können je nach Aufwand erhöht oder auch reduziert werden. Klären Sie dies am besten im Vorfeld mit dem von Ihnen gewünschten Testamentsvollstrecker. Sollte nichts festgelegt sein, kann er dies eben auch selbst „angemessen“ festlegen. Natürlich ist es auch möglich, dass sich die Erben mit ihm darauf verständigen.

Grundsätzlich muss dabei beachtet werden, dass der Testamentsvollstrecker bei zu geringer Vergütung das Amt auch ablehnen kann (z.B. wenn aus seiner Sicht der Aufwand nicht im Einklang mit der Vergütung steht). In diesem Fall haben Sie – oder besser Ihre Erben – das Problem, dass das Nachlassgericht einen anderen Testamentsvollstrecker bestellen muss, soweit im Testament keine konkrete Ersatzperson vorgegeben ist. Ob dieser neue Testamentsvollstrecker dann die Dinge so umsetzt, wie der von Ihnen ursprünglich vorgesehene, ist unklar.

Bei Dauervollstreckung (z.B. zwischen 2,0% und 4,0% der Einkünfte) oder mehreren Testamentsvollstreckern müssen wiederum andere Regelungen getroffen werden. Der Testamentsvollstrecker hat auch Anspruch auf Ersatz von Auslagen, z.B. für Abstimmung mit Steuerberatern oder Reisekosten.

Wie veranlasse ich eine Testamentsvollstreckung?

Die Testamentsvollstreckung ordnen Sie in Ihrer „letztwilligen Erklärung“, eben dem Testament (oder auch Erbvertrag), an. Lassen Sie dieses auf jeden Fall von einem Fachmann erstellen. Erkundigen Sie sich vorher, ob der angedachte Notar oder Rechtsanwalt auch mit dieser Materie vertraut ist! In der Praxis stelle ich auch immer wieder fest, dass eben nicht jeder Angehörige dieser beiden Berufsgruppen gerade komplexere Erbschaftsplanungen umfassend richtig behandeln kann. Oftmals liegen die Schwerpunkte auch auf anderen Fachgebieten. Es wird hier auch mit vorgefertigten Textbausteinen gearbeitet, die nicht immer den genauen Willen des Testierenden wiedergeben! Erkundigen Sie sich deshalb im Vorfeld auch bei Ihrem Vermögensberater nach Empfehlungen für Testament-Profis. Dieser darf – aus rechtlichen Gründen – kein Testament erstellen und Sie dazu auch nicht individuell beraten. Kompetente Berater wissen aber aus ihrer Praxis sehr wohl, welche Spezialisten hierfür gut geeignet sind.

Wenn Sie eine Testamentsvollstreckung anordnen möchten sollten Sie auf keinen Fall das Testament selbst verfassen! Diese Materie ist zu komplex um von einem Laien rechtlich sauber umgesetzt werden zu können. Dies führt in der Praxis oftmals dazu, dass Ihr letzter Wille nicht klar erkennbar ist bzw. es zu Widersprüchen kommt und deshalb erst recht die Streiterei zwischen den Erben beginnt. Und genau das wollen Sie ja verhindern. Die Investition in ein Testament vom Fachmann lohnt sich deshalb sehr!

Zur Vorbereitung der Testamentserstellung sollten Sie sich aber schon zu diesen Punkten Gedanken machen:

