Fehler in der Finanzplanung – Teil 4: Pflegefinanzierung nicht berücksichtigen

Neben der Pflegeleistung müssen auch Unterkunft, Verpflegung und Investitionsrücklagen bezahlt werden.

Der monatliche Eigenanteil für die Unterbringung im Pflegeheim beträgt ungefähr EUR 1.700. Credit: Pixabay.

Das Bundesgesundheitsministerium hat errechnet, dass der Pflege-Eigenanteil bei einer stationären Unterbringung durchschnittlich rund EUR 760 kostet. Allerdings sind damit noch nicht die Unterkunft und die Verpflegung bezahlt. Hinzu kommen auch noch die so genannten „Investitionskosten“. Damit werden die Pflegeheime renoviert oder neue Anschaffungen getätigt.

Man kann diese Kalkulation durchaus mit dem Preis für eine Übernachtung im Hotel vergleichen, nur dass die Unterbringung im Heim zumeist von Dauer ist. Zur Orientierung: als selbst zu zahlenden Gesamtbetrag können – abhängig von der Ausstattung und Lage des Heims – ca. EUR 1.700 pro Monat veranschlagt werden. Dieser Betrag kann aber z.T. deutlich abweichen. Erkundigen Sie sich bei Ihren lokalen Anbietern, wie hoch die Kosten dort sind.

Bei ambulanter Pflege sind die Kosten für Unterkunft und Verpflegung nicht an den Pflegedienst zu bezahlen. In Form von Miete für die eigene Wohnung (bzw. Unterhaltskosten bei Immobilienbesitzern) und Einkäufe für den Lebensunterhalt müssen Sie natürlich trotzdem tragen.

Pflegefinanzierung kann das eigene Vermögen auffressen

Wer nun keine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hat, muss die Kosten für die Pflege aus der eigenen Tasche bezahlen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Pflegeheim beträgt zweieinhalb Jahre, wobei Frauen mit drei Jahren dort deutlich länger leben als Männer. Wenn diese durchschnittliche Aufenthaltsdauer von rund 30 Monaten auf die laufenden selbstzutragenden monatlichen Kosten von EUR 1.700 umgelegt wird, ergibt sich ein Gesamtbetrag von EUR 51.000. Bei der Aufenthaltsdauer von Frauen steigt die Gesamtsumme schon auf EUR 61.200 an. Ungefähr 15% der Heimbewohner sind sogar sechs Jahre oder länger dort untergebracht und müssen dafür über EUR 122.000 selbst bezahlen.

Sie sehen, der Eigenanteil zur Pflegefinanzierung kann ohne Probleme gravierende Ausmaße annehmen. Wer den Wunsch hat, seinen Kinder später einmal noch ein Erbe zu hinterlassen (…und sie geschweige denn nicht mit Elternunterhalt zu belasten….), der ist gut beraten, die Pflegefinanzierung rechtzeitig in seine Finanzplanung mit einzubauen. Sei es durch den rechtzeitigen Abschluss einer Pflege(zusatz)versicherung oder ein entsprechend strukturiertes Vermögen mit regelmäßigen Ausschüttungen, z.B. in Form einer Vermögensverwaltung. Dass Immobilienvermögen dazu oft nicht die passende Form ist, lesen Sie in einem anderen Beitrag.

August 14, 2018

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