Alle Beiträge von Florian Herfurth

Verändern sich Zinsen und Immobilienpreise?

Immobilienpreise

Es besteht weiterhin Bedarf an Häusern und Wohnungen, die Immobilienpreise sollten daher stabil bleiben

Fallen die Immobilienpreise?

Die Corona-Krise beschäftigt unser Land seit Wochen stark. Viele Menschen machen sich Gedanken, ob es zu einer Veränderung der Immobilienpreise kommt. Durch die Fortlaufende Flutung der Notenbanken mit frischem Geld könnte auch eine höhere Inflation drohen – und mit ihr steigende Zinsen. Lesen Sie heute meinen Ausblick dazu.

Wohnimmobilien sollten stabil bleiben

Immobilien sind Sachwerte und damit ein guter Inflationsschutz. Auch wenn die Nachfrage durch Käufer zuletzt etwas zurückgegangen ist, besteht nach wie vor Bedarf an neuem Wohnraum, was eher für steigende Preise spricht. Im Umkehrschluss könnten Immobilienbesitzer ohne Rücklagen bei längerer Arbeitslosigkeit gezwungen sein, Haus oder Wohnung zu verkaufen, was einen Preisrückgang erzeugt. Dies müsste jedoch in größerem Ausmaß geschehen, wovon ich in Deutschland nicht ausgehe. Die Prognose ist daher stabil.

Gewerbeimmobilien können an Wert verlieren

Anders sieht die Situation bei Gewerbeobjekten aus. Gerade bei Gastronomie und Einzelhandel wird es zu Insolvenzen und damit zu Leerständen kommen. Ich gehe nicht davon aus, dass die Nachfrage durch Neugründungen oder Expansionen ersetzt werden kann. Daher rechne ich bei diesen Immobilien mit rückläufigen Preisen. Dies betrifft übrigens auch Immobilienfonds, die z.T. stark in Gewerbeobjekte investiert haben. Lassen Sie ggf. solche Geldanlagen von einem unabhängigen Experten überprüfen.

Zinsen werden künstlich niedrig gehalten

Die Zinsen sind auf einem sehr niedrigen Niveau. Dies wird künstlich durch die Programme der Notenbanken gestaltet, die weiterhin frisches Geld in noch nie dagewesenen Ausmaß auf den Markt werfen. An dieser Situation will die EZB so schnell nichts ändern. Das Bundesverfassungsgericht urteilte jüngst, dass das Anleihenaufkaufprogramm teilweise verfassungswidrig ist. Sollte diese Maßnahme daher nicht fortgesetzt werden können drohen deutlich höhere Zinsen.

Staatspleiten können für steigende Zinsen sorgen

Ein weiteres Problem ist, dass Italien, Griechenland und andere Euro-Länder bereits heute hoffnungslos überschuldet sind und dies durch die Corona-Krise weiter deutlich ansteigen wird. Wenn die Mitgliedsländer nicht zeitnah eine Einigung für Hilfsprogramme erzielen drohen Staatspleiten. Italien ist eine Volkswirtschaft mit über 2 Billionen US-Dollar, 60 Millionen Einwohnern und einem wichtigen Handelspartner unserer Unternehmen. Ein Bankrott würde ebenfalls zu steigenden Zinsen führen.

Anschlussfinanzierung rechtzeitig sichern

(Wohn-)Immobilienkäufe sollten daher durchaus zeitnah durchgeführt und das (noch) günstige Zinsniveau gesichert werden. Dies gilt auch für Darlehen, die noch eine Restlaufzeit von zwei Jahren oder weniger haben. Sichern Sie sich auch hier rechtzeitig eine Anschlussfinanzierung zu günstigen Konditionen. Baufinanzierungen mit längerer Laufzeit können nach einer Darlehensdauer von über zehn Jahren gekündigt werden, ohne das Vorfälligkeitsentschädigungen verrechnet werden.