  • Für welchen Erbfall soll die Testamentsvollstreckung gelten?
  • Warum genau wollen Sie die Testamentsvollstreckung anordnen? Dieser Punkt ist gerade für die Erben wichtig um zu verstehen, was Sie damit bezwecken.
  • Welche der beschriebenen Varianten möchten Sie wählen? Abwicklungs-, Verwaltungs-, Vermächtnis-, Nacherben- oder die dauerhafte Testamentsvollstreckung.
  • Wie lange soll die Dauer sein, bzw. welche Bedingungen sehen Sie vor? Z.B. soll nur solange Erbe X jünger als 25 Jahre ist oder bis dessen erstes Kind geboren ist
  • Welche Person(en) ist/sind Testamentsvollstrecker (inkl. Ersatzpersonen)? Denken Sie gerade bei gleichaltrigen Personen daran, dass diese auch nicht ewig leben werden bzw. körperlich in einen Zustand kommen können, der Ihnen die Ausübung der Testamentsvollstreckung nicht mehr erlaubt. Dies ist insbesondere bei der Dauer-Testamentsvollstreckung wichtig!
  • Bedenken Sie auch eine mögliche Erweiterung der Auseinandersetzungsbefugnis „nach billigem Ermessen“. Dies ermöglicht dem Testamentsvollstrecker, dass z.B. Immobilien über einen längeren Zeitraum verkauft werden können um einen besseren Preis zu erzielen. Hierdurch wird eine mögliche Versteigerung der Immobilie verhindert, um den Nachlass schnellstmöglich auseinandersetzen zu müssen.
  • Sollen Darlehen aufgenommen werden können, z.B. zur Renovierung einer Immobilie, die danach zu einem höheren Preis verkauft werden kann?
  • Welche Kontrolle soll über den Testamentsvollstrecker vorgesehen sein, z.B. durch einen bestimmten Miterben?
  • Sofern Sie ein Unternehmen besitzen: Klarstellung von Aufgaben im Unternehmensbereich, z.B. Einsetzung eines Geschäftsführers
  • Sollen Sanktionsklauseln für Erben gelten, sofern diese nicht Ihre Auflagen als Erblassers erfüllen?
  • Wann soll die Testamentsvollstreckung enden? Möglich wären z.B. nach Abwicklung des kompletten Nachlasses oder nach erfolgreichen Absolvierung eines Studiums durch Erbe X.
  • Wie soll die Vergütung des Testamentsvollstreckers geregelt werden?

Sie sehen, es ist sehr wichtig sich im Vorfeld zur Erstellung des Testaments ausreichend Gedanken zu machen. Sprechen Sie diese auch mit dem vorgesehenen Testamentsvollstrecker durch! Je besser dieser Ihren Willen kennt umso einfacher kann er diesen nach Ihrem Ableben umsetzen.

Wunschtraum eigene Immobilie – lohnt sich das auch finanziell?

Lohnt sich die eigene Immobilie auch finanziell? (Credit: Pexels/ Pixabay)

Vor Kurzem hatte ich mit einigen Freunden eine interessante Diskussion: rechnet sich die eigene Immobilie auch in finanzieller Sicht? Bei dieser Diskussion wurde es sehr schnell emotional – nicht wenige vertraten den Standpunkt, dass das eigene Haus (oder auch die eigene Wohnung) mit nichts aufzuwiegen wäre und sinnbildlich für Familie, Schutz oder auch Geborgenheit steht. Einige Stimmen (in der Unterzahl) entgegneten, dass es sich auch im gemieteten Heim sehr gut und gemütlich leben lässt, ohne gleich dafür Schulden machen zu müssen.

Ich selbst sehe das – als Eigenheimbesitzer – sehr differenziert. Als meine Partnerin und ich 2007 damit begannen unser Haus zu suchen war dies vom Wunsch getrieben, ein Heim für uns und unsere künftige Familie zu schaffen. Die Absicht, keine Miete mehr zahlen zu müssen bzw. dieses Geld in die eigene Immobilie umzuwandeln war ein – aus damaliger Sicht – schöner Nebeneffekt, aber nicht die alleinige Motivation. Vom rein emotionalen Aspekt gibt es meiner Meinung nach wenige Dinge die so positiv aufgeladen sind wie die eigene Immobilie.

Vor dem Hintergrund der kürzlich stattgefundenen Diskussion mit meinen Freunden habe ich die Frage „lohnt sich das eigene Haus“ nun – rein aus finanzieller Sicht – analysiert und möchte Ihnen hier das Ergebnis vorstellen.

