Alle Beiträge von Florian Herfurth

einBlick: Fondsmanagerausblick für 2024

Fondskongress 2024

Der Fondskongress in Mannheim zählt jedes Jahr zu den Highlights in der Geldanlage

Ein Höhepunkt des Fondskongresses ist in jedem Jahr der Sauren Fondsmanagergipfel, bei dem auch ich dabei war. Bei dieser Podiumsdiskussion unter der Moderation von Dachfondsmanager Eckhard Sauren trafen die renommierten Fondsmanager Klaus Kaldemorgen, Dr. Bert Flossbach und Peter E. Huber aufeinander, um Einblicke in ihre Strategien und Ideen zu geben.

Los ging es mit einem Blick auf die Anleihemärkte, die mit zunehmendem Zinsniveau in 2023 immer attraktiver geworden sind. Die Anlageexperten zeigten sich hier für 2024 eher zurückhaltend in ihrer Beurteilung der Chancen am Rentenmarkt. Dr. Bert Flossbach bezeichnete die Anleiherenditen als „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“ und setzt derzeit höchstens sehr selektiv auf Anleihen oder nutzt kurzlaufende Anleihen als Liquiditätsersatz. Trotz der „in beispiellosem Ausmaß und in kurzer Zeit erhöhten Zinsen“ betrachtet Peter E. Huber die aktuellen Renditen am Anleihenmarkt ebenfalls als wenig attraktiv. Mit einer Rendite von derzeit etwa 2,3 Prozent für zehnjährige deutsche Staatsanleihen empfindet der erfahrene Rentenfondsmanager das Umfeld als ungeeignet für Anleiheninvestitionen, insbesondere vor der Gefahr einer möglichen zweiten Inflationswelle. Klaus Kaldemorgen betrachtet Anleihen hingegen als Risikopuffer im Portfolio, meidet jedoch zusätzliche Kreditrisiken oder längere Laufzeiten.

Relativ einig waren sich die Experten auch beim grundsätzlich positivem Ausblick zu Aktien. Sachwerte sollten für langfristige Anlagen auch in diesem Jahr und darüber hinaus der wichtigste Baustein im Portfolio von Anlegern bleiben. Allerdings gab es kontroverse Diskussionen darüber, in welchen Aktien-Segmenten künftig die besten Chancen geboten werden. Peter E. Huber hält nach wie vor an den von ihm vor zwei Jahren ausgerufenen langfristigen Megatrends in Energie- und Rohstoffwerten fest sowie an Asien inklusive Japan, wo er mehr Wachstum als in der westlichen Welt erwartet. Diese Ansicht wurde von Klaus Kaldemorgen und Dr. Bert Flossbach jedoch skeptisch betrachtet.

Klaus Kaldemorgen sieht die größere Wertschöpfung zukünftig im Technologiebereich. Auch wenn Segmente wie Energie- und Rohstoffwerte kurzfristig punkten könnten, sollten diese doch langfristig von den großen Technologietiteln dominiert werden. Dr. Bert Flossbach teilte diese Ansicht und kennzeichnet den Rohstoff- und Energiebereich als eher kurzzeitiges Investment und nicht als langfristige Anlage.

Obwohl es aus Sicht von Dr. Bert Flossbach derzeit „nicht einfach ist, Top-Qualität zu fairen Preisen zu bekommen“, sind die Meinungen über die „Glorreichen Sieben“ (Microsoft, Amazon, Alphabet, Apple, Meta, Tesla und Nvidia) geteilt. Sowohl Dr. Bert Flossbach als auch Klaus Kaldemorgen sind selektiv in diese Unternehmen investiert. Klaus Kaldemorgen sieht viele positive Eigenschaften bei den großen Titeln, die das breite US-Marktwachstum übertreffen. Für ihn stellt sich daher nicht die Frage, ob, sondern wie viel in diese Titel investiert werden sollten. Dem widerspricht Peter E. Huber, der betont, dass der Rückblick niemandem geholfen hat und es entscheidend ist, was in den nächsten zehn Jahren passiert. Er bevorzugt den Kauf von “langweiligen” Unternehmen mit niedriger Bewertung und vernünftigem Wachstum. Einig waren sich die Anlageexperten dann wieder beim Thema Gold, das als Sachwert und unabhängiger Vermögenswert einen Platz in ihren Portfolios einnimmt.