Unabhängiger Expertenrat

Als freier und unabhängiger Baufinanzierungsberater informiere ich Sie gerne kostenfrei über Ihre Möglichkeiten und erstelle ein für Sie unverbindliches Angebot mit Ihrer persönlichen Top-Kondition. Das geht übrigens auch einfach und bequem per Telefon oder Internet. Alle notwendigen Unterlagen erhalten Sie per E-Mail oder per Post. Selbstverständlich berate ich Sie auch persönlich unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen. Probieren Sie es doch einfach mal aus – ich freue mich auf Sie!

Lesen Sie hier den ganzen Presseartikel: Kreisbote Bauen und Wohnen, 20-05-16

Kolumne “Sichern Sie sich eine günstige Anschlussfinanzierung”

Vor zehn Jahren abgeschlossene Baufinanzierungen haben nicht selten Zinssätze von 4% oder noch höher. Für Darlehensnehmer gibt es daher gute Nachrichten: sie können das aktuell niedrige Zinsniveau nutzen, um sich eine günstige Anschlussfinanzierung zu sichern. Ich zeige Ihnen heute, wie Sie am einfachsten zur für Sie besten Baufinanzierung kommen.

 

Wenn die Zinsbindung des Darlehens ausläuft, werden die Kunden von ihrem aktuellen Baufinanzierer mit einem Angebot zur Verlängerung angeschrieben. Aus Bequemlichkeit wird dies von vielen Menschen auch angenommen, ohne eine Alternative zu prüfen. Das ist ein Fehler, denn oft lassen sich mit einem günstigeren Angebot schnell ein paar Tausend Euro sparen.

Mit meinem Angebot können Sie einfach und bequem die Konditionen von über 400 Finanzierungspartnern vergleichen – die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon günstiger ist als das Verlängerungsangebot Ihres aktuellen Kreditinstituts ist dementsprechend hoch. Dies ist ohne großen Aufwand in kurzer Zeit erledigt.

Auch wenn Ihr Darlehen noch eine längere Laufzeit hat – nach 10 Jahren können Sie es vorzeitig kündigen und sich günstigere Konditionen sichern. Die Kündigungsfrist beträgt dabei sechs Monate, die Bank darf bei einer Sonderkündigung keine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Ich berate Sie gerne, wie Sie bei einer Darlehenskündigung am besten vorgehen und habe auch für meine Kunden Musterschreiben parat.

Die günstigen Zinssätze können Sie sich über ein „Forward-Darlehen“ bis zu fünf Jahre im Voraus sichern. Ein so langer Vorlauf ist jedoch nicht empfehlenswert, da die Bank pro Monat einen Zinsaufschlag erheben wird. Ich empfehle, sich ca. zwei Jahre vor Ablauf der Zinsbindung (oder Kündigungsmöglichkeit nach der 10-Jahresfrist) mit den Möglichkeiten einer Anschlussfinanzierung zu beschäftigen.

Wie lange die aktuelle Niedrigzinsphase noch anhält, ist schwierig zu beurteilen. Das momentane Tief existiert nur deshalb, da die Notenbanken fortlaufend den Markt mit frischem Geld fluten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass hierdurch die Zinsen ansteigen. Handeln Sie daher rechtzeitig und sichern Sie sich Ihre günstige Anschlussfinanzierung.

Als freier und unabhängiger Baufinanzierungsberater informiere ich Sie gerne kostenfrei über Ihre Möglichkeiten und erstelle ein für Sie unverbindliches Angebot mit Ihrer persönlichen Top-Kondition. Das geht übrigens einfach und bequem per Telefon oder Internet. Alle notwendigen Unterlagen erhalten Sie per E-Mail oder per Post, ein persönlicher Kontakt ist nicht notwendig. Probieren Sie es doch einfach mal aus – ich freue mich auf Sie!

