Finden Sie die beste Bank für sich

Wie finde ich die beste Bank für mich

Wie finde ich die beste Bank für mich

Viele Deutsche sind langjährige Kunden ihrer Bank

Viele Deutsche sind Ihrer Bank gegenüber sehr loyal, gerade beim Girokonto. Aber auch bei anderen Produkten wird nach dem Abschluss nur noch selten nach anderen Angeboten Ausschau gehalten. Eine Bankverbindung hält oft länger als so manche Ehe. Und das oft aus reiner Bequemlichkeit. Ähnlich wie auch bei Strom- oder Versicherungsverträgen sollte auch bei Bankprodukten regelmäßig überprüft werden, ob es noch bessere Alternativen gibt. In diesem Blogartikel stelle ich Ihnen vor, worauf es bei der Auswahl der besten Bank für Sie ankommt.

Ich werde künftig auch regelmäßig über meine Praxiserfahrungen mit Banken berichten.

Auf Mindestgröße achten

Achten Sie bei der Auswahl Ihres Bankpartners darauf, dass dieser über eine gewisse Mindestgröße an Bilanzsumme, betreutem Kundenvolumen und gut ausgebildetem Fachpersonal verfügt. Bei Banken mit einer Bilanzsumme von weniger als 500 Millionen Euro ist die Gefahr groß, dass diese in den nächsten Jahren mit einer anderen Bank fusioniert werden. Dies könnte für Sie als Kunde einer dieser Bank bedeuten, dass Ihr Kundenberater nicht mehr Ihr Ansprechpartner ist, Ihre Produkte nicht mehr in der bisherigen Form bestehen oder die Preise angehoben werden. All dies muss nicht passieren, die Gefahr ist jedoch da. Eine Bankenfusion wird – entgegen der schön geschriebenen Marketingaussagen – nie zum Wohle der Kunden durchgeführt. Sie ist schlichtweg eine Notwendigkeit, um im harten Wettbewerbsumfeld bestehen zu können.

Eine geringe Bilanzsumme muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass es sich um eine Bank mit schlechtem Angebot handelt. Sofern sich das Kreditinstitut auf die Vermögensverwaltung (oder auch Anlageberatung) spezialisiert hat, kann die Bilanzsumme geringer ausfallen, da die Wertpapier-Anlagen der Kunden hier nicht miteingerechnet werden. Eine andere wichtige Größe ist deshalb die Summe des betreuten Wertpapiervolumens. Wenn ein Anbieter über eine Milliarde Euro verwaltet, ist das schon eine Hausnummer. Die Bank gehört dann bei Weitem noch nicht zu den Großanbietern, aber sie wird wahrscheinlich über eine entsprechende Personalausstattung verfügen, die es ermöglicht Ihnen eine gute Dienstleistung zu bieten.

Private Banking oft nur Werbeaussage

Auch die Anzahl der Berater ist wichtig. In der heutigen Zeit schmückt sich so gut wie jede Wald- und Wiesenbank damit, ein eigenes Private Banking zu haben. Wenn man jedoch genauer hinsieht, sind in dieser Abteilung eine Führungskraft, zwei Berater und eine Servicekraft beschäftigt. Wenn nun einer der Berater kündigt, der andere im Urlaub ist und der dritte  erkrankt, ist schon niemand mehr da, der Sie im Falle eines Börsencrashs anruft und Sie berät, was nun am besten zu tun ist. Experten, die sich auf die speziellen Bedürfnisse von Ruheständlern konzentrieren: Fehlanzeige! Spezialisten, die permanent den Markt nach den besten Angeboten untersuchen oder sich Gedanken um die besten Anlagestrategien für Ihr Geld machen werden ebenfalls vergeblich gesucht. Verkauft werden in diesen „Private-Banking-Abteilungen“ die Produkte des eigenen Bankensektors auf Basis der Empfehlungen des Spitzeninstituts. Qualität sieht anders aus.

Größe allein ist kein Qualitätsmerkmal, ganz klar. Kleine, spezialisierte Häuser mit einem klaren Kundenfokus sind oftmals schlagkräftiger und bieten besseren Service als Großbanken, die nur aus der Zentrale gesteuert werden. Eine Mindestgröße an fachlich hoch qualifiziertem Personal ist daher erforderlich, ansonsten ist die Bezeichnung „Private Banking“ nur hübsche Verpackung mit mickrigem Inhalt. Eine Bank mit weniger als zehn kompetenten Beratern bzw. Portfoliomanagern sollten Sie daher nicht auswählen. Von besonderer Bedeutung ist auch, dass der Anbieter nicht nur hauseigene Angebote verkauft sondern eine neutrale und unabhängige Produktpalette offeriert.

