Betreutes Wohnen

Die Menschen im Ruhestand wollen heute mehr Individualität und Flexibilität. Das zeigt sich auch daran, dass Betreutes Wohnen in den letzten Jahren zunehmend populärer geworden ist. Auch das Angebot steigt kontinuierlich an. Beim Betreuten Wohnen werden die Vorteile von selbstbestimmten Leben in der eigenen Wohnung mit den Vorteilen eines gut ausgestatteten Heims (z.B. Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegeleistungen) kombiniert. Die Bewohner können in ihrem abgetrennten Wohnungsbereich eigenständig und individuell leben, bei Bedarf aber Dienstleistungen wie Verpflegung, Putzen, Wäscheservice und gesundheitliche Betreuung zusätzlich in Anspruch nehmen.

Betreutes Wohnen oft nur Werbephrase

Der Begriff „Betreutes Wohnen“ wird aber auch aufgrund der zunehmenden Nachfrage oft als Werbeslogan verwendet. Oft werden solche Einrichtungen auch als „Seniorenresidenz“ oder „Wohnen mit Service“ bezeichnet. Was sich tatsächlich dahinter verbirgt, ist von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich, gerade auch in preislicher Hinsicht. Wie hoch die Kosten sind hängt auch sehr stark von den jeweiligen Regionen ab. Kauf- oder Mietpreise werden in Hamburg deutlich höher als im ländlichen Saarland sein. Deshalb lässt sich auch die oft gestellt Frage nach den durchschnittlichen Kosten nicht seriös allgemein beantworten.

Kostenoptimierung

Kosten lassen sich dadurch reduzieren, dass nicht alle Dienstleistungen direkt beim Betreiber in Anspruch genommen werden, sondern auch auf externe Angebote zurückgegriffen wird. Der Mietvertrag muss auch sorgfältig geprüft werden, gerade bei Pauschalangeboten, wenn hier auch Wahlleistungen offeriert werden. Es muss klar abgegrenzt werden, welche Dienstleistungen inklusive sind und bei welchen zusätzliche Kosten entstehen (inkl. der konkreten Höhe). Ein vermeintlich günstiges Angebot wird durch teure Extras schnell kostenintensiver als das eigene Budget erlaubt. Alle Angebote haben jedoch gemeinsam, dass diese Wohnform nicht von den Pflegekassen oder -versicherungen bezahlt bzw. bezuschusst werden, da sie keine Pflegeeinrichtungen im klassischen Sinn sind. Hier werden nur klassische Pflegekosten übernommen.

Erfahrener Betreiber ist wichtig

Prüfen Sie auch, welche Erfahrung der Betreiber der Anlage aufweist. Ist er relativ neu am Markt oder betreibt er diese und andere Objekte für betreutes Wohnen schon seit vielen Jahren. Ich halte es für sinnvoll, dass die Häuser über eine ausreichende Anzahl an Wohnungen und qualifiziertes Fachpersonal verfügt. Kleine Häuser mögen zwar exklusiv und wohnlich anmuten, letztendlich muss aber sichergestellt sein, die Mitarbeiter 24 Stunden täglich und auch am Wochenende verfügbar sind. Kleine Anbieter können dies oft nicht sicherstellen bzw. kaufen viele Dienstleistungen extern ein. Stellen Sie sich vor, ein Bewohner benötigt an einem Feiertag dringend pflegerische Unterstützung, die interne Pflegekraft ist jedoch ohne Vertretung erkrankt und es lange dauert, bis ein ambulanter externer Pflegedienst ins Haus geholt wird. Ebenfalls nicht gut ist es, wenn am Wochenende der Fernseher nicht geht oder nicht im Winter nicht schneegeräumt wird, weil der Hausmeister – ohne Vertretung im Urlaub ist.

Credit: USA-Reiseblogger Simon, Pixabay

Genauso geht hinzu, dass der Betreiber gut wirtschaftet und die Anlage für sich profitabel betreibt. Das soll natürlich nicht zur Abzocke der Bewohner führen. Ihnen ist aber auch nicht damit gedient, wenn ein Billiganbieter zur Kostenreduzierung nur schlechte Dienstleistungen erbringt oder gar Insolvenz anmelden muss. Letzteres könnte dazu führen, dass der Service (zumindest zwischenzeitlich) sehr eingeschränkt sein kann, bis ein neuer Betreiber gefunden ist. Wenn dies nicht gelingt, wird den Bewohnern und ihren Angehörigen nichts anderes übrig als sich nach einem neuen Betreuten Wohnen oder letztendlich doch ein Pflegeheim umzusehen. Aus finanzieller Sicht wäre ein solches Szenario auch besonders für diejenigen ärgerlich, die ihre Wohnung in der Anlage gekauft haben.

Mit Betreutem Wohnen Umzug ins Pflegeheim verhindern?

Wohl alle Menschen wollen vermeiden, irgendwann in einem Pflegeheim untergebracht zu werden. Durch innerhalb des Betreuten Wohnens erbrachte ambulante Pflegedienstleistungen kann womöglich der Umzug in ein Pflegeheim hinausgezögert oder sogar ganz vermieden werden. Dies ist auch für die Angehörigen beruhigend, wenn sie ihre älteren Familienmitglieder gut versorgt wissen. Schließlich sind es meistens die Kinder, welche die Entscheidung über den Umzug des Elternteils ins Pflegeheim veranlassen.

In vielen Fällen ist innerhalb der Anlage für Betreutes Wohnen für Pflegebedürftige jedoch gar nicht möglich, dort dauerhaft wohnen zu bleiben. Die Einrichtungen verfügen oft über keine eigene Pflegeabteilung. Externe (ambulante) Pflegedienstleistungen können nur bis zu einem gewissen Grad hinzugebucht werden. Hochgradige Pflegefälle können und / oder wollen einige Betreiber von Betreutem Wohnen nicht in ihrer Anlage haben. Hierzu zählen z.B. bei schwerer Demenz, starker Inkontinenz oder auch nächtlichem Pflegebedarf. Damit erledigt sich bei diesen Anbietern auch der Traum vom dauerhaft eigenständigen Wohnen bei Pflegebedürftigkeit.

Ob die jeweiligen Angebote zum Betreuten Wohnen für Sie oder Ihre Angehörigen geeignet sind, können Sie anhand dieser Checkliste überprüfen.

Checkliste “Betreutes Wohnen”

Bildrechte / Credits: (1) ArtWorked Riad Kanane, Pixabay, (2) Alexandra München “Alexas_Fotos”, Pixabay (3) Credit: USA-Reiseblogger Simon, Pixabay, (4) PublicDomainPictures / 18042, Pixabay.

April 15, 2018

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