In einem weiteren Vortrag gab Börsenaltmeister Dr. Jens Ehrhardt sein Stimmungsbild zu den Aktienmärkten. Dabei konzentrierte er sich insbesondere auf die USA und mahnte zur Vorsicht. Eine mögliche Rezession in den Vereinigten Staaten schließt er für die nächsten Monate nicht aus und verschiedene Indikatoren deuten auf eine herausfordernde Zeit hin. Besonders die inverse US-Zinskurve, sein „Lieblingsindikator“, signalisiert wirtschaftlichen Abschwung. Eine inverse Zinsstrukturkurve beschreibt eine Situation, bei der die Renditen langfristiger Anleihen niedriger sind als die Renditen kurzfristiger Anleihen. Normalerweise steigt die Zinskurve, was bedeutet, dass langfristige Zinsen höher sind als kurzfristige. Eine Umkehrung dieser Ordnung deutet oft auf eine wirtschaftliche Unsicherheit hin und wird oft als Indikator für eine mögliche Rezession betrachtet.

Ehrhardt warnt vor einem paradoxen Effekt: Zinssenkungen könnten trotzdem zu sinkenden Aktienkursen führen, da Unternehmensgewinne in Rezessionen tendenziell abnehmen. Chancen sieht Ehrhardt am japanischen Aktienmarkt und erwartet eine weitere Outperformance von großen Wachstumswerten in den USA, wie Nvidia. Deutsche Aktien betrachtet er zurückhaltend, lobt jedoch bestimmte Unternehmen wie SAP sowie Versicherer und Rückversicherer.

Am Anleihemarkt – auch dem amerikanischen – sieht Dr. Ehrhardt aber durchaus Chancen. Auch wenn deutlich weniger als die vom Markt erwarteten sechs Zinssenkungen eintreffen, bleibt das Chance-Risikoverhältnis für Anleihen aus seiner Sicht mittelfristig vielversprechend. Historisch haben Anleihen von sinkenden Zinsen profitiert. Setzt man die Gewinnverzinsung des US-Aktienmarkts ins Verhältnis zur Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen, erscheinen Anleihen auch weiterhin als günstig bewertet. Die Präferenz liegt im Hause DJE dabei auf Investment Grade-Anleihen von Emittenten mit guter Bonität, während sie im High Yield-Bereich aufgrund der erwarteten Konjunkturabkühlung eher vorsichtig sind.

Dies deckt sich mit den Markteinschätzungen aus dem Hause Franklin Templeton. Die Investmentexperten des Instituts halten die Renditen aktuell für attraktiv. In der aktuellen Phase des Konjunkturzyklus setzen sie eher auf Qualität, da sich die Zinsen in der Nähe ihres höchsten Niveaus befinden und die Inflation sowie das Wirtschaftswachstum nachlassen. Die Präferenz liegt ebenfalls bei Investment-Grade-Anleihen mit robusten Bilanzen und relativ niedriger Ausfallwahrscheinlichkeit. Angesichts der aktuellen Bewertungen und makroökonomischen Tendenzen erwägt Templeton für die nächsten Monate eine Übergewichtung von Anleihen gegenüber Aktien.

Innerhalb des Aktienbereichs setzt die Fondsgesellschaft immer stärker auf kleinere Unternehmen, sogenannte “Nebenwerte” oder auch Small Caps, da diese stärker von Zinssenkungen in diesem Jahr profitieren könnten als “Large Caps”. Gleichzeitig setzen die Anlageexperten aber auch auf Aktien mit robusten Cashflows und stabilen Dividenden. Diese werden dann besonders attraktiv, wenn die Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung und des künftigen Wachstums zunimmt. Entsprechende Qualitätsunternehmen sind oft weniger konjunkturabhängig und können daher über alle Marktzyklen hinweg Wachstum erzielen. Dabei sieht Templeton immer mehr Anlagechancen außerhalb der USA, da der seinen Höchststand erreichende US-Dollar und die geopolitischen Veränderungen zu einer stärkeren Regionalisierung der Handelsmuster führen und der Reshoring-Trend Ländern und Unternehmen weltweit Auftrieb verleiht.