Geschäftsberichte lesen

Geschäftsberichte geben Einblick über die Stabilität der Bank

Auch wenn es mühsam ist: erkundigen Sie sich über die Stabilität Ihrer Bank.

Werfen Sie außerdem auch einen Blick in die letzten Geschäftsberichte, ob die Bank Gewinn erzielt und über eine Eigenkapitalquote von über 8% verfügt. Es mag Ihnen widerstreben, dass die Bank durch das Anlegen Ihres Geldes Gewinn erzielt. Sofern dieser Überschuss jedoch nicht ausufert, ist dies vollkommen in Ordnung. Schließlich wird dadurch sichergestellt, dass die (hoffentlich) hochwertig erbrachte Dienstleistung auch noch in Zukunft in der gleichen Qualität geleistet werden kann. Oder wollen Sie bei einem Kreditinstitut Kunde sein, das schlecht wirtschaftet und kurz vor der Pleite steht?

Die Eigenkapitalquote (genauer gesagt, die „reale harte Kapitalquote“) von mindestens 8% ist gesetzlich vorgeschrieben. Die EZB führt regelmäßig sogenannte „Stresstests“ durch. Dabei werden Krisenszenarien simuliert und überprüft, wie die einzelnen Banken in der Lage sind, eine solche Situation (wie z.B. die Finanzkrise ab 2007) zu überstehen. Kreditinstitute, die nur eine geringe Eigenkapitalquote aufweisen sind eher gefährdet, in solchen Krisenphase in die Insolvenz zu schlittern, als eine Bank mit hoher Eigenkapitalaustattung. Was passiert, wenn eine Bank Pleite geht, habe ich schon an anderer Stelle beschrieben. Aber auch bei einer Bank mit einer guten Eigenkapitalausstattung sollten Sie darauf achten, dass keine Negativzinsen verrechnet werden.

Zu Besuch beim Bankberater

Ein Beratungsgespräch zu Finanzen ist nicht jedermanns Sache: Die Berater versuchen sich mit Fachbegriffen zu profilieren und die empfohlenen Produkte sind oft schwer verständlich. Manche Menschen sind daher schnell überfordert und vertrauen dem Bankmitarbeiter einfach, ohne das Angebot wirklich konkret überprüft zu haben. Um Ihnen die Gespräche mit Ihrem Berater etwas zu erleichtern habe ich noch einige Tipps für den nächsten Banktermin für Sie zusammengestellt.

  • Nehmen Sie eine Vertrauensperson mit zum Beratungsgespräch. Vier Augen und Ohren sehen bzw. hören mehr als zwei. Das ist gerade im Erstgespräch wichtig, weil Sie viele neue Informationen erhalten werden. Der eine nimmt Dinge wahr, die der andere nicht bemerkt hat. Im Zweifelsfall kann die zweite Person auch Dinge bezeugen, die in einem Beratungsprotokoll nicht festgehalten wurden.
  • Machen Sie sich Notizen: Ihnen fällt es dadurch leichter, sich an Dinge zu erinnern. Außerdem ist dies schon eine gute Grundlage für Ihr nächstes Gespräch mit diesem Berater. Auch der Berater merkt, dass Sie aufmerksam sind. Er wird sich daher gut überlegen, Ihnen etwas „schön zu reden“, da er davon ausgehen muss, hiermit anhand einer Mitschrift wieder konfrontiert zu werden.
  • Vertrauen Sie keinem Berater blind. Auch wenn dieser noch so gut sein mag, holen Sie hin und wieder Vergleichsangebote ein und sprechen Sie hierüber auch mit Ihrem Betreuer. Konkurrenz belebt das Geschäft und Ihr Berater wird sich deswegen sicher nicht weniger um Sie bemühen.
  • Werden Sie skeptisch, wenn Ihnen der Berater ein Angebot vorstellt, dass sich fantastisch anhört. In der Vermögensanlage gilt: je höher die Rendite, umso höher das Risiko! An diesem Grundsatz ändert sich nichts. Sollte ein Berater tatsächlich die oft zitierte „eierlegende Woll-Milch-Sau“ entdeckt haben würde er es nicht notwendig haben, durch Beratung Geld zu verdienen. Stattdessen würde er wohl von den Erträgen seiner Anlage hervorragend leben und an der Copacabana das süße Leben genießen.
  • Fragen Sie nach, wenn Sie die Dinge nicht verstehen, die Ihnen Ihr Berater erklärt. Im Zweifelsfall schließen Sie lieber nichts ab als etwas zu kaufen, dass Sie nicht nachvollziehen können.