Lesen Sie hier den ganzen Presseartikel: Bauen und Wohnen Anschlussfinanzierung 20-04-15

Kolumne “Staatliche Förderungen und Zuschüsse für Ihr Immobilien vorhaben”

Die Zinssätze für Baufinanzierungen sind in den letzten Tagen nochmals weiter gesunken und befinden sich damit auf einem Rekordtief. Zusätzlich ermöglichen staatliche Förderungen und Zuschüsse die Finanzierungskosten noch weiter zu senken. Heute stelle ich Ihnen vor, welche Mittel hierzu am besten geeignet sind.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau („KfW“) ist die größte Förderbank der Welt und die drittgrößte Bank Deutschlands. Sie stellt viele subventioniert Darlehen und Förderungen für Privatpersonen zur Verfügung. Die bekanntesten davon sind:

  • KfW-Wohneigentumsprogramm“: für den Kauf oder Bau eines Eigenheims, Förderkredit bis zu EUR 100.000, 0,75% effektiver Zinssatz p.a.
  • Baukindergeld“: Zuschuss von insgesamt EUR 12.000 pro Kind (10 Jahre lang je EUR 1.200) für den Bau oder Kauf einer Immobilie zur Eigennutzung.
  • Energieeffizient Bauen“: Förderkredit bis zu EUR 120.000 je Wohnung, die bestimmten Energieeffizienzstandards entsprechen, 0,75% effektiver Zinssatz p.a. Außerdem erhalten Sie bis zu EUR 30.000 Tilgungszuschuss, d.h. Sie bezahlen weniger zurück, als Sie an Kredit aufnehmen.
  • Barrierereduzierung“: Sie erhalten einen Zuschuss von bis zu EUR 6.250 um Barrieren in der Immobilie zu reduzieren und mehr Wohnkomfort zu schaffen.

Neben diesen beliebten KfW-Angeboten gibt es noch eine Vielzahl weiterer Angebote. Ich berate Sie gerne dazu. Diese Darlehen können Sie übrigens nicht direkt bei der KfW beantragen. Sie müssen sie über die Bank beantragen, bei welcher Sie die restliche Finanzierung aufnehmen. Die Abstimmung mit der KfW übernimmt die Bank für Sie.

In Bayern können Sie auch die Angebote der „Bayern Labo“ in Anspruch nehmen. Mit der „Bayerische Eigenheimzulage“ erhalten Sie (bei der Einhaltung bestimmter Kriterien) einen Zuschuss von einmalig EUR 10.000 beim Bau oder Erwerb einer Immobile.

Mit dem „Baukindergeld plus“ können Sie zusätzlich zum Baukindergeld der KfW pro Kind weitere EUR 300 p.a. über einen Zeitraum von zehn Jahren erhalten. Daneben bestehen noch weitere zinsgünstige Darlehen zur Eigenheim- oder Wohnraummodernisierung-Finanzierung.

Tipp: Fragen Sie auch bei der Gemeinde nach Fördermöglichkeiten, in welcher Sie Ihre Immobilie bauen oder erwerben möchten. Oftmals gibt es hier noch weitere – direkte oder indirekte – Förderungen.

Lesen Sie hier den ganzen Presseartikel: Kreisbote Bauen und Wohnen Fördermöglichkeiten 20-03

Wasserstoff – das blaue Gold der Zukunft

Wasserstoff

Wasserstoff – das blaue Gold der Zukunft

Schon seit Langem preisen Wissenschaftler Wasserstoff als den idealen Treibstoff. Die NASA verwendet Wasserstoff bereits seit den 1970er Jahren, um Raumfähren zu starten und Raketen in die Umlaufbahn zu schießen. Flüssiger Wasserstoff ist Schätzungen zufolge mindestens dreimal effizienter als Benzin und andere fossile Brennstoffquellen.

Doch allen Verheißungen zum Trotz: Aus kommerzieller Sicht ist Wasserstoff bisher ein Flop. Da ist nicht nur das Problem der teuren Herstellung, auch Speicherung und Transport sind schwierig. Da Wasserstoff außergewöhnlich reaktionsfreudig ist, muss er in komprimierter Form unter einem Druck von rund 70 bar aufbewahrt oder bei einer Temperatur von –253 °C verflüssigt werden.