Nachdem in den letzten Jahren die Konjunkturabschwächung Chinas und der starke US-Dollar das Wachstum vieler Volkswirtschaften in Asien ausgebremst hat, schauen die Volkswirte und Fondsmanager aktuell ganz genau auf die Region. Die Fondsgesellschaft Fidelity geht in ihrem Basisszenario aktuell von einer anhaltenden Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft aus. Dies würde ein Wirtschaftswachstum zwischen 4 und 5 Prozent bedeuten, erfordert jedoch gleichzeitig eine fiskalische und geldpolitische Unterstützung seitens der Regierung. Im Falle einer Rezession in den Industrieländern würde ein gestärkter Inlandsmarkt in China auch den Einbruch der Auslandsnachfrage ausgleichen.

Im Fall einer Rezession im Westen und einer konjunkturellen Abkühlung in China stünden die übrigen Volkswirtschaften der asiatischen Region vor Herausforderungen. Gleichzeitig könnten sie, laut Fidelity, jedoch auch von strukturellem Rückenwind für langfristiges Wachstum profitieren. Für die kommenden Jahre zeichnet sich ab, dass Indien zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt aufsteigen wird. Durch eine wachsende erwerbsfähige Bevölkerung wird das Land voraussichtlich mehr Waren und Dienstleistungen produzieren und konsumieren sowie technologische Innovationen vorantreiben. Die vergleichsweise höheren Bewertungen indischer Aktien im Vergleich zu anderen asiatischen Märkten und Schwellenländern werden durch die durchweg höheren Eigenkapitalrenditen der börsennotierten Unternehmen in Indien gerechtfertigt.

 

 

 

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einBlick: Wird 2024 das „Jahr der Anleihe“?

Wird 2024 das Jahr der Anleihe?

2024 werden mehrere Zinssenkungsschritte der Notenbanken erwartet

Wie immer bringt das neue Börsenjahr viel Hoffnung, aber auch Sorgen mit sich. Doch bei aller Unsicherheit gehen gerade die Anleihemärkte unter deutlich besseren Vorzeichen in 2024 als in den Vorjahren. Nach beinahe zwei Jahren mit hoher Inflation und steigenden Leitzinsen sollte 2024 endgültig das Jahr der Trendwende werden. Anleger sollten diese tiefgreifenden Entwicklungen auch in ihren Depots berücksichtigen.

Die letzten beiden Jahre waren für Investoren in Anleihen wahrlich kein Zuckerschlecken. Die gestiegenen Verbraucherpreise – unter anderem getrieben von teurer Energie als Folge des Ukraine-Kriegs – zwangen die Notenbanken in den Industrienationen zum Handeln. Diese lieferten dann auch und erhöhten die Leitzinsen mit beispielloser Schnelligkeit. In den USA stiegen sie etwa seit Anfang 2022 von 0,25 Prozent auf 5,5 Prozent. In Europa ging es von 0 Prozent auf zuletzt 4,5 Prozent.

Die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve bemühten sich dabei um einen schwierigen Spagat: Nämlich einerseits die Wirtschaft einzubremsen, um die Inflation wieder deutlich zu senken, ohne dabei die Unternehmen so stark zu treffen, dass eine langwierige und tiefgreifende Rezession ausgelöst wird. Entsprechend wurde wiederholt das Ziel eines „Soft Landing“, also einer „sanften Landung“ (ohne Absturz!) ausgegeben.

Zumindest bei der Senkung der Inflation können die Notenbanken in 2023 Erfolge verbuchen: In den USA ging die Teuerungsrate zuletzt auf 3,1 Prozent, in Europa sogar auf 2,4 Prozent zurück. Im Euro-Währungsraum gibt es aber nach wie vor große Unterschiede. Diese reichen von 6,9 Prozent in der Slowakei bis 0,8 Prozent in Belgien. Deutschland liegt mit 2,3 Prozent übrigens beinahe im europäischen Durchschnitt. Das Inflationsziel von 2 Prozent scheint damit wieder in greifbarer Nähe.

Leidtragende dieser Notenbankpolitik waren jedoch sowohl die Aktien- als auch die Anleihemärkte. In 2022 kam es bei Anleihen zu starken Rückgängen und sorgte sogar für ein „Bankenbeben“. In den USA waren Anleiheverluste Auslöser für die Schließung der „Silicon Valley Bank“ und der Vertrauensverlust der Bankenbranche besiegelte das Ende der „Credit Suisse“ sowie weiterer kleiner Geldinstitute. Auch das Jahr 2023 war geprägt von immer wieder auftretenden Schwankungen – und von einer beeindruckenden Kursrallye zum Jahresende.