Woran Sie einen guten Bankberater erkennen

Woran Sie einen guten Bankberater erkennen

Anhand weniger Punkte können Sie feststellen, ob ein Berater für Sie gut geeignet ist

Achten Sie Sie bei Ihrem Berater auch auf seine Ausbildung. Ein BWL-Studium oder eine Ausbildung zum Bank- oder Versicherungskaufmann reicht für eine normale Anlageberatung aus. Wenn es jedoch um eine deutlich komplexere Ruhestands- und Vermögensnachfolgeplanung geht, sollte der Berater eine hochwertige Zusatzausbildung absolviert haben und entsprechende Praxiserfahrung besitzen. Außerdem ist es notwendig, dass der Berater über ein umfassendes hochwertiges Netzwerk verfügt, denn er kann unmöglich alle Spezialgebiete selbst abdecken. Zu empfehlen sind hier ausgebildete Finanzplaner, Generationen- oder Vermögensnachfolgeplaner.

Eine schwierige Situation ist auch, wenn Ihr langjähriger Bankberater geht. Wechselt er den Arbeitsplatz, können Sie Ihre Bankverbindung noch zu seinem neuen Arbeitgeber verlagern (mal vorausgesetzt, das Angebot ist dort zumindest genauso gut, wie bei der bisherigen Bank). Tritt er aber seinen wohlverdienten Ruhestand an, werden Sie einen neuen Berater als Ansprechpartner bekommen. Die langjährigen Kunden finden dies zumeist nicht gut, gerade wenn die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Banker über lange Jahre hinweg vertrauensvoll war. Ein guter Berater begleitet seine Kunden über Jahrzehnte hinweg, manchmal sind dabei sogar Freundschaften entstanden. Er kennt den Kunden und die Familie, hat sich mit über Geburten gefreut, die Baufinanzierung für den Hauskauf gerechnet oder auch geholfen den Nachlass beim Tod eines Familienmitglieds zu regeln.

Wenn der junge Berater nun in den Augen des Kunden ein Schnösel ist, der selbstbewusst im edlen Zwirn auftritt und die Beratungsleistung des Vorgängers schlecht dastehen lässt sind Kunden gut beraten, sich über eine neue Bankverbindung Gedanken zu machen. Unabhängig davon fällt es jungen Menschen oft schwer, sich in Ältere hineinzuversetzen. Wie sollen sie auch nachvollziehen können, was es bedeutet, Angst vor dem älter werden zu haben, vor Krankheit, Einsamkeit oder auch vom Tod des Partners. Diese Themen beschäftigen die Jungen wenig, daher fällt es ihnen schwer, empathisch auf Kunden über 60 Jahren einzuwirken. Alte Kunden sind auch bei Beratern oft nicht so gerne gesehen, da sie länger zum Überlegen brauchen und ein größeres Sicherheitsbedürfnis haben. Komplexere Produkte mit hohen Margen zu verkaufen ist hier nicht immer so einfach.

Der von mir sehr geschätzte Entertainer Harald Schmidt hat gesagt: „wer die Alten nicht mag, der soll sich jung aufhängen“. Hier ist viel Wahres dran. Ich habe die Einstellung, dass jeder Berater die Kunden bekommt, die er verdient. Ich freue mich daher, dass der Großteil meiner Kunden sehr sympathische Menschen sind, mit denen es auch Spaß macht, sich bei einem Kaffee über den letzten Urlaub und alle möglichen andere Dinge sich zu unterhalten. Wenn Sie aber den Eindruck haben, dass Ihr Berater kein wirkliches Interesse hat, sich auf Sie einzulassen, dann sollten Sie auch das Gespräch mit seinem Vorgesetzten führen. Dies soll auch gar nicht im Sinn einer Beschwerde vorgetragen werden.

Sagen Sie einfach, dass Sie gerne einen anderen Ansprechpartner hätten, der auch entsprechende Kompetenzen mit lebenserfahrenen Kunden hat. Reagiert der Vorgesetzte hierauf nicht und Sie bekommen keinen zu Ihnen passenden neuen Ansprechpartner sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, eine neue Bankverbindung zu suchen. Details finden Sie auch hier zum Download: Checkliste Finanzpartner finden

Was ich Ihnen besonders noch ans Herz legen möchte ist der Punkt, ob der Berater Sie auch außerhalb der Bankräumlichkeit, z.B. bei Ihnen zuhause, besucht und berät. Dies ist guter Service, der für Sie Zeit und Aufwand spart.


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Mai 15, 2019

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