Ungeachtet dieser Nachteile gibt es vielerorts Bemühungen, das Potenzial des Wasserstoffs nachhaltig nutzbar zu machen. So unterstützen inzwischen zahlreiche Länder, darunter beispielsweise die EU, Japan und die USA, Wasserstoff-Technologien und -Anwendungen, mit Subventionen. Mögliche zukünftige Anwendungsbereiche liegen dabei insbesondere in der Brennstoffzellen-Technologie (saubere und effiziente Antriebe) und in der Energiespeicherung.

Das Hauptproblem liegt derweil in der Herstellung von Wasserstoff und der Versorgung und Logistik mit Wasserstoff, die momentan noch zu teuer und aufwendig ist, um kommerziell erfolgreich zu sein. Traditionell gibt es bei der Herstellung von Wasserstoff zwei Möglichkeiten. Die erste ist die sogenannte Reformierung, bei der Dampf mit sehr hohen Temperaturen von bis zu 1.000 °C eingesetzt wird, um den Wasserstoff aus Methan herauszulösen. Dieses Verfahren ist jedoch problematisch, da es teuer ist und Treibhausgase freisetzt.

Die zweite etablierte Methode zur Gewinnung von Wasserstoff ist die Elektrolyse, bei der Strom durch Wasser geleitet wird, um Wasserstoff und Sauerstoff voneinander zu trennen. Das ist zwar umweltfreundlicher als die Reformierung, aber ebenso teuer.

Je nachdem, welche Energiequelle zur Herstellung von Wasserstoff genutzt wird, spricht man von „grauem“, „blauem“ oder „grünen“ Wasserstoff. Grauer Wasserstoff wird mithilfe

von fossilen Energien, insbesondere Erdgas produziert und liefert daher keinen CO2 Vorteil. Der Herstellungspreis ist daher auch vom Gaspreis abhängig und liegt aktuell bei circa 1,50 Euro pro kg. Dazu kommt, dass der graue Wasserstoff durch seine CO2 Emissionen auch vom CO2 Preis abhängig ist und daher momentan weder wirtschaftlich noch ökologisch eine Lösung darstellt.

Blauer Wasserstoff ist effektiv grauer Wasserstoff mit Karbon-Abscheidung und Speicherung (CCS). Zusätzlich zu den Herstellungskosten von grauem Wasserstoff fallen also auch noch die Kosten für CCS an, die etwas höher als die Erlöse aus den CO2 Zertifikaten, so dass die Gesamtkosten etwas über den des grauen Wasserstoffs liegen.

Grüner Wasserstoff wird dagegen mit Strom aus erneuerbaren Energien (Solar und/oder Wind) produziert und kostet aktuell mehr als das Doppelte im Vergleich zu grauem Wasserstoff. Die Herstellungskosten sollten allerdings über die nächsten 10 Jahre um bis zu 70% fallen. Derzeit sind globale Elektrolysekapazitäten noch sehr begrenzt, so dass grüner Wasserstoff frühestens 2025 ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein wird.

Mittel- bis langfristig könnten wasserstoffbasierte Technologien und Anwendungen also durchaus eine wichtige Rolle beim Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Welt spielen, allerdings sind sie heute ohne Subventionen noch nicht wirtschaftlich. Aktuell schreibt noch keines der wenigen „Pure-Play“ Wasserstoff Unternehmen schwarze Zahlen, obwohl die Bewertungen dieser Unternehmen in den letzten Quartalen teilweise deutlich angestiegen sind. Wir beobachten die weitere Entwicklung dieser Unternehmen genau, allerdings erfüllen sie aktuell noch nicht unsere Investmentkriterien hinsichtlich Qualität, Wachstum und Bewertung, so dass wir bisher kein investierbares Unternehmen in diesem Bereich finden konnten.