Der Hintergrund

Aktuell sind die Preise für Häuser und Wohnungen (zumindest in den meisten Regionen Deutschlands) auf einem sehr hohen Niveau, in den letzten Jahren fand z.T. extreme Preissteigerungen statt.

Dafür gibt es primär zwei Gründe. Zum einen ist die „Anlageklasse“ Immobilien in den Jahren vor 2010 kaum gestiegen bzw. war manchmal sogar rückläufig. Es war also durchaus Nachholpotential vorhanden, was sich auch i.d.R. durch gestiegene Immobilienkosten bestätigt hat.

Zum anderen ist das Null-Zins-Niveau dafür verantwortlich. Der Zins ist letztendlich der Preis für das (Leihen von) Geld. Da die „Ware“ Geld ist momentan sehr günstig erhältlich. Daher haben sich viele Menschen dazu entschlossen, diesen Preisvorteil auszunutzen und nun ihr Eigenheim zu erwerben. Im Umkehrschluss gibt es für verhältnismäßig sichere Anlagen auf der Bank (z.B. Tages- und Festgeld, aber auch Anleihen von guten Schuldnern) kaum mehr Rendite. Auch das hat oftmals zu der Entscheidung geführt lieber eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen als das Geld fast umsonst der Bank zu leihen (= dort anzulegen). Diese Idee hatten nicht wenige Anleger (Als Vermögensberater kann ich ein Lied davon singen…). Dies hat zusätzlich für Preissteigerung des Immobilienmarkts gesorgt.

Berechnung der Kaufkosten

Soweit zum Hintergrund. Beginnen wir damit uns anzusehen, was der Erwerb einer Immobilie kostet: Zunächst ist da der eigentliche Kaufpreis der Immobilie, den Sie mit dem Verkäufer des Objekts vereinbaren müssen. Um das gleich anhand eines Beispiels zu berechnen unterstellen wir, dass es sich um ein neuwertiges, fünf Jahre altes Reihenhaus mit 120 qm Wohnfläche zzgl. eines Grundstücks in der üblichen Größe handelt. Dafür wurde ein Kaufpreis von EUR 400.000,00 vereinbart.

Zu dieser Summe kommen noch die sogenannten „Nebenkosten“ hinzu. Sie setzen sich aus folgenden Bausteinen zusammen:

  • Wenn Sie oder der Verkäufer einen Makler beauftragt haben, wird dieser für seine Tätigkeit auch eine Rechnung stellen. In Bayern sind dies 3,57% des vereinbarten Kaufpreises – jeweils für Käufer und Verkäufer. In anderen Bundesländern kann dies auch abweichen, erkundigen Sie sich hierzu am besten vor Ort. Im aktuellen „Verkäufermarkt“ wird es für Käufer schwierig werden, bei guten Objekten noch einen Rabatt hierauf zu verhandeln.
  • Neben den möglichen Maklerkosten kommt definitiv noch das Finanzamt und möchte im Anschluss an die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags die Grunderwerbsteuer von Ihnen haben. Der Steuersatz hierfür variiert – je nach Bundesland – zwischen 3,5% (Sachsen und Bayern) und 6,5% (z.B. NRW).
  • In Deutschland unterliegen Immobilien-Kaufverträge der notariellen Beurkundungspflicht. Dies kostet noch einmal ca. 1,20%. Für den Eintrag im Grundbuch sowie die damit einhergehenden Gerichtskosten entstehen weitere 0,50%.

Alles in Allem macht dies – in diesem Beispiel beim Kauf einer Immobilie in Bayern – noch zusätzlich bis zu 9,00% an Kaufnebenkosten. Dieses Geld ist – sofern Sie die Immobilie selbst bewohnen – weg. Wenn Sie das Haus – theoretisch – am nächsten Tag wieder verkaufen würden, bekommen Sie davon keinen einzigen Cent zurück. Im Falle einer vermieteten Immobilie werden die Anschaffungsnebenkosten auf den Kaufpreis addiert und dann in Summe abgeschrieben, zumeist für 2,00% pro Jahr.

