Wertpapierhandel in Unternehmen – ab 2018 nur noch mit der „LEI“ möglich

Unternehmer sollten zeitnah die „LEI“, den Legal Entity Identifier benantragen, um auch 2018 Wertpapiere handeln zu können. Credit: Csaba Nagy, Pixabay

Ein wichtiger Hinweis für Unternehmen, die auch noch 2018 Wertpapiere handeln wollen: Ab 03.01.2018 gilt die neue „MiFID II“ Regelung („Markets in Financial Instruments Directive“). Die zweite Stufe der EU-Finanzmarktrichtline regelt das Wertpapiergeschäft europaweit neu. Damit soll insbesondere der Anlegerschutz gestärkt werden.

Auch für Unternehmen, die Wertpapiere handeln und besitzen, ändert sich einiges. Sie benötigen ab dem Jahr 2018 eine so genannte „LEI“ – dem Legal Entity Identifier. Anhand dieses 20stelligen Codes kann genau nachvollzogen werden, welche Unternehmen an Wertpapiertransaktionen beteiligt waren. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies nun kleine Unternehmen oder weltweit aktive Großunternehmen sind.

Die LEI hat ihren Ursprung in der Finanzkrise 2008, wo zum Teil nicht nachvollzogen werden konnte, welches Unternehmen welche Derivate-Transaktionen angestoßen hat. Die G20, davon zuerst die USA, haben deshalb ab 2010 alle Unternehmen zur Registrierung mittels LEI verpflichtet, die am Derivatemarkt tätig sein wollen. Die EU zog 2014 nach und verpflichtete damit alle Unternehmen, egal ob Großbanken oder Kleinstunternehmen. Mit Einführung von MiFID II gilt dies nun für alle Unternehmen die mit Wertpapier handeln möchten.

Dies betrifft zwar mein eigentliches Blog-Thema – die generationsübergreifende Vermögensanlage – nicht direkt. Da jedoch viele meiner Kunden Unternehmer oder angestellte Geschäftsführer sind bzw. ihr Wertpapiergeschäft in einer juristischen Person (z.B. Familienpool in KG oder Vermögensverwaltende GmbH) bündeln betrifft dies mehr Menschen, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Zwar sind die depotführenden Banken verpflichtet, Ihre Geschäftskunden auf die Notwendigkeit der „LEI“ hinzuweisen. In Gesprächen mit anderen Bankern höre ich jedoch heraus, dass das Thema bei vielen noch nicht wirklich bekannt ist bzw. die Kunden wieder mal „kurz vor knapp“, also zum Jahresende 2017, darüber informiert werden.

Ich gehe daher davon aus, dass sich im vierten Quartal 2017 die Anfragen nach der „LEI“ häufen und es deswegen zu Engpässen kommen kann. Auch mancher Unternehmer setzt die Hinweise seines Bankers nicht sofort um 😉 Die gute Nachricht: Momentan wird die LEI relativ schnell zugeteilt!

Um sicherzustellen, dass Sie mit Ihrem Unternehmen auch ab 03.01.2018 wie gewünscht Wertpapiere handeln zu können empfehle ich daher dringend, das Thema rasch anzugehen.  Sie können Ihre LEI in Deutschland z.B. hier beantragen:

Die LEI müssen Sie nach Erhalt an Ihre Bank weiterleiten. Fragen Sie zum weiteren Ablauf auch bei Ihrem Ansprechpartner Ihrer Depotbank nach.

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