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Corona-Virus lässt Börsen zittern

Aktienmärkte verlieren deutlich

Die weltweite Corona-Pandemie lässt die internationalen Börsen in die Tiefe rauschen. So verlor der deutsche DAX30 knapp 2.000 Punkte oder fast 15% seines Wertes binnen Wochenfrist. Dies ist der höchste Verlust seit der Griechenland-Krise im Jahr 2011. Der Euro Stoxx 50 – die 50 größten europäischen Dividendentitel – sind mit einem Verlust von knapp 14% seit letztem Freitag ebenfalls tiefrot. Der Blick in die USA oder Asien zeigen ähnlich dramatische Bilder.
Der amerikanische Anleihenmarkt zeigt neue Niedrigzinsen in noch nie dagewesene Dimension. So bietet die 10jährige US-Staatsanleihe nur noch einen Zins von 1,35% p.a. Dies spiegelt nicht unbedingt die Aussagen von US-Präsident Trump wieder, der die amerikanische Wirtschaft als sehr stabil ansieht. In Europa zeichnet sich bei den Zinsmärkten ein ähnliches Bild ab. Trotz Negativzinsen kaufen Anleger schon seit gut zwei Wochen wieder verstärkt deutsche Bundesanleihen. Die 10-jährige Bundesanleihe weist aktuell eine Negativrendite von -0,56% aus, vor 14 Tagen waren dies noch -0,39% gewesen. Selbst das klamme Griechenland bezahlt für Anleihen mit gleichen Laufzeit nur noch 1,20% Rendite (11.02.2020: 1,62%).
Gold verteuert sich bereits seit Dezember um gut 12%. In den letzten Tagen gab es hier jedoch einige kleinere Gewinnmitnahmen. Silber hingegen verzeichnet im gleichen Zeitraum nur ein Plus von 4%, das Edelmetall gab in dieser Woche deutlich nach, was auf eine sinkende industrielle Nachfrage eben aufgrund der Corona-Pandemie zurückzuführen ist.

Wirtschaftlicher Hintergrund

Die Börsen nehmen vermutete wirtschaftliche Entwicklungen vorweg und reagieren mit entsprechenden Kursbewegungen. Durch die immer stärkere Ausbreitung des Corona-Virus reagieren Staaten und Unternehmen zunehmend mit Vorsichtsmaßnahmen. Dies zeigt sich daran, dass ganzen Ortschaften unter Quarantäne gestellt werden, Unternehmen die Produktion einstellen oder Geschäftsreisen verbieten, Messen werden abgesagt oder Produktions-wichtige Wirtschaftsgüter werden nicht mehr transportiert.

Dies alles wird das Wirschaftswachstums schwächen, womöglich sogar zu einem Rückgang führen. In Kombination damit, dass die wirtschaftliche Situation – nach über 10 starken Jahren des Wachstums – ohnehin schon angeschlagen ist und immer mehr Zeichen auf Rezession stehen. Ich hatte hierauf schon mehrfach hingewiesen. Die Aktien- und Anleihenmärkte kannten in der letzten Dekade nur noch eine Richtung – nach oben. Diese Steigerungen standen schon lange nicht mehr im Einklang mit der volkswirtschaftlichen Situation. Zumindest bei Aktien ist das Corona-Virus nun die Nadel, die den aufgeblähten Ballon zum platzen bringt.

Was bedeutet dies für Ihre Finanzen?