Rechnen wir in unserem Bespiel – dem neuwertigen Reihenhaus in Bayern für EUR 400,000,00 – weiter.

Kaufpreis                                                       EUR 400.000,00

+ Maklerkosten (3,57%)                                EUR 14.280,00

+ Grunderwerbsteuer (3,50%)                      EUR 14.000,00

+ Notargebühren (1,20%)                             EUR 4.800,00

+ Grundbuch / Gericht (0,50%)                    EUR 2.000,00

= Gesamter Kaufpreis                                  EUR 435.080,00

Diesen gesamten Kaufpreis werden die meisten Menschen – i.d.R. junge Familien – nicht bar zur Verfügung haben. Sie müssen demnach einen Kredit aufnehmen. Normalerweise wird hierfür eine Bank in Anspruch genommen. Diese möchte jedoch nur bis zu 80% des Kaufpreises finanzieren, die restlichen 20,00% zzgl. der Nebenkosten müssen Sie selbst aus Ihren Ersparnissen bezahlen.

In unserem Beispiel bedeutet dies, dass Sie einen Kredit von EUR 320.000,00 (= 80% des Kaufpreises) aufnehmen. Den restlichen Betrag von EUR 115.080,00 (= EUR 80.000,00 restl. Kaufpreis zzgl. EUR 35.080,00 an Nebenkosten) bezahlen Sie direkt von Ihrem Bankkonto.

Für diesen Betrag halten wir für die Berechnung der „Opportunitätskosten“ (= was kostet mieten im Vergleich?) fest, dass dieses Geld nun in der unverzinslichen Immobilie gebunden bzw. – im Fall der Nebenkosten – weg ist. Bei der Variante „Mietverhältnis“ liegt das Geld noch auf dem Konto und kann gewinnbringend angelegt werden.

Nicht berücksichtigen werden wir, dass Sie für den Umzug in das frisch erworbene Reihenhaus noch neue Möbel kaufen oder Schönheitsreparaturen durchführen. Dies kann bei einem gemieteten Haus ebenfalls anfallen und ist daher bei dieser Beispielsrechnung nicht relevant.

Da die Zinsen momentan historisch niedrig sind, sichern Sie sich den günstigen Zinssatz gleich für eine Laufzeit von 25 Jahren. Am Ende dieser Zeit wollen Sie das Darlehen komplett zurückgezahlt haben, wofür eine anfängliche Tilgungsrate von 3,00% notwendig ist. Wir unterstellen hierfür einen Zinssatz von 2,23%. Die monatliche Kreditrate beträgt EUR 1.394,67.

Auf die gesamte Darlehenslaufzeit gesehen, haben Sie neben dem Darlehensbetrag von EUR 320.000,00 auch noch Zinsen i.H.v. EUR 97.510,22 an die Bank zu bezahlen. Der Einfachheit halber lassen wir in diesem Beispiel Sondertilgungen unberücksichtigt, die sich ansonsten grundsätzlich positiv auswirken, in dem Sie das Darlehen früher zurückgezahlt und hierdurch Schuldzinsen gespart haben.

Unsere Beispielrechnung sieht nun wie folgt aus:

Gesamter Kaufpreis                                      EUR 435.080,00

+ Zinsen auf gesamte Laufzeit                     EUR 97.520,22

Kaufpreis inkl. Zinsen                                   EUR 532.600,22

Emotional gibt es wenige Punkte die dagegen sprechen. (Credit: Riad Kanane / Pixabay)

Instandhaltung und Abschreibung

Wohnimmobilien werden in Deutschland i.d.R. über 50 Jahre abgeschrieben, das bedeutet, dass sich der Wert der Immobilie pro Jahr um 2,00% reduziert. Problem bei der selbstgenutzten Immobilie ist, dass sie dies – im Gegensatz zur vermieteten Immobilie –  steuerlich nicht absetzen können. Der Wertverlust ist aber trotzdem vorhanden, denn das Haus nutzt sich ja im Laufe der Zeit ab bzw. wird „abgewohnt“.

