Aktien

Warum soll ich in Aktien investieren?

In einer Vermögensanlage sollten Aktien nicht fehlen

Aktien bieten langfristig attraktive Renditen

In manchen Fachmagazinen wurden in der letzten Zeit Schlagzeilen wie „Aktien sind die neuen Anleihen“ veröffentlicht. Das ist natürlich populistisch und auch falsch. Mit einer Aktie sind Sie an einem Unternehmen beteiligt, also einer der – wenn auch ein sehr kleiner – Anteilseigner. Bei Anleihen leihen Sie einem Unternehmen Geld, sind also dessen Gläubiger.

Die eigentliche Aussage ist, dass Sie mit Aktien – genauer gesagt mit den Dividendenausschüttungen hieraus – durchaus Erträge von 2% bis 3% erwirtschaften können. Bei manchen Unternehmen ist sogar noch etwas mehr drinnen. Bei Anleihen, die einigermaßen sicher sind, erhalten Sie momentan weniger als 1% an Zinsen. Die Aktie punktet beim Thema Ausschüttung bzw. Liquidität also deutlich.

Langfristig gute Rendite zu erwarten

Ein Blick auf das DAX-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt eindrucksvoll das Renditepotential der größten deutschen Dividendentitel auf. Sie können daraus die Wertentwicklung des DAX (der Index für die 30 größten deutschen Aktien) zwischen einzelnen Zeiträumen nachvollziehen. Und die kann sich sehen lassen. Auch beim langfristigen Vermögensaufbau funktioniert dies, wie das DAX-Rendite-Dreieck für Sparpläne darstellt.

Der schlechteste Fall zeigt den Zeitraum 2001 (Kauf) bis 2002 auf: in dieser Periode hätten Sie 43,9% an Wert verloren. Jedoch bereits 2005 hätte sich der Verlust ausgeglichen und die jährliche Rendite wäre bei 1,2 % gewesen. Hätte Sie dieses Investment bis 2017 durchgehalten wäre ein Zuwachs von immer 5,9 % p.a. erzielt worden. Sie sehen, dass sich Aktien aus diesem Segment in der Vergangenheit bewährt haben:

  • Bereits ab einer Haltedauer von fünf Jahren erzielen Sie zu 84 % Zuwächse, bei zehn Jahren ist die Gewinnwahrscheinlichkeit bei knapp 97%, ab 20 Jahren bei nahe 100%.
  • Der Inflationsausgleich ist damit sichergestellt.
  • Aktien großer Unternehmen mit sehr hoher Marktkapitalisierung bieten nach den Kursrückgängen Ende 2018 durchaus wieder Dividendenrenditen zwischen 2,0% und 3,0%, z.T. sogar noch darüber.
  • Die Erträge sind deutlich besser als z.B. bei Anleihen, Tagesgeldern oder Bausparverträgen.

Dividenden sorgen für regelmäßige Ausschüttungen

Sofern Sie Vermögen(steile) besitzen, die Sie nicht verbrauchen müssen (= Ihre Risikotragfähigkeit) und von Ihrer Mentalität her ein Aktienanleger sind (= Ihre Risikobereitschaft), kann eine Dividenden-Strategie sinnvoll sein. Wichtig ist hierbei, Qualitätsaktien zu kaufen, die seit langen Jahren kontinuierlich Dividenden von mindestens 1,0% p.a. ausgeschüttet und diese sogar regelmäßig erhöht haben. In den USA werden solche Aktien als „Dividenden Aristokraten“ bezeichnet. Hierzu gehören z.B. Microsoft, Walt Disney oder auch der Flugzeugbauer Boeing. In Deutschland fallen unter anderem SAP, Bayer oder die Münchner Rück in diesen elitären Kreis.

Wichtig: Eine Dividendenstrategie ist nicht vergleichbar mit klassischen Anleihendepots und erst recht keine Tagesgeld-Alternative! Ein Aktiendepot schwankt in der Wertentwicklung, und das – wie mit dem DAX-Renditedreieck aufgezeigt – mitunter auch mal bis zu 50% nach unten. Langfristig gibt es jedoch keine Anlageform, die eine ähnlich attraktive Rendite wie Aktien erwirtschaftet. Langfristige Kurssteigerungen von 6% oder 7% pro Jahr können durchaus erzielt werden. An diesem Thema näher Interessierten kann ich das Buch „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ von Christian Röhl und Werner Heussinger empfehlen.

Internationale Aktien beimischen erhöht Rendite

Anleger sollten nicht nur in deutsche Aktien investieren

Die Beimischung internationaler Aktien erhöht die Rendite

„Der DAX legt langfristig zu, dann kaufe ich mir doch ein paar der bekanntesten Aktien aus diesem Index“ mögen Sie sich vielleicht nun denken. Ein durchaus nachvollziehbares Verhalten, wir Menschen sind Gewohnheitstiere und kaufen geläufige Marken, denen wir vertrauen. Umgekehrt werden ausländische Aktien gerne links liegen gelassen. Ganz einfach, weil diese bei uns unbekannt sind. Und genau hier liegt der Fehler: Sie erhöhen nämlich die Rendite in Ihrem Depot, wenn Sie auch internationale Werte beimischen. Gleichzeitig werden die Schwankungen ihres Depots geringer. Wenn sich einzelne Börsen – eben in unserem Fall die deutschen – negativ entwickeln, schlägt dies bei einer rein lokalen Anlage stärker zu Buche als bei einem international breit gestreuten Depot.