Solch heftige Kursrückgänge haben wir seit der Griechenland-Krise nicht mehr gesehen. Die Medien berichten intensiv über die Situation, Anleger sind zunehmend verunsichert. Sehen wir uns an, wie sich dies auf die einzelnen Anlageklassen auswirken kann:

Aktien

Langfristig betrachtet sind Aktien die ertragreichste Anlageform, die aber – wie aktuell zu sehen – mit hohen Schwankungen verbunden sein können. Wer freie Liquidität, sowie die nötige Risikobereitschaft und -tragfähigkeit hat, kann die Kursrückgänge nutzen, um in kleineren Tranchen günstiger nachzukaufen. Auf keinen Fall jedoch mit größeren Summen, da aufgrund einer möglichen Rezession noch mit weiteren Rücksetzern gerechnet werden muss. Meine Kunden und Leser wissen, dass ich ein großer Fan von Sparplänen bin (auch bei größeren Anlagebeträgen). Bei diesem langfristigen Vermögensaufbau stellt sich nicht die Frage nach dem günstigsten Einstiegskurs. Sie kaufen regelmäßig und nutzen so auch Kursrückgänge um billig nachzukaufen. Investieren Sie in Qualitätsaktien mit guter Dividendenrendite – zum Beispiel über günstige Exchange Traded Funds (“ETFs”).

Anleihen

Fast schon irrational ist die Tatsache, dass bereits negativ verzinste Staatsanleihen weiterhin verstärkt gekauft werden. Daran ist auch die Angst der Anleger vor einem noch schlimmeren Szenario klar abzulesen. Da immer mehr Banken auch Privatanlegern Negativzinsen verrechnen, werden z.B. Bundesanleihen als das kleinere Übel angesehen. Ich habe schon mehrfach darüber berichtet, dass hierdurch auch Negativverzinsungen auf Konten von über -1% oder -2% üblich werden können.

Ich warne ausdrücklich wiederholt vor Unternehmensanleihen schlechterer Bonität. Diese wurden in den letzten Jahren – auch aus Alternativlosigkeit an einigermaßen erträglichen Anlagen – massiv von Banken verkauft. Auch in Deutschland gibt es “Zombie-Unternehmen”, die aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten in einem normalen Zinsumfeld schon längst Pleite wären. Das billige Geld hilft ihnen (wie auch vielen Staaten) zu überleben. Sollte nun jedoch eine Rezession einsetzen, können diese Unternehmen womöglich auch nicht mehr durch die massiven Anleihen-Kauf-Programme der Europäischen Zentralbank gerettet werden.

Währungen

Ich stehe dem Euro aufgrund der hohen Staatsverschuldungen skeptischer denn je gegenüber. Daher ist es empfehlungswert auch in Währungen von Staaten zu investieren, deren Schulden deutlich niedriger und auf einem wirtschaftlich gesunden Niveau sind. Hierzu zähle ich die norwegische Krone, den Neuseeland-Dollar oder auch den Schweizer Franken. Aber Achtung: auch diese Währungen können an Wert verlieren, mischen Sie Fremdwährungsanlagen deshalb nur selektiv bei!

Immobilien

Meiner Meinung nach können sich die starken Preisanstiege der letzten Jahre nicht dauerhaft fortsetzen, Immobilienmärkte wie z.B. München sind für mich deutlich überhitzt. Im Falle einer Rezession kann es passieren, dass Menschen arbeitslos werden und deshalb Ihre Immobiliendarlehen nicht mehr zurückzahlen können (siehe mein Artikel vom 15.11.19). In diesem Fall wird die Bank das Haus oder die Wohnung verkaufen lassen, um mit dem Erlös den Kredit zu tilgen. Sollte dies in mehreren Fällen vorkommen, kann dies zu einem Preisrückgang führen. Im Extremfall droht ein Szenario wie 2007 in den USA, was letztendlich zur weltweiten Finanzkrise geführt hat.

Eine relativ sichere Anlage mit breiter Risikostreuung stellen für mich offene Immobilienfonds dar, die ohne große Wertschwankungen zumeist Rendite von 2% bis 3% p.a. erzielt haben.

Bei welchem Institut soll ich mein Geld anlegen?