In unserem Rechenbeispiel bedeutet das, dass das Haus am Ende unseres Berechnungszeitraums von 25 Jahren noch einen Restwert von EUR 200.000,00 hat.

Im Gegenzug müssen Sie bei der eigenen Immobilie Instandhaltungsrücklagen bilden, die Sie bei Bedarf zur Renovierung von Teilen des Hauses heranziehen können. Als Mieter merken Sie davon nichts im Geldbeutel – Ihr Vermieter darf diese Rücklagen nämlich nicht auf Sie umlegen.

Das Bundesbauministerium empfiehlt Hausbesitzern folgende jährlichen Rücklagen zu bilden:

  • für bis zu 5 Jahre alte Häuser: EUR 4,00 je Quadratmeter
  • für bis zu 10 Jahre alte Häuser: EUR 6,00 je Quadratmeter
  • für bis zu 15 Jahre alte Häuser: EUR 7,50 je Quadratmeter
  • für Häuser ab dem 16. Baujahr: EUR 10,00 je Quadratmeter

Eine alternative Faustformel unterstellt, dass – unabhängig vom Alter des Hauses – pro Quadratmeter Wohnfläche pro Monat EUR 1,00 an Rücklagen gebildet werden sollten.

Das Haus in unserem Beispiel war beim Kauf fünf Jahre alt. Nach dem unterstellten Berechnungszeitraum von 25 Jahren ist es also 30 Jahre alt.

Im Nutzungszeitraum wurden – je nach Berechnungsweg – folgende Instandhaltungsrücklagen gebildet (bzw. auch aufgebracht):

  • Bundesbauministerium EUR 25.380,00
  • Faustformel EUR 36.000,00

Wir nehmen zur weiteren Berechnung den Mittelwert von EUR 30.690,00. Ich halte diese Summe sicher nicht für zu hoch angesetzt, wenn man bedenkt, dass eine neue Heizungsanlage schon heute gut und gerne EUR 20.000,00 kostet. Aber hierfür ist ja auch die oben berechnete Abschreibung da.

Wir schreiben die Beispielrechnung fort:

Kaufpreis inkl. Zinsen                        EUR 532.600,22

+ Instandhaltungsaufwendungen     EUR 30.690,00

Gesamtsumme                                 EUR 563.290,22

 

Die Opportunitätsrechnung – Wohnen zur Miete

Sie erinnern sich noch an meine Diskussion mit meinen Freunden zum Thema „rechnet sich die eigene Immobilie finanziell“, die ich zu Beginn dieses Artikels erwähnt habe? Die Fürsprecher des eigenen Hauses haben gleich zu Beginn argumentiert, dass nach dem Kauf die Miete gespart wird. Das ist natürlich richtig. Wir rechnen daher die Kosten für das in unserem Beispiel gekauft Reihenhaus, wenn wir dieses gemietet hätten:

120 qm Wohnfläche á EUR 10,00 Kaltmiete pro qm = EUR 1.200,00 p.M. = EUR 14.400,00 p.a. Zum Vergleich nochmal: die monatliche Kreditrate beträgt EUR 1.394,67, auf das Jahr gerechnet ergibt dies EUR 16.736,04. Auf diesen Betrag addieren wir noch die Instandhaltungsrücklage von durchschnittlich EUR 1.200,00 p.a., die Gesamtsumme beträgt daher EUR 17.936,04.

Jährliche Kosten bei Kauf                  EUR 17.936,04

Jährliche Kosten bei Miete               EUR 14.400,00

            = Ersparnis bei Miete                        EUR 3.536,04

In der Mietvariante haben Sie – zu Beginn der Berechnung –  gegenüber dem Immobilienkauf gut EUR 3.500 pro Jahr mehr an Liquidität zur Verfügung. Diesen Betrag können Sie zusätzlich anlegen oder auch für Konsum, z.B. eine Urlaubsreise, verwenden. Klar ist natürlich, dass dieses Verhältnis später kippt. Die Miete wird im Lauf der Jahre teurer werden, die Darlehensrate haben Sie dagegen mit der Bank auf 30 Jahre festgebunden.

