Fehler in der Finanzplanung – Teil 3: Die Steuer nicht beachten

Ruheständler müssen bei der Planung ihrer Finanzen die Steuern beachten. Quelle: Pixabay.

„Ich muss doch keine Steuererklärung mehr abgeben“, denken viele Ruheständler. Doch die Zahl der Rentner die eine Steuererklärung abgeben müssen steigt immer weiter an. Wer den Grundfreibetrag (2017: EUR 8.820) überschreitet, muss eine Steuererklärung abgeben, auch wenn keine dem Lohnsteuerabzug unterliegenden Einkünfte erzielt hat. Jedoch kommt es auch darauf an, wann der Renteneintritt stattgefunden hat. Der Anteil des zu versteuernden Rentenanteils steigt jährlich an, bis ab dem Jahr 2040 100% zu versteuern sind. Eben auch aus diesem Grund erhöht sich der Anteil der Rentner ständig, die eine Steuererklärung abgeben müssen.

Neben der lästigen Steuererklärung mindert natürlich auch die Steuer das zur Verfügung stehende Einkommen. Dies muss natürlich bei der Planung berücksichtigt werden. Künftige Rentenbezüge werden gedanklich oft fälschlicherweise brutto für netto in der Planung berücksichtigt. Die zu zahlende Steuer wird dabei vergessen. Ein fataler Fehler, schließlich steht dieser Betrag nicht mehr zur Finanzierung des Lebensunterhalt zur Verfügung.

Auch bei Zinszahlungen muss beachtet werden, dass diese der Steuer unterliegen. Momentan greift die 25%ige Abgeltungsteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass dieser Satz in der laufenden Legislaturperiode noch erhöht wird. Ruheständler mit geringem Einkommen können sich hiervon jedoch mittels einer „NV-Bescheinigung“ (Nicht-Veranlagungsbescheinigung) befreien lassen. Diese wird – innerhalb der vorgegebenen Einkommensgrenzen – vom Finanzamt immer für den Zeitraum von drei Jahren erteilt.

Im Hinblick auf die Vermögensnachfolgeplanung muss beachtet werden, dass der Empfänger Schenkung- bzw. Erbschaftsteuer bezahlt werden muss. Zwar greifen hier Freibeträge, jedoch müssen darüber hinausgehende Vermögenswerte versteuert werden, und zwar zeitnah nach Erhalt der Schenkung oder des Erbes. Wenn nun illiquide Vermögenswerte – z.B. Immobilien – auf die nächste Generation übertragen werden, muss die Steuer aus dem Barvermögen beglichen werden. Reicht dieses nicht aus,  müssen zumindest Teile des illiquiden Bestands umgehend veräußert werden um die Steuerschuld auszugleichen. Erfahrungsgemäß führt ein solcher Hau-Ruck-Verkauf zu einem schlechteren Erlös.

Berücksichtigen Sie daher in jedem Fall die Steuer in Ihrer Finanzplanung proaktiv!

August 13, 2018

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