Achten Sie weiterhin darauf, Ihre Kapitalanlage nur bei wirtschaftlich starken Banken oder Versicherung zu führen. Bleiben Sie nicht aus Bequemlichkeit bei Ihren bisherigen Produkten sondern hinterfragen Sie regelmäßig, welche Anlage die richtige für Sie ist. Als “sicherer Hafen” empfehle ich Banken oder Versicherungen aus der Schweiz und aus Liechtenstein. Viele Institute stehen dort – genau so wie die beiden Staaten – wirtschaftlich stabiler als heimische Anbieter.

Fazit

“Keep calm and carry on” – dieser oft verwendete britische Spruch aus dem 2. Weltkrieg hat nichts an Bedeutung verloren. Wir durchleben eine kritische Phase, was jedoch regelmäßig vorkommt. Der deutliche Rückgang an den Aktienmärkten war längst überfällig und ist – langfristig betrachtet – eine Möglichkeit, günstiger zu investieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Corona-Virus weiter ausbreitet und welche Auswirkungen für die Wirtschaft daraus erfolgen. Solche Krisensituation wird es immer wieder geben. Bleiben Sie daher aufmerksam und entwickeln Sie eine für Ihre Situation angemessene Strategie zum Schutz Ihres Vermögens.

Als freier und unabhängiger Finanzberater bin ich gerne Ihr Ansprechpartner und berate Sie in allen Fragen rund um das Thema Geld. Probieren Sie es doch einmal aus und kommen Sie auf eine Tasse Kaffee oder Tee zu einem für Sie unverbindlichen Kennlerngespräch in meine Finanzboutique. Ich freue mich auf Sie! Oder kommen Sie zu einem meiner Vorträge in den nächsten Wochen – ich werde dabei speziell auf die aktuelle Situation eingehen.

 

 

 

 

 

China im Ausnahmezustand – Brechen die globalen Lieferketten bald zusammen?

Ein großer Teil der chinesischen Wirtschaft steht still und die weltweiten Lieferketten drohen abzureißen. Das Coronavirus breitet sich bis dato weiter exponentiell aus und langsam stellt sich nicht mehr die Frage, ob, sondern nur noch wann das Virus die Blasenmärkte anstechen wird. Offiziell sollen sich weltweit 37.592 Menschen mit dem Virus infiziert haben und 814 sollen daran gestorben sein.

Versehentlich geleakte Zahlen seitens der Regierung zeigten vor einer Woche, dass die Infektionen und Tode etwa zehnmal höher sind, als sie offiziell ausgewiesen werden. Dieses Regierungs-Leak passt zu den Insiderinformationen des bekannten chinesischen Milliardärs und Regimeflüchtlings Guo Wengui. So sollen bereits 1,5 Millionen Menschen positiv auf den Virus getestet und 50.000 an dem Virus verstorben sein. Allein in Wuhan wären in den letzten 17 Tagen täglich 1.200 Leichen eingeäschert worden. Dies würde erklären, warum die chinesische Quarantänezone über das Wochenende auf 400 Millionen Chinesen ausgeweitet wurde, womit fast ein Drittel Chinas aktuell unter Hausarrest steht und die Wirtschaft in diesem riesigen Gebiet zum Stillstand gekommen ist. Viele Familien ohne Rücklagen und Vorräte leiden unter dieser Quarantäne, weshalb das Regime Unruhen fürchtet und alles daransetzt, den Ausbruch einzudämmen.