Wir bleiben bei der Berechnung bei der Kaltmiete, da Sie die Nebenkosten als Hausbesitzer ebenfalls bezahlen müssen. Als Preissteigerung für die Miete nehmen wir 2,00% p.a. an. In unserem Bespiel gehen wir von einer Nutzungsdauer von 25 Jahren aus. Auf diese gesamte Laufzeit betrachtet bezahlen Sie Ihrem Vermieter die stolze Summe von EUR 584.180,34.

Zeit wieder Bilanz zu ziehen:

Gesamtkosten für das Haus  EUR 563.290,22

Mietaufwand                         EUR 584.180,34

Vorteil für das Haus              EUR 20.890,12

Die Verfechter der Hausvariante werden sich nun bestätigt fühlen. Aber Vorsicht: Wir sind mit der Berechnung noch nicht am Ende! Sie erinnern sich, dass Sie bei der Immobilienfinanzierung nur 80% des Kaufpreises von der Bank bekommen haben? Den Rest und die Anschaffungsnebenkosten mussten Sie selbst bezahlen. In unserer Rechnung war dies ein Betrag von EUR 115.080,00. In der Mietvariante können Sie diese Summe am Kapitalmarkt anlegen.

Eigenkapital und Nebenkosten als Anlagegut

Als kluger Anleger investieren Sie diese Summe natürlich in Qualitäts-Aktien, weltweit gestreut und kostengünstig angelegt. Wir unterstellen dafür eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,00% brutto. Ja, dieser Wert ist realistisch. Zwar schwanken Aktien z.T. stark, deshalb sind sie nur zu empfehlen, wenn Sie das Kapital nicht benötigen (was nicht bedeutet, dass Sie im Notfall nicht doch darauf zurückgreifen können). Langfristig gibt es aber definitiv keine bessere Anlageklasse.

Von den 7,00% Wertzuwachs pro Jahr möchte natürlich auch Vater Staat seinen Anteil in Form von Steuern haben. Diese ändern sich immer wieder, wir unterstellen aber nun 30,00% pauschal. D.h. Sie erzielen nach Abzug der Steuern noch eine Nettorendite von 4,90% pro Jahr. Nach 25 Jahren haben Sie hierdurch die stolze Summe von EUR 380.528,00 erwirtschaftet.

Endberechnung

Im Fall des Hauses bleibt nach 25 Jahren und der Berücksichtigung der Abschreibung ein Wert von EUR 200.000,00. Bei der Mietvariante haben Sie Ihr Eigenkapital nicht in die Immobilie sondern in Aktien investiert und im hierfür einen Betrag von EUR 380.528,00 an Vermögen gebildet. Die Gegenüberstellung nach 25 Jahren ergibt folgendes Bild:

Wert Immobilie                     EUR 200.000,00

Wert Aktiendepot                  EUR 380.528,00

Mehrwert Aktiendepot         EUR 180.528,00

./. Vorteil Gesamtaufwand   EUR 20.890,12

                       = Gesamtergebnis                 EUR 159.637,88

Das Wohnen zur Miete macht hier – auf Sicht von 25 Jahren – einen Vorteil von knapp EUR 160.000,00 gegenüber dem Erwerb und Wohnen im eigen Haus aus. Und das bei einem historisch niedrigen Zinsniveau zur Finanzierung des Kredits. Aus finanzieller Sicht also ein klarer Vorteil für die Mietvariante.

