Fehler in der Finanzplanung – Teil 1: Kein bzw. ein altes Testament haben

Es reicht nicht aus, sich auf die gesetzliche Erbfolge zu verlassen

Ein Testament muss regelmäßig überprüft werden. Credit: Pixabay.

Wenn Sie kein Testament haben greift die gesetzliche Erbfolge. Diese ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt und wurde so konzipiert, dass sie möglichst vielen Fällen gerecht wird. Aber eben nicht allen. Solange Sie in klassischen Familienstrukturen – verheiratet mit Kind(ern) –  leben und nur Ihren Partner und Ihre Nachkommen im Nachlass berücksichtigten wollen, ist die gesetzliche Erbfolge in Ordnung.

Sobald jedoch bestimmte dieser engen Familienmitglieder unterschiedlich – oder auch gar nicht – bedacht werden sollen, tut ein Testament unbedingt Not. Dies gilt auch für Unternehmer, Eltern von minderjährigen Kindern oder Geschiedene. Aber auch bei kinderlosen Paaren oder Alleinstehenden ist es empfehlenswert, zumindest zu prüfen, ob die Gesetzliche Erbfolge zum gewünschten Ergebnis führt.

Und auch wenn Sie jetzt denken, ich habe doch bereits ein Testament, so sollte dieses regelmäßig auf Aktualität hin geprüft werden. Der Klassiker hierbei ist das „Berliner Testament“: es ist für Menschen im zweiten Lebensdrittel mit minderjährigen Kindern ein gutes Instrument, um den überlebenden Partner abzusichern. Sind die Kinder jedoch selbstständig geworden und der Partner auch finanziell abgesichert sollte unbedingt geprüft werden, ob eine direkte Erbeinsetzung der Kinder nicht deutliche steuerliche Vorteile mit sich bringt. Warten Sie damit auch nicht zu lange: eine „gegenseitiges Testament“ (wozu die Berliner Variante zählt), kann nur geändert werden, solange beide Partner noch leben. Ist einer davon verstorben hat das Testament Bindungswirkung und kann nicht mehr abgeändert werden.

Wenn Sie sich nun fragen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um ein Testament zu erstellen oder ein altes überprüfen zu lassen, dann lässt sich diese Frage recht einfach beantworten: Jetzt. Schieben Sie dies nicht von sich fort, auch wenn es – zugegeben – unangenehm ist, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen. Ich kann Ihnen aber bestätigten, dass wir fast alle meine Kunden ein gutes Gefühl haben, wenn Sie wissen, alles nach ihren Wünschen und Vorstellung geregelt zu haben.

Wichtiger Hinweis: lassen Sie sich zur Erstellung eines Testaments auf jeden Fall von einem Notar oder Fachanwalt für Erbrecht beraten. Ich darf rechtlich nicht beraten, weiß aber um die Probleme aus der Praxis, wenn die Vermögensnachfolge nicht geregelt ist. Hierdurch drohen Verlust von Vermögenswerten, Ärger und Streit in der Familie oder auch das Risiko, dass das Erbe nicht bei den Menschen landet, die Sie hierfür vorgesehen haben.

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