ETF

Was sind ETFs?

ETF ist die Abkürzung von Exchange Traded Funds. Zu Deutsch: Börsengehandelte Fonds oder auch Indexfonds. Im Unterschied zum klassischen Investmentfonds gibt es beim ETF keinen Fondsmanager, der nach den interessantesten Wertpapieren Ausschau hält und dadurch versucht, eine bessere Rendite als der Markt zu erzielen. Der ETF versucht einen Index möglichst zu 100% abzubilden. Daher wird diese Produktgattung auch als “passiver” Anlagestil bezeichnet.

Es gibt ETF-Produkte für die bekannten Aktienindizes, z.B. den DAX, den EURO STOXX 50 (50 große europäische Aktien) oder den MSCI World. Es bestehen auch ETFs auf exotischere Märkte, wie den brasilianischen BOVESPA oder den MSCI India. Auch in Anleihen, Edelmetalle oder Rohstoffe kann mittels ETFs investiert werden. Mittlerweile sind alle gängigen Investmentmöglichkeiten über dieses Instrument abgedeckt. In Deutschland stehen aktuell über 1.300 ETFs von 25 verschiedenen Anbietern zur Verfügung. Durch die mittlerweile sehr großen Voluminas der einzelnen ETFs können diese i.d.R. an der Börse im Sekundentakt gehandelt werden.

Geringe Kosten als bei Investmentfonds

Der große Vorteil der ETFs liegt in ihrer sehr kostengünstigen Struktur. Ein ETF auf den DAX wird bereits für eine jährliche Gebühr von 0,08% angeboten (andere ETFs in diesem Segment kosten bis zu 0,16%), in den EURO STOXX 50 kann über den billigsten ETF bereits für nur 0,05% pro Jahr an laufenden Kosten investieren (das teuerste Produkt kostet 0,2% p.a.). Wenn Sie weltweit investieren wollen, dann ist der MSCI World geeignet: passende ETFs gibt es schon zwischen 0,12% und 0,5% an jährlichen Kosten. Wenn Sie dies mit einem aktiv gemanagten Aktienfonds vergleichen bezahlen Sie dort für die Verwaltungsgebühr ohne Probleme 1,0% bis 1,5% mehr.

Bei EFTs auf exotische Indizes können die jährlichen Gebühren auch über 1,0% betragen. Standardtitel erhalten Sie jedoch bereits zwischen ca. 0,1% und 0,25%. Privatanleger kommen über ETFs in den Genuss von Konditionen, die früher nur institutionellen Investoren vorbehalten waren. In den USA geht der Preiskampf mittlerweile soweit, dass Fidelity – einer der größten Anbieter weltweit – einen kostenfreien ETF anbieten. Aufgrund des Wettbewerbs und des wachsenden Volumens ist daher auch in hier mit weiteren Kostensenkungen zu rechnen.

Die Geschichte der ETFs

Bis zur Jahrtausendwende konnten deutsche Bankkunden mit kleineren Anlagebeträgen nur über die klassischen Investmentfonds in Wertpapiere investieren, sofern sie keine Direktinvestments in Aktien oder Anleihen vornehmen wollten. Die Nachteile der Investmentfonds, hohe Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren sowie die Abhängigkeit vom Geschick des Fondsmanagements, ließen sich nicht umgehen.

Im Jahr 2000 nahm die Deutsche Börse den Handel mit Exchange Traded Funds – den „ETF’s“ auf und war damit in Europa Pionier. In den USA war dieses Marktsegment bereits seit Längerem erfolgreich vertreten. Wie so oft kam also auch dieser Finanztrend über den Atlantik nach Europa. Das Volumen ist in den letzten Jahren rasant gewachsen: Experten gehen davon aus, dass europaweit mittlerweile über 700 Milliarden Euro in ETFs investiert sind. Weltweit sollen fast 5 Billionen US-Dollar angelegt sein (insgesamt 6.200 verschiedene ETFs). Die Tendenz ist weiter stark wachsend.

Neue ETF-Trends

In letzter Zeit wurden die so genannten „Smart Beta EFTs“ populäre, z.T. wurden diese auch als „kluge ETFs“ bezeichnet. Im Unterschied zu den ETFs, die versuchen einen Index annähernd zu 100 % abzubilden, investieren die Smart Beta ETFs strategisch. Dies können z.B. Produkte sein, die eine Dividenden-strategie verfolgen. Ebenso gibt es in dieser neuen ETF-Kategorie Produkte, die nur in Wertpapiere abbilden, welche bestimmten ethischen Anforderungen genügen. Smart Betas sind teurer als Index-ETFs, jedoch deutlich günstiger als die vergleichbaren Investmentfonds, die die doppelt oder drei Mal so hohen Verwaltungskosten verrechnen. Der Wettbewerb unter den ETF-Anbietern ist hart, daher ist mit weiteren Produktinnovationen zu rechnen, die wahrscheinlich zu Lasten der klassischen Investmentfonds gehen werden.

Viele Finanzberater bieten keine ETFs an

Sie mögen sich nun vielleicht die Frage stellen, warum Sie noch nie von ETFs gehört haben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Sie sich von einer Bank oder einem freien Anlageberater betreuen lassen. Da die ETF-Gebühren niedrig sind und auch kein Ausgabeaufschlag zu bezahlen ist, verdient der Vertrieb daran nichts. Ihr Anlageberater wird Ihnen natürlich die negativen Aspekte der ETFs anführen, weshalb sie besser in klassische Investmentfonds investieren sollten.

Es ist ein regelrechter Kampf zwischen den Befürwortern und Gegnern der ETFs entstanden. Doch was ist nun besser? Lesen Sie hier über den Vergleich zwischen ETFs und klassischen Investmentfonds.

ProduktnameBewertungAnmerkungen
Fazit: ETFs sind vergleichbar mit Vor- und Nachteilen wie bei Fonds, nur dass sie günstiger sind.
Volatilität---Abhängig von der Ausgestaltung des ETFs.
SicherheitIm Insolvenzfall steht das eingesetzte Kapital als Sondervermögen außerhalb der Konkursmasse. Das Verlustrisiko des Fonds selbst hängt ebenfalls von den Zielprodukten ab.
Rendite---Abhängig von den Zielprodukten.
LiquiditätDie meisten ETFs können jederzeit an der Börse gehandelt werden.
KostenEs gibt keine günstigere Möglichkeit, ein breit gestreutes Wertpapiervermögen anzulegen.
ÜbertragbarkeitKeine Probleme, Depotüberträge können sich auch mal hinziehen.
AufwandÜberschaubar, der ETF bildet den hinterlegten Index nahe 100% ab.
VerständlichkeitBasiswissen für Wertpapiere ist erforderlich.

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April 25, 2019

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