Unabhängig von dieser Berechnung möchte ich Ihnen noch folgende Punkte im Hinblick auf die Variante „Eigenheim“ zu bedenken geben:

  • Zumeist besitzen Anleger nur eine oder wenige Immobilien, da diese in der Anschaffung sehr viel kosten. Hierdurch entsteht ein hohes „Klumpenrisiko“. Ihre Wertpapieranlage können Sie dagegen über viele verschiedene Positionen streuen. Ein „faules Ei“ macht Ihnen hier in der Relation deutlich weniger Probleme.
  • Fehlende Liquidität, ein Verkauf der Immobilie kann sich mitunter sehr lange hinziehen.
  • Im Falle von Erbschaften oder Schenkungen (in der Höhe über den gesetzlichen Freibeträgen) muss Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer bezahlt werden. Hat der Erbe / Beschenkte nicht ausreichend Barmittel, muss die Immobilie schnell (und möglicherweise zum ungünstigen Zeitpunkt) verkauft werden um mit dem Erlös die Steuer zu entrichten. Alternativ kann auch ein Darlehen zur Begleichung der Steuer aufgenommen werden, was natürlich wieder Zins kostet und Liquidität bindet.
  • Momentan ist das Preisniveau für Immobilien sehr hoch, z.T. wird schon von Blasenbildung gesprochen.
  • Scheidung: so schlimm diese Situation schon an und für sich ist, verkaufen Sie mal gemeinsam mit Ihrem Ex-Partner in dieser Situation das Eigenheim. Wenn der Kaufinteressent dann auch noch von Ihrer Scheidung erfährt, kann er ggf. den Preis drücken, da Sie den Verkauf schnell abschließen wollen.
  • Finden Sie in einer anderen Stadt einen attraktiveren Job können Sie Ihre gemietete Immobilie in einem überschaubaren Zeitraum kündigen und ziehen einfach um. Mit dem eigenen Haus ist dies deutlich aufwendiger.
  • Im Laufe der Jahre ändert sich Ihr Geschmack auch im Hinblick auf Immobilien. Vielleicht wollen Sie dann gar nicht mehr in der lebhaften Reihenhaussiedlung in der Großstadt sondern viel lieber auf dem Land leben?
  • Gerade im Alter wird die eigene Immobilie oft zur Belastung. Sie haben nicht mehr die Lust und die Energie sich um Haus und Garten zu kümmern. Andererseits kostet das Haus den gleichen Unterhalt wie zuvor, obwohl Sie bei Weitem nicht mehr so viel Platz benötigen. Die Aufwendungen für Renovierungen gehen bei älteren Objekten eher noch nach oben.
  • Das Wertpapierdepot, dass Sie bei der Mietvariante gebildet haben, eignet sich dagegen ideal dazu, das Leben nach Pensionsantritt zu genießen: Sie lassen sich davon einfach monatlich einen festen Betrag überweisen, mit dem Sie sich zusätzlich zur Rente Ihren gewünschten Lebensstandard leisten können.

Fazit: Aus meiner – finanziellen – Sichtweise spricht Vieles für die Mietvariante. Die emotionale Sicht lasse ich hier außen vor. Welche Variante letztendlich für Sie die bessere ist, müssen Sie selbst entscheiden. Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinem Beitrag einige neue Aspekte aufzeigen und wünsche Ihnen immer ein schönes Wohnen. Egal ob im Eigenheim oder in Ihrer gemieteten Immobilien.

Erstellen Sie Ihre Patientenverfügung!

Mit einer Patientenverfügung geben Sie Anweisungen für Ärzte und medizinischem Personal für Ihre Behandlung. (Credit: Gerd Altmann / Pixabay)

Vor Kurzem berichteten die deutschen Medien über einen tragischen Fall: Eine bekannte deutsche Schauspielerin brach zusammen, die Ärzte diagnostizierten Krebs und versetzten die Patientin sofort in ein künstliches Koma. Soweit schon ein äußerst schwerer Schicksalsschlag für die die Schauspielerin und ihre Familie.