Zur Erklärung: Die Wechselwirkung von Anleihepreisen und Zinsniveau ist konträr. Dies bedeutet, dass bei steigenden Zinssätzen die Anleihekurse fallen und bei sinkenden Zinssätzen steigen. Der Grund hierfür liegt darin, dass der Preis einer Anleihe den Wert des Einkommens widerspiegelt, das sie über ihre Zinszahlungen generiert. Wenn die aktuellen Zinssätze abnehmen, gewinnen ältere Anleihen mit höheren Zinsen an Wert. Ein Anleger, der diese Anleihen besitzt, kann einen Aufschlag verlangen, wenn er sie an den Börsen verkauft. Im Gegensatz dazu verlieren ältere Anleihen an Wert, wenn die aktuellen Zinssätze steigen. Dies geschieht, da die erhaltenen Zinszahlungen nun niedriger sind als die der neuen Anleihen, die auf dem Markt angeboten werden.

Im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie und der Zinserhöhungen hat sich die Ausgangslage für festverzinsliche Wertpapiere inzwischen deutlich verbessert. Zum einen liegt die Verzinsung von Anleihen („Kupon“) wieder über den Inflationserwartungen und es können damit wieder positive Realrenditen (= Ertrag einer Investition abzüglich der Inflationsrate) erzielt werden. Zum anderen scheinen die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve den Höhepunkt bei den Leitzinserhöhungen bereits erreicht zu haben. Lediglich ein überraschend hoher Anstieg der Inflation könnte hier noch zu einem Umdenken führen. Wahrscheinlicher bleibt, dass die Notenbanken in diesem Jahr mit ersten Zinssenkungen beginnen werden. Für die USA und Großbritannien erwarten Marktbeobachter einen solchen Schritt bereits im ersten Halbjahr. Die EZB sollte folgen. Aller Voraussicht nach aber später und mit kleineren Rückstufungen.

Dies wird auch Auswirkungen auf die sogenannte „Zinsstrukturkurve“ haben. Diese gibt an, wie hoch die Renditen von Anleihen bei unterschiedlichen (Rest-)Laufzeiten ausfallen. Üblicherweise sind diese Renditen höher, je länger die Laufzeiten der Anleihen, da Investoren in der Regel eine höhere Verzinsung erwarten, wenn sie ihr Vermögen längerfristig abgeben.

Diese Logik – höhere Renditen für langlaufende Anleihen – greift aber schon seit Juni 2022 nicht mehr: Anleihen mit kürzerer Laufzeit brachten auf einmal mehr Rendite als langlaufende Zinspapiere. Experten bezeichnen dieses Phänomen als eine „inverse Zinskurve“, welche häufig ein Vorzeichen für eine abkühlende Wirtschaft ist. In der zweiten Jahreshälfte 2023 verringerte sich diese Inversion allerdings und 2024 dürfte die Zinsstrukturkurve wieder normal nach oben verlaufen.

Wer als Anleger davon profitieren möchte, sollte daher wieder stärker auf längere Laufzeiten bei Anleihen setzen. Genauso machen dies aktuell auch viele Anleihefondsmanager: Während in den letzten 2 Jahren verstärkt auf Bonds mit kurzen bis mittleren Laufzeiten gesetzt wurden, nehmen Manager auch wieder das „lange Ende“ der Zinsstrukturkurve ins Visier.

Damit sollen zum einen die aktuell hohen Zinsniveaus längerfristig gesichert werden. Dies lohnt sich allerdings nur, wenn die Zinsen auch oberhalb der langfristigen Inflationserwartungen liegen. Zum anderen reagieren langlaufende Anleihen empfindlicher auf Zinsänderungen. Bei fallenden Leitzinsen steigt der Kurs langlaufender Anleihen damit stärker an als der von kurzlaufenden. Sollten die Notenbanken wie erwartet mit Zinssenkungen in 2024 beginnen, verschafft dies Anlegern damit die Möglichkeit, von größeren Kursgewinnen zu profitieren.

Darüber hinaus waren langlaufende Anleihen in der Vergangenheit auch für die Diversifikation von Anlegerportfolios besonders wertvoll, da sie eine Absicherung gegen Schwankungen am Aktienmarkt boten. Der Grund: In den letzten Jahrzehnten wiesen Aktien- und Anleiheerträge meist eine negative Korrelation auf. Dies bedeutet, dass bei fallenden Aktienkursen die Anleihemärkte Kursgewinne verbuchen konnten – und umgekehrt. Diese negative Korrelation wird in Zeiten hoher Inflation – wie 2023 – tendenziell aufgehoben, da die höhere Teuerungsrate sowohl höhere Zinsen als auch größere Rezessionsängste verursacht. Die üblichen Verhältnisse dürften wiederhergestellt werden, wenn sich die Inflation weiter normalisiert, was für 2024 erwartet wird.

