Produktneutralität

Ein wesentlicher Punkt in der Auswahl des richtigen Finanzpartners ist die Produktneutralität. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Bank darauf, dass sie nicht nur hauseigene Produkte vertreibt, sondern eine neutrale Produktpalette anbietet, bzw. grundsätzlich den Zugang zu einem breiten Produktuniversum bietet. Dass dies für Anleger wichtig ist, haben auch die Marketingspezialisten der Finanzdienstleister erkannt. Oftmals positioniert sich der Anbieter als produktneutral, wenn neben den eigenen Angeboten (bzw. denen des eigenen Firmenverbundes) auch ein paar Fremdprodukte beigemischt werden. In der Regel ist dies jedoch eine Mogelpackung. Kunden wird dabei erklärt, dass immer dann Fremdprodukte angeboten werden, sobald diese besser als das eigene Sortiment sind. In der Praxis werden jedoch überwiegend die eigenen Produkte verkauft, ganz einfach, weil hier der Ertrag deutlich höher als bei Konkurrenzprodukten ist.

Typische Beispiele hierfür sind die Genossenschaftsbanken und Sparkassen, aber auch bei Großbanken wird dies häufig so gehandhabt. Ich stelle jedoch auch fest, dass es gerade bei Volks- und Raiffeisenbanken Vorstände gibt, die Wert auf eine objektivere Beratung wertlegen und auch Fremdprodukte anbieten. Fragen Sie also bei Ihrem Berater nach. Um das Beispiel des Hausarztes aufzugreifen: würden Sie sich bei dem Allgemeinmediziner Ihres Vertrauens noch wohlfühlen, wenn Ihnen dieser eröffnet, nun nur mit einem Pharmaunternehmen zusammenzuarbeiten, weil er von diesem höhere Provisionen bekommt, wenn er nur noch dessen Medikamente verschreibt? Ziemlich sicher werden Sie nun mit „nein“ antworten, was auch vollkommen richtig ist. Ähnlich ist das auch mit Ihrer Bank oder Versicherung, wenn nicht die besten Produkte aller Hersteller am Markt ausgewählt, sondern nur die hauseigenen Produkte verkauft werden, weil damit am besten verdient wird.

Mai 15, 2019

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