Einige internationale Konzerne planten in der kommenden Woche ihre Produktion wieder hochzufahren, doch ist dies nach der neuerlichen Eskalation äußerst fraglich. Das Industriezentrum Shenzhen sowie sieben der acht größten Häfen Chinas wurden abgeriegelt, womit die weltweiten Liefer- und Wertschöpfungsketten zum Erliegen kommen werden, wenn die Produktion nicht bald wieder aufgenommen werden kann. China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner mit 5.000 Unternehmen vor Ort und drittwichtigster Exportmarkt. Viele deutsche Unternehmen sind auf die Produkte und Halbfertigerzeugnisse aus China angewiesen. Ohne diese Erzeugnisse stehen die Bänder still und wir importieren die Rezession nach Deutschland. Zwei Drittel der Lieferketten von China nach Japan sind bereits abgebrochen. Mit Fiat-Chrysler erwägt der erste Autohersteller die Produktion in ganz Europa wegen fehlender Teile zu stoppen. Die weltweiten Frachtraten waren zuletzt wegen der Konjunkturabkühlung bereits eingebrochen, doch das Virus könnte den Welthandel jetzt zusätzlich massiv treffen.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt produziert mittlerweile 17 % der Weltwirtschaftsleistung, während es zu Zeiten der Sars-Epidemie nur 4 % waren. JP Morgan hat die Wachstumsprognose Chinas für das erste Quartal von 6,3 % auf 1 % reduziert, doch angesichts der neuerlichen Eskalation wird die chinesische Wirtschaft im ersten Quartal sehr wahrscheinlich schrumpfen. Gelingt die Eindämmung des Virus, dann ist im zweiten Quartal ein Nachholeffekt und eine Normalisierung des internationalen Handels zu erwarten. Entwickelt sich der Ausbruch hingegen zur Pandemie, dann wird das Coronavirus eine weltweite Rezession und Stagflation auslösen.

Das Coronavirus stellt SARS bei weitem in den Schatten und ist mehr mit der Spanischen Grippe von 1918 zu vergleichen. Im Skiort Les Contamines-Montjoie in den französischen Alpen sind fünf weitere Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Aufgrund der langen Inkubationszeit von bis zu zwei Wochen ist es wahrscheinlich, dass sich das Virus der fünf Urlauber aus England dort verbreitet hat, weshalb die Situation heikel ist. In Hong Kong hat sich eine neunköpfige Familie mit dem Virus infiziert, nachdem sie sich ein Barbecue Essen geteilt hatten, was die Übertragungswege infrage stellt. In Deutschland wurde nun festgestellt, dass das Virus bis zu neun Tage auf feuchtkalten Oberflächen überleben kann, was eine weitere Übertragungsgefahr darstellt.

Im besten Fall wird der Ausbruch mindestens mittelfristig deutliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Im schlimmsten Fall wird das Virus die Blasen anstechen und eine weltweite Rezession auslösen, worauf die Notenbanken die Märkte mit Liquidität fluten werden. Peking unternimmt aktuell alles in seiner Macht Stehende, um die Aktienmärkte künstlich zu stützen und so einen Zusammenbruch des „Vermögenseffekts“ und der Anlegerstimmung zu vermeiden, was sonst eine Rezession befeuern würde. Chinas Notenbank injiziert bereits Rekordliquiditätsspritzen und die anderen Notenbanken werden ihre QE-Programme ausweiten oder neue auflegen, sobald der Zusammenbruch der Lieferketten die Rezession im Westen erzwingt.

In Europa und in den USA wird das Virus heruntergespielt. Die Desinformationskampagne läuft auf Hochtouren, um Panik in der Bevölkerung zu vermeiden, was den Regierungen Zeit zum Handeln gibt und die Märkte stützt. 400 Millionen Menschen unter Quarantäne und ein Abbruch der Lieferketten kündigen einen globalen Schock an, weshalb man sich jetzt richtig an den Märkten positionieren muss und für den Worst Case vorsorgen sollte, falls es auch bei uns zu Quarantänezonen kommen sollte. Selbst im Best Case Szenario werden die Notenbanken mit dem Drucken von Geld reagieren müssen und im Worst Case Szenario noch viel mehr Papiergeld drucken. Dies wird allen voran den Gold- und den Silberpreis diametral gegensätzlich zur Abwertung der Fiat-Währungen steigen lassen.

Ein Gastkommentar von Markus Blaschzok – dem Chefökonomen unseres Edelmetall-Partners SOLIT (11.02.2020)

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Bild von Florian Herfurth