Fehler in der Finanzplanung – Teil 2: Keine oder eine falsche Vertretungsregelung haben

Mit einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung unterstützen Sie Ihre Angehörigen.

Mit einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung stellen Sie sicher, dass Ihre Interessen durchgesetzt werden können, wenn Sie selbst nicht mehr dazu in der Lage sind. Credit: Pixabay.

Im Geschäftsleben ist zumeist klar geregelt, wer im Fall von Abwesenheit (z.B. bei Krankheit) als Vertreter fungiert und damit wichtige Entscheidungen treffen kann, die zur Fortführung des operativen Geschäfts notwendig sind. Im Privatleben hingegen ist es alles andere als selbstverständlich, dass entsprechende Vertretungsregelungen festgelegt sind. Dies ist für längere Abwesenheiten sinnvoll (z.B. längerer Urlaub) und erst recht im Fall von schwerer Krankheit oder auch bei einem Unfall dringend notwendig.

Wenn auch der Anteil der Menschen anstieg, die eine entsprechende Vertretungsregelung erstellt haben ist vielen dabei nicht klar, worin die Unterschiede zwischen den einzelnen Möglichkeiten liegen. Die geläufigsten Formen sind dabei die General- und Vorsorgevollmacht, sowie die Betreuungs- und Patientenverfügung. Letztere ist dabei für die meisten am besten abzugrenzen. In der Patientenverfügung wird geregelt, welche medizinischen Behandlungen gewünscht bzw. nicht gewünscht sind, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist, den eigenen Willen zu äußern.

Der Unterschied zwischen einer Vorsorgevollmacht und einer Betreuungsverfügung ist hingegen schon schwieriger zu verstehen. Eine Vorsorgevollmacht unterteilt sich in zwei Bereiche: die persönliche und die finanzielle Vertretungsregelung. Die im persönlichen Teil bevollmächtigte Person kümmert sich um Angelegenheit wie Unterbringung (z.B. Pflegeheim) oder die medizinische Versorgung. Der finanzielle Teil umfasst die Verwaltung der Geldgeschäfte.

Die Betreuungsverfügung hingegen ist eine Empfehlung an das zuständige Gericht, wer im Falle einer Betreuungsanordnung als Betreuer ernannte werden sollte. Ebenfalls ist der umgekehrte Fall möglich, indem Personen ausgeschlossen werden, die keinesfalls als Betreuer agieren sollen. Sofern keine schwerwiegenden Gründe dagegen sprechen wird das Gericht i.d.R. dieser Empfehlung folgen.

Problematisch ist, dass die zum Betreuer bestellte Person mit weitaus weniger Kompetenzen ausgestattet ist als der Bevollmächtigte. Der Betreuer muss sich auch immer wieder mit dem Gericht abstimmen, z.B. zur Rechnungslegung. Der Aufwand für den Betreuer ist daher ungleich höher. Sollte keine Betreuungsverfügung vorliegen und auch keine Person im nahen Umfeld des zu Betreuenden sein, die diese Tätigkeit übernehmen möchte, wird das Gericht einen Berufsbetreuer beauftragen. Erfahrungsgemäß wird dieser die zu betreuende Person mehr verwalten als sich aktiv um sie kümmern, wie es z.B. ein mit Vollmacht ausgestattetes Familienmitglied oder ein guter Freund wahrscheinlich tun würde. Auch wird der Berufsbetreuer für seine Tätigkeit aus dem Vermögen der zu betreuenden Person bezahlt werden.

Der Vorteil der Betreuungsverfügung liegt in der gerichtlichen Überwachung. Missbrauch ist damit schwieriger möglich, als bei der mit umfangreichen Kompetenzen ausgestatteten Vorsorgevollmacht. Diese lässt sich jedoch auch mit entsprechenden Regelungen im Innen- bzw. Außenverhältnis auch einschränken.

Die Unterschiede zwischen Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung sind also weitgreifend. Die Betreuungsverfügung ist besser als keine Regelung zu haben. In Ihrem und im Interesse der Person, die sich einmal um sie kümmern soll, ist jedoch eine Vorsorgevollmacht weitaus besser.

August 12, 2018

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