Breite Streuung ist empfehlenswert

Sie benötigen also eine möglichst breite Risikostreuung bei Ihrer Aktienanlage. Gerade bei Anlagesummen von unter EUR 100.000 wird dies jedoch schwierig. Wenn Sie nur für einige hundert Euro eine Aktie kaufen, werden die Kosten für diese Transaktion – selbst bei einer günstigen Direktbank – anteilig sehr hoch werden, da Mindestgebühren verrechnet werden. Direkt in Aktien zu investieren ist mit einigem Aufwand verbunden. Selbst wenn Sie als Selbstentscheider einen langfristigen Ansatz (wie z.B. die Dividendenstrategie) verfolgen, müssen Sie geeignete Titel auswählen und hin und wieder beobachten. Ggf. wird es auch notwendig sein, einzelne Werte zu verkaufen und durch andere mit besserer Renditeaussicht zu tauschen.

Aufgrund der zunehmenden Regulierung in der Wertpapierberatung wird es immer schwieriger werden, einen Vermögensberater zu finden, der Sie noch beraten will. Das liegt nicht daran, dass er Sie nicht als Kunde gewinnen oder halten möchte, die Dokumentation in der Beratung ist mittlerweile jedoch so aufwändig geworden, dass sich immer mehr Anbieter aus der Einzeltitelberatung zurückziehen werden. Die Banken setzen vielmehr auf Vermögensverwaltungslösungen, die für den Laien auch deutlich einfacher vom Handling sind.

Dividenden-Besteuerung muss berücksichtigt werden

Eine weitere, nicht zu unterschätzende Angelegenheit ist die Besteuerung der Dividenden. Sie wird direkt am Sitz der Aktiengesellschaft von der lokalen Finanzbehörde eingezogen. Ausländische Steuern bis zu 15% werden vom deutschen Fiskus anerkannt und bei der Berechnung der Abgeltungsteuer angerechnet. Sind die ausländischen Steuern jedoch höher als 15% wird es schwierig: Sie als Anleger müssen sich nun mit den Finanzbehörden im Heimatland Ihrer Aktiengesellschaft in Verbindung setzen und einen Antrag auf Erstattung stellen. In manchen Ländern funktioniert dies noch ganz ordentlich, bei anderen zieht sich das Prozedere durchaus Jahre hin. Da die Dividende eine wesentliche Komponente Ihres Ertrags aus Aktiengesellschaft darstellt und zu der so wichtigen Liquidität beiträgt ist dies eine ziemliche Einschränkung.

Vermögensverwaltung als bequeme Lösung

Meine Empfehlung lautet daher, nicht direkt in Aktien zu investieren, sondern auf Fondslösungen, Anlagezertifikate oder gleich eine Vermögensverwaltung zu setzen. Dies ist wesentlich bequemer im Handling, allerdings auch mitunter deutlich teurer. Wenn es Ihnen Spaß macht, sich mit der Börse aktiv auseinander zu setzen dann steht natürlich der Direktanlage in die Dividendentitel nichts mehr im Wege. Wichtig wäre, dass sich mehr Anleger auf dieses langfristig ertragreiche Investmentform einlassen. Jeder zweite Deutsche spielt Lotto, aber nur jeder sechste besitzt Aktien. Die Chance auf sechs Richtige mit Zusatzzahl liegt bei ungefähr 1 zu 140.000.000. Die Wahrscheinlichkeit auf mindestens 5 % Rendite p.a. bei einem Investment in den DAX von über zwölf Jahren liegt bei 99 %. Wofür entscheiden Sie sich?

ProduktnameBewertungAnmerkungen
VolatilitätKursausschläge von bis zu 50% können geschehen. Nach oben wie nach unten.
SicherheitAls Sachwerte haben Aktien keine Probleme mit der Inflation. Allerdings können kurzfristig durch die hohe Volatilität größere Verluste entstehen, die sich jedoch nach einigen Jahren ausgeglichen haben sollten.
RenditeEs gibt langfristig betrachtet keine bessere Anlageform als Aktien, Renditen von über fünf Prozent sind realistisch.
LiquiditätBei liquiden Titeln vergeht vom Verkauf bis zur Gutschrift auf dem Konto nur wenig Zeit.
Kosten---Abhängig vom Preismodell Ihrer Bank.
ÜbertragbarkeitKeine Probleme, Depotüberträge können sich auch mal hinziehen.
AufwandSie müssen sich aktiv um Ihre Aktienanlage kümmern.
VerständlichkeitBei Direktinvestments ist Expertenwissen gefragt.
Fazit: Der Teil Ihres Kapitals, der langfristig nicht benötigt wird, sollte in Aktien investiert werden. Voraussetzung: Sie sind in der Lage, die Kursschwankungen nicht nur finanziell, sondern auch mental auszuhalten.

Sie möchten keine Beiträge mehr verpassen? Dann abonnieren Sie doch meinen “Ruhestandsbrief”. Er erscheint regelmäßig mit den neuesten Artikeln, ist kostenfrei und jederzeit abbestellbar.

April 25, 2019

Schlagwörter: , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.