Unternehmerische Beteiligungen

Was sind Unternehmerische Beteiligungen?

Ruheständler sollten nicht in unternehmerische Beteiligungen investieren

Schiffe sind eine gängige unternehmerische Beteiligung

Als unternehmerische Beteiligung (auch als „Geschlossene Fonds“ bezeichnet) werden direkte Beteiligung an Wirtschaftsgütern verstanden, z.B. Containern, Windparks oder auch große gewerbliche Immobilien. Dazu wird meistens das Vehikel einer Kommanditgesellschaft benutzt, wobei die Kapitalanleger in der Form eines Kommanditisten eintreten. Dies kann als passives Investment gesehen werden, eine aktive Teilnahme an der Geschäftsführung findet nicht statt, wohl aber am wirtschaftlichen Erfolg in Form von Gewinnausschüttungen (wenn diese denn eintreten). Allerdings sind die Geldgeber auch bei einer schlechten Entwicklung beteiligt, was bis zum Totalverlust führen kann.

Zuletzt waren in der Presse zwei typische Beispiele zu lesen: einmal handelte es sich um Investments in Industriecontainer, im anderen Fall um eine Beteiligung an Großraumflugzeugen. Der Betreiber der Container konnte seine Produkte nicht mehr vermieten, an den Großraumflugzeugen hatte keine Luftfahrtgesellschaft mehr Interesse, sie werden nun in Einzelteile zerlegt und verkauft. Der gelackmeierte ist der Anleger, der nun auf seinen Verlusten sitzenbleibt. Die Initiatoren der Fonds haben während der regulären Laufzeit kräftig an den hohen Gebühren verdient.

Nicht für die Geldanlage im Ruhestand geeignet

Unternehmerische Beteiligungen wurden mit Steuervorteilen verkauft

Viele Anleger haben mit Windparks Geld verloren

Ich warne davor, im Alter von 60 Jahren oder darüber noch in eine unternehmerische Beteiligung zu investieren. Die meisten dieser Produkte halten ihre Renditeprognosen nicht ein, ggf. Entstehen sogar Verluste. Außerdem sind die Produkte zumeist mit sehr langen Laufzeiten ausgestattet, Verkäufe sind – wenn überhaupt – nur mit Verlusten über den „Zweitmarkt“ möglich. Anleger lassen sich bei diesen Produkten häufig von Steuersparmodellen und hohen „Ausschüttungen“ blenden. Sie sollten niemals ein Produkt kaufen, nur weil es eine hohe Steuerersparnis zu haben scheint. Zwischen den Begriffen „Rendite“ und „Ausschüttung“ besteht ein sehr großer Unterschied. Laien verwechseln dies häufig und lassen sich daher bei Verkaufsgespräch zu unternehmerischen Beteiligung oft täuschen.

Aufgrund hoher Risiken nicht empfehlenswert

Ebenfalls sollten Sie auch in nichts investieren, worin Sie keine Fachkompetenz haben. Und dies wird bei den meisten Menschen bei Anlagen in Schiffe, Computerspiele oder Flugsimulatoren der Fall sein. Tun Sie sich den Gefallen, und legen Sie deshalb Ihr Kapital nicht in unternehmerischen Beteiligungen an, auch wenn die Werbeaussagen noch so verlockend sind.

ProduktnameBewertungAnmerkungen
Fazit: Für eine Anlage im Ruhestand definitiv ungeeignet.
VolatilitätDer Markt ist intransparent und daher auch die Volatilität schwierig messbar, maximal am überschaubaren Zweitmarkt.
SicherheitSie sind mit dieser Anlage Unternehmer und müssen den Totalverlust einkalkulieren.
RenditeDie meisten Produkte halten die Renditeversprechungen nicht oder erzielen sogar negative Ergebnisse.
Liquidität---Meistens schlecht.
KostenHohe Kosten von über 5% sind keine Seltenheit.
ÜbertragbarkeitDie Umschreibung der Kommanditanteile kann sich hinziehen.
AufwandNach einmaligem Abschluss hält sich der Aufwand in Grenzen. Außer der Fonds gerät in Schieflage und sie müssen sehen, wie Sie Ihr Geld (oder Teile davon) zurückbekommen.
VerständlichkeitZumeist sehr komplex.

 

Sie möchten keine Beiträge mehr verpassen? Dann abonnieren Sie doch meinen Ruhestandsbrief. Er erscheint regelmäßig mit den neuesten Artikeln, ist kostenfrei und jederzeit abbestellbar.

April 27, 2019

Schlagwörter: , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.