Fazit: Die globalen Anleihemärkte haben selten eine so lange Phase der Volatilität erlebt wie in den letzten zwei Jahren. Mit dem Start in das neue Jahr sollte es damit wieder vorbei sein. Nachdem in den letzten Jahren eher auf Festgelder und kurzlaufende Anleihen gesetzt wurde, sollten sich Anleger wieder stärker auf längere Laufzeiten bei Anleihen konzentrieren. Dies bietet nicht nur eine langfristige Sicherung des aktuell hohen Zinsniveaus oder eine bessere Diversifikation, sondern ermöglicht auch von fallenden Leitzinsen zu profitieren.

 

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Rückblick und Ausblicke Marktbericht Q4/2023

Vor allem Entwicklungsländer trugen zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei

Vor allem Entwicklungsländer trugen zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei

Massvolle globale Konjunkturdynamik – Schwellenländer bleiben Stabilisatoren

Das vierte Quartal 2023 war fortgesetzt gekennzeichnet von maßvoller Konjunkturdynamik in der Weltwirtschaft. Das von dem IWF im Oktober 2023 ausgerufene Ziel von 3 % realem Wachstum sollte erreicht werden.

Das Wachstum bleibt global ungleich verteilt. Industrieländer werden 2023 um circa 1,5 % zulegen, während die aufstrebenden Länder die Wirtschaftsleistung um rund 4 % ausweiten werden. Unterstrichen wurde diese Tendenz zu Gunsten der aufstrebenden Länder durch die außer der Reihe vorgenommene Anpassung der BIP-Prognose für China im Oktober von 5,0 % auf 5,4 % Wachstum der Wirtschaftsleistung für das Jahr 2023 und von 4,2 % auf 4,6 % für das Jahr 2024. Die aufstrebenden Länder Asiens sind und bleiben gemäß IWF World Economic Outlook (WEO) mit einer BIP-Expansion in Höhe von 5,2 % per 2023 der globale Wachstumstreiber, allen voran Indien (6,3 %) und China (5,4 %).

Innerhalb der großen Industrienationen kam es im vierten Quartal 2023 konjunkturell zu Verschiebungen. Unter Zugrundelegung der Einkaufsmanagerindices als Bewertungsmaßstab verlor Japan seine konjunkturelle Führungsrolle. Demnach führt Großbritannien im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index) mit 51,7 Punkte vor den USA mit 51,0 Zählern, Japan mit 50,4 Punkten, der Eurozone mit 47,0 Zählern und Deutschland mit 46,7 Punkten (Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte).

Maßgebliche Hintergründe des maßvollen Konjunkturszenarios waren fortgesetzt belastende Auswirkungen der geopolitischen Lage. Während sich im Ukraine-Konflikt Erschöpfungszustände abzeichnen, die perspektivisch verstärkte Wahrscheinlichkeiten in Richtung einer diplomatischen Lösung eröffnen, kam es im Nahen Osten zu einem neuen Konfliktherd, der Unsicherheit in der globalen Ökonomie schürte. Geopolitik ist und bleibt der entscheidende Grund für Zurückhaltung der Wirtschaftssubjekte weltweit.

Entspannung für die Weltwirtschaft ergab sich im vierten Quartal 2023 an der Inflationsfront. Grundlage waren unter anderem sinkende Ölpreise. Im Verlauf kam es zu Preisrückgängen von mehr als 90 USD auf zwischenzeitlich unter 75 USD (Nordseesorte Brent) pro Fass. In der Folge stellte sich seit September 2023 in der Eurozone ein Rückgang der Verbraucherpreise von 4,30 % auf 2,40 %, in den USA von 3,70 % auf 3,10 % und in China von 0,00 % auf -0,50 % ein. Als Konsequenz setzten die großen westlichen Zentralbanken (Federal Reserve, EZB, Bank of England) ihren Zinserhöhungszyklus aus. Während des Quartals bauten sich Zinssenkungserwartungen für das kommende Jahr auf. Losgelöst davon wirken Zinserhöhungen sich erst voll mit einem Zeitversatz von 12 und mehr Monaten aus. Entsprechend ist und bleibt zunächst das erhöhte Zinsniveau ein derzeit die Konjunktur bremsender Einfluss.

