Immobilienfonds

Was sind Immobilienfonds?

Immobilienfonds sollten bei konservativen Anlagen beigemischt werden

Immobilienfonds eignen sich für Anleger, die eine planbare Rendite ohne große Wertschwankungen erzielen wollen

Immobilienfonds sind die Investmentfonds, die mindestens 51% des verwalteten Vermögens in bebaute oder unbebaute Grundstücke investieren müssen. In der Regel werden große Immobilien erworben, die für wohnwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke verwendet werden. Büro- oder Gewerbeimmobilien eignen sich dafür besser als der Kauf von einzelnen Wohnungen oder Einfamilienhäusern. Mindestens 5% müssen in liquiden Mitteln gehalten werden, maximal 30% dürfen in Fremdwährungen investiert werden.

Probleme in der Finanzkrise

Diese Gattung ist vor zehn Jahren in Verruf gekommen: in der Finanzkrise wollten viele Anleger ihre Anteile an Immobilienfonds schnell verkaufen. Das Problem der Fondsmanager war dabei, dass Immobilien nicht eben mal verkauft werden können, wenn Anteilseigner ihr Geld kurzfristig zurückfordern. Das in Immofonds angelegte Geld war natürlich zum Großteil investiert und lag nicht brach auf Konten herum. Die Fonds wurden deshalb z.T. geschlossen und so manche vor der Finanzkrise 2008 teuer erworbene Immobilie mit entsprechenden Kursverlusten verkauft. Die Verärgerung der Anleger darüber war groß, bei einigen Produkten ist das eingesetzte Kapital bis heute nicht vollständig zurückbezahlt worden.

Einschränkungen bei Verkäufen

Der Gesetzgeber hat hier richtig reagiert und die Verkäufe von offenen Immobilienfonds in der Folge reglementiert. Unterschieden wird bei diesen Einschränkungen, ob das Produkt vor oder nach dem 22.07.2013 erworben wurde. Wir betrachten hier nur die Variante, dass der Kauf nach diesem Termin erfolgt ist. Die Fondsanteile müssen seitdem vor der Rückgabe an die Fondsgesellschaft mindestens zwei Jahre gehalten werden. Auch müssen Anteilseigner mit einem Jahr Vorlauf erklären, dass sie die Position verkaufen möchten.

Immobilienfonds nicht immer erhältlich

Es ist nicht immer möglich, Immobilienfonds zu kaufen

Immobilienfonds sind momentan gefragt und nicht immer erhältlich

Hinzu kommt, dass die Fonds nur dann frisches Geld von Anlegern einsammeln dürfen, solange dieses Kapital noch gut in neue Immobilien investiert werden kann. Dies geschieht momentan relativ häufig, da sich die offenen Immobilienfonds wieder großer Beliebtheit erfreuen. Erkundigen Sie sich Interesse bei Ihrer Bank, welche Möglichkeiten vorhanden sind. Eine Möglichkeit das Kaufverbot zu umgehen könnte sein, dass Sie nicht als Einmalanlage, sondern über einen monatlichen Sparplan einsteigen. Die Raten des Sparplans können (sofern die Bank diese Möglichkeit zulässt) auch entsprechend hoch sein (z.B. statt einmalig EUR 12.000 anlegen eben ein Jahr lang monatlich EUR 1.000 ansparen).

Der Fonds kann für Verkäufe vorübergehend komplett geschlossen werden. Dies wird geschehen, wenn wieder mehr Anleger Kapital abziehen möchten als der Fondsmanager Immobilien zu vernünftigen Preisen veräußern kann. Dieses Risiko halte ich aktuell für überschaubar, was sich jedoch ändern kann, siehe die letzte Finanzkrise. Alternativ stünde noch der Verkauf über die Börse (statt über die Fondsgesellschaft) offen, womöglich jedoch mit Kursabschlägen.

Stabile Rendite erwartet

Im aktuellen Marktumfeld lässt sich mit offenen Immobilienfonds relativ stabil eine Rendite von zwei bis zweieinhalb Prozent erzielen. Große Schwankungen im Preis sind dabei nicht zu erwarten. Die Produkte kosten eine laufende Gebühr von durchschnittlich einem guten Prozent, diese sind aber in den genannten Renditeerwartungen bereits enthalten. Hinzu kommt ein Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent, den Sie jedoch unbedingt nachverhandeln sollten.

Für mich sind offene Immobilienfonds ein gutes Instrument zur Geldanlage im Ruhestand. Mit der Renditeerwartung sollten Sie die Inflation ausgleichen können und vielleicht sogar einen leichten realen Vermögenszuwachs generieren. Falls Ihre Bank Auszahlpläne mit diesen Produkten anbieten wäre dies ein geeignetes Werkzeug, um Rente oder Pension in der gewünschten Höhe aufzustocken.

 

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