Besonders problematisch wurde der Fall, da die Erkrankte keine Patientenverfügung erstellt hatte und damit den Ärzten und Angehörigen keine Vorgaben über ihre medizinische Behandlung machte. Zwar war wohl in der Familie immer wieder darüber gesprochen worden, dass im Ernstfall keine lebensverlängernden Maßnahmen ergriffen werden sollen, rechtlich verbindlich sind solche Äußerungen jedoch nicht. Es blieb der Familie nichts anderes übrig als darauf zu hoffen, dass die Frau wieder aus dem Koma erwacht, um selbst zu ihren Wünschen und Vorgaben befragt zu werden. Doch dazu kam es leider nicht mehr, die Patientin verstarb nach knapp zwei Wochen im Koma.

Ich möchte diesen traurigen Fall zum Anlass nehmen Ihnen zu empfehlen eine Patientenverfügung – falls noch nicht vorhanden – zeitnah abzuschließen. Dies gilt für Menschen in jedem Alter, nicht nur für betagte Senioren oder Schwerkranke. Wie der geschilderte Fall zeigt, treten Krankheiten oft sehr schnell mit gravierenden Auswirkungen ein, Selbiges gilt für einen Unfall mit schweren Verletzungen.

Eine Patientenverfügung sollte jeder – unabhängig vom Alter – für sich erstellen. (Credit: Moritz320 / Pixabay)

Die Patientenverfügung regelt, welche medizinischen Maßnahmen ergriffen werden sollen, wenn Sie selbst nicht mehr ansprechbar bzw. nicht in der Lage sind Entscheidungen zu treffen. Sie geben dabei vor, welche ärztlichen Eingriffe gewünscht sind und welche Sie nicht durchführen lassen möchten.

Mit der Patientenverfügung stellen Sie sicher, dass nur die von Ihnen vorgesehenen Maßnahmen ergriffen werden, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Ihren Willen zu äußern. Die Patientenverfügung ist für alle beteiligten Personen bindend, im Zweifel entscheidet ein Gericht über Ihre Vorgaben.

Der Inhalt einer Patientenverfügung ist sehr persönlich und lässt sich nicht pauschal festlegen. Manche Menschen haben Angst, dass ihnen nicht die optimale medizinische Betreuung zugeführt wird, andere widerum wollen keine lebensverlängernden Maßnahmen an sich durchführen lassen.

Die Patientenverfügung muss schriftlich erstellt werden und mit ihrem Vor- und Nachnamen unterschrieben werden. Es ist sehr wichtig, die Vorstellungen über ihre medizinische Behandlung konkret aufzuschreiben. Hier empfehle ich Ihnen, diese mit einem Arzt oder einer andere fachkundigen Person zu besprechen.

Alternativ kann die Patientenverfügung auch von einem Notar beglaubigt werden. Bei Bedarf kann der Inhalt jederzeit wieder verändert werden. Es ist – wie bei allen Vollmachten und Verfügungen – empfehlenswert, diese regelmäßig auf Aktualität hin überprüfen zu lassen. Informieren Sie eine (oder besser mehrere) Vertrauensperson(en) darüber, dass Sie eine Patientenverfügung erstellt haben und wo diese verwahrt wird.

Am besten übergeben Sie besonders engen Familienmitgliedern eine Kopie. Wichtig ist, dass die Patientenverfügung im Ernstfall schnell griffbereit ist. Haben Sie hierüber nur eine Person informiert und diese befindet sich gerade auf einer mehrwöchigen Urlaubsreise, hilft dies nicht weiter. Informieren Sie auch Ihre medizinischen Betreuer (z.B. Ärzte oder Pflegepersonal) hierüber.

Für viele Menschen ist es schwierig sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass nach dem Abschluss der eigenen Patientenverfügung oftmals ein gutes Gefühl der Erleichterung einsetzt, da nun alles gemäß den eigenen Vorstellungen geregelt ist. Übrigens erkrankt nicht jeder sofort, nur weil er eine Patientenverfügung abgeschlossen hat.

Im Bedarfsfall bin ich Ihnen gerne behilflich, Kontakt zu Spezialisten herzustellen oder Unterlagen zur Verfügung zu vermitteln. Weiterführende Informationen finden Sie z.B. beim Deutschen Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.