Die Vereinigten Staaten lieferten ein durchwachsenes Datenbild. Der Dienstleistungssektor ist Anker des Wachstums. Der private Konsum generierte moderate Wachstumsimpulse. Der industrielle Sektor verlor in den ersten beiden Monaten leicht an Boden. Die durch Zinserhöhungen belasteten Immobilienmärkte befinden sich in einer Bodenbildung, gleiches gilt für den Bausektor. Arbeitsmärkte zeigten sich fortgesetzt in positiver Verfassung.

In der westlichen Hemisphäre fiel Kontinentaleuropa bezüglich der Wirtschaftslage im relativen Vergleich trotz einer Stabilisierung weiter zurück. Per 3. Quartal 2023 kam es zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 % im Quartalsvergleich. Im vierten Quartal 2023 setzten sich im industriellen Sektor und im Einzelhandel rezessive Tendenzen fort. Die Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe (44,2), den Dienstleistungssektor (48,1) und die Gesamtwirtschaft (47,0) signalisieren mit Indexständen deutlich unter 50 fortgesetzte Kontraktion. Positiv stach die Anomalie starker oder zumindest widerstandsfähiger Arbeitsmärkte (nachlaufende Wirtschaftsindikatoren) ins Auge.

Innerhalb der Eurozone verlor Deutschland trotz zarter Stabilisierung der Einkaufsmanagerindices auf ermäßigten Niveaus weiter an Boden. Die im 4. Quartal 2023 für das 3. Quartal 2023 veröffentlichten Daten des Bruttoinlandsprodukts lieferten mit einer Veränderung um -0,4 % im Jahresvergleich die schwächsten Werte der G-7 Länder. Die Wachstumsprognose des IWF wurde im Oktober im WEO des IWF für das Gesamtjahr 2023 von -0,3 % auf -0,5 % revidiert. Prekär fielen die Frühindikatoren (Einkaufsmanagerindices, Konsumklima) im Vergleich zu den großen Wirtschaftsnationen aus. Die Bundesbank erwartet für das 4. Quartal 2023 eine leichte Kontraktion der Wirtschaftsleistung (Quartalsvergleich). Die verfügbaren Daten des Konsums, der Industrie, der Baubranche und des Immobilienmarktes weisen rezessive Werte aus. Investitionen lassen sich zu großen Teilen nur durch massive Subventionen (Halbleitersektor, Batterien) realisieren, da die Konkurrenzfähigkeit des Standorts schwach ist. Das Risiko der mittel- und langfristigen Energieversorgungssicherheit und das akute Thema der nicht vorhandenen Konkurrenzfähigkeit bei Energiepreisen als energieintensivster Industriestandort des Westens wirkten belastend. Zusätzlich belastete der Akt um einen verfassungskonformen Haushalt. Die von der Regierung getroffenen Maßnahmen stellen für Teile der Wirtschaft (Automobile, Agrarsektor) einen Vertrauensbruch dar. Planungssicherheit als unverzichtbare Grundlage einer auskömmlichen Investitionstätigkeit ist nicht gewährleistet.

Die Entspannung bei der Preisinflation nahm im vierten Quartal 2023 weit überwiegend wieder Fahrt auf. Sinkende Ölpreise waren unter anderem verantwortlich. So sank der Preis der Ölsorte Brent seit dem Ultimo September 2023 von 92,15 USD auf 77,19 USD pro Fass um circa 16 % (Stand 18.12.2023). Im Jahresvergleich kam es im Vergleich zum Ultimo Dezember 2022 zu einem Rückgang um rund 7 %. Die Erdgaspreise waren in Europa im 4. Quartal unter Schwankungen wenig verändert. An den Metallmärkten ergaben sich mit Ausnahme Kupfers (+3,5 %) tendenziell eher entlastende Entwicklungen. So sank der Nickelpreis seit Ende des 3. Quartals 2023 um rund 13 % und der Aluminiumpreis um circa 2 %. Bei den Lebensmitteln war das Bild im 4. Quartal 2023 zumeist entspannt. Während die Preise gegenüber dem Ultimo des 3. Quartals bei Weizen (-4,0 %), bei Schweinefleisch (-8,0 %), bei Mastrind (-15 %) und bei Zucker (-20 %) sanken, kam es bei Kaffee (+30 %) und bei Kakao (+18 %) beispielsweise zu Preiserhöhungen.

Die Inflationsentwicklungen auf globaler Ebene bezüglich der letzten drei Monate liefern ein Bild der Entspannung mit der Ausnahme Russlands.

Die Zentralbanken der westlichen Hemisphäre entschieden sich für eine abwartende Haltung. Japan hielt unverändert an der Negativzinspolitik fest (Leitzins -0,10 %). Die EZB hat im vierten Quartal auf den beiden Sitzungen den Leitzins bei 4,50 % belassen, ebenso die Federal Reserve bei 5,375 %, die Bank of England bei 5,25 % und die Schweizer Nationalbank bei 1,75 %.

Trotz des deflationären Umfelds in China verzichtete die Zentralbank Chinas im vierten Quartal 2023 auf Zinssenkungen.

Fazit: Die Weltwirtschaft stabilisierte sich auf dem ermäßigten Wachstumsniveau, konnte im vierten Quartal 2023 jedoch keine nennenswerte erhöhte Dynamik entwickeln. Die Homogenität zwischen den Wirtschaftsräumen der Weltwirtschaft nimmt im Konjunkturverlauf weiter ab. Während sich der „Globale Süden“ enger aneinanderbindet, sich untereinander weiter globalisiert und organisiert, Effizienzen erhöht und Wachstumspotentiale generiert, fällt der „Westen“ durch eine Abgrenzungspolitik perspektivisch zurück.

 

Die Perspektive – Stabilität

Eine kurzfristige Trendwende zu erhöhter globaler Wirtschaftsdynamik ist am Ende des vierten Quartals 2023 für das erste Quartal 2024 nicht erkennbar. Eine Fortsetzung des ermäßigten Wachstums ist zu erwarten. Die unausgeprägte Konjunkturdynamik in den Industrieländern bedingt durch Geopolitik und deren ökonomischen Folgen als auch die andauernden Wirkungen des aggressivsten Zinserhöhungszyklus in der westlichen Welt ex Japan, der im vierten Quartal zwar beendet wurde, der jedoch nachwirkt, zeitigen weiter bremsende Konjunktureinflüsse. Das beeinträchtigt auch die Schwellenländer, ohne jedoch deren positive Grundtendenz zu gefährden. In den letzten zehn Jahren wuchsen die Binnenverkehre des „Globalen Südens“ überproportional und forcierten damit eine zunehmende Abkoppelung von dem westlichen Konjunkturzyklus.

Die Emanzipation des Globalen Südens von westlicher Dominanz erfuhr im vierten Quartal 2023 einen Dämpfer. Nach den Wahlen verkündete der neue Präsident Argentiniens, dass man den BRICS-Ländern nicht beitreten wolle und sich stärker Richtung USA ausrichten werde. Damit wird BRICS+ ab Januar zehn und nicht elf Mitgliedsländer ausweisen. Weitere circa 20 Länder sind Aspiranten, die den BRICS-Ländern beitreten wollen. Italiens Regierung verabschiedete sich offiziell von der „Belt and Road Initiative“ unter Führung Chinas. Losgelöst von diesen Dämpfern bietet sich als Fazit an, dass diese neue Struktur das Potenzialwachstum dieser Gruppe positiv beeinflussen wird. Es werden sich auch positive Wechselwirkungen mit den Industrienationen ergeben, die der Weltwirtschaft perspektivisch mehr Widerstandskraft und Wachstumspotenzial verleihen werden. Der Globale Süden, allen voran Asien, bleiben die Wachstumstreiber im kommenden ersten Quartal 2024.

Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung unausgeprägter Konjunkturdynamik in einer globalen Betrachtung. Der von JP Morgan für die Weltwirtschaft ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft (Global Composite PMI) markierte per Oktober im Quartal mit 50,0 Punkten einen Tiefpunkt, um sich dann per November auf 50,4 Zähler zu erhöhen. Der Durchschnitt dieses Index liegt in den letzten 10 Jahren bei 52,29 Zählern. Die Werte des Einkaufsmanagerindex stehen im Einklang mit einer globalen BIP-Prognose per 2024 um die Marke von 3 %.

Die Einkaufsmanagerindices (Frühindikatoren) signalisieren in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes für die Länder des Westens nach vorne schauend fortgesetzte Kontraktion. Stabilisierungstendenzen sind erkennbar. Die Erstschätzungen der Einkaufsmanagerindices für diesen Sektor liegen per Dezember 2023 jedoch weiter unter 50 Punkten, der Marke die zwischen Wachstum und Kontraktion unterscheidet (USA 48,3, Japan 47,7, UK 46,4, Eurozone 44,2, Deutschland 43,1).

Besser sehen die aktuell verfügbaren Werte der Länder des Globalen Südens für diesen Sektor aus (Indien 56,0, Russland 53,8, Brasilien 49,4, China 49,0). Anzumerken ist, dass der Sektor des Verarbeitenden Gewerbes bezüglich des Themas Energiepreise sensibel ist. Europa ist und bleibt durch die eigene Politik im Vergleich zu den USA und Japan in einer kritischeren Situation. Der globale Süden ist nach vorne schauend deutlich besser aufgestellt.

Der Dienstleistungssektor bewegte sich im vierten Quartal 2023 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung im Quartalsvergleich global in einer Seitwärtsbewegung auf positivem Terrain, fortgesetztes Wachstum implizierend. Die Heterogenität zwischen den Ländern ist erheblich. Großbritannien und die USA stachen im vierten Quartal positiv hervor, anders die Eurozone und Deutschland (Indien 56,9, UK 52,7, Japan 52,0, USA 51,3, China 50,4, Deutschland 48,4, Eurozone 48,1). Global betrachtet steuert dieser Sektor fortgesetzt zum Wachstum bei.

Innerhalb der Weltwirtschaft ergeben sich heterogene Dynamiken, die mit den Themen der Energieversorgungssicherheit als auch der Energiepreise (Konkurrenzfähigkeit), aber auch der westlichen Politik der Ab- und Ausgrenzung (Sanktionspolitiken) korreliert sind. Je länger ein global unausgewogenes Szenario diesbezüglich dominiert, desto größer wird die Divergenz der strukturellen und konjunkturellen Entwicklungen gegenüber den diesbezüglich benachteiligten westlichen Regionen werden, allen voran gegenüber Westeuropa und maßgeblich gegenüber Deutschland.

Das Thema Zinserhöhungen hat in der westlichen Welt hinsichtlich des deutlichen Rückgangs der Inflation im vierten Quartal zunächst sein Ende gefunden. Das vierte Quartal lieferte den Bruch mit diesem Politikansatz. Die Vorreiterrolle nahmen die USA ein. Dort wird frühestens ab März 2024 mit Zinssenkungen gerechnet. Sowohl die EZB als auch die Bank of England zeigen sich weniger bereit, das Thema Zinssenkungszyklus zu forcieren. Hier sind früheste Schritte ab Mitte des Jahres möglich, sofern es nicht zu Verwerfungen bei der Inflation kommt.

Zunächst setzen sich damit realwirtschaftlich grundsätzlich die Belastungen der Zinserhöhungspolitik in großen, aber nicht in allen Teilen fort. Die westliche Wirtschaft profitierte im vierten Quartal von den markant rückläufigen Kapitalmarktzinsen. Das sollte sich im ersten Quartal 2024 fortsetzen. Der Druck durch hohe Kapitalmarktzinsen auf die Bau- und Immobilienbranche nahm ab. Das eröffnet nach vorne schauend Stabilisierungs- oder sogar Belebungstendenzen für diese Branchen im kommenden Quartal und potentiell im Jahresverlauf 2024.

Der Rohstoffsektor belastete die Weltwirtschaft und die Weltfinanzmärkte kaum. Der Ölpreis sank gegenüber den Jahreshöchstständen bei 93 USD pro Fass per September 2023 auf bis unter 75 USD, um sich dann um die Marke von 80 USD zu stabilisieren. Auch bei den Erdgaspreisen kam es zu keinen nennenswerten Belastungen. Die Lager im Westen waren zur Herbstsaison gut gefüllt. Bei Industriemetallen gab es bei den einzelnen Metallen Volatilitäten, ohne jedoch markanten Einfluss auf das Inflationsgeschehen zu nehmen. Bei Agrarrohstoffen kam es zu markanten Preissteigerungen bei Reis, Kaffee und Kakao. Dagegen nahmen der Weizenpreis, der Zuckerpreis, Mastrindpreise und Preise für mageres Schweinefleisch ab. Nach vorne schauend sind zunächst keine Verwerfungen an den Rohstoffmärkten auszumachen. Bezüglich der Risiken für die Energiemärkte muss der Fokus auf der Entwicklung im Gaza-Konflikt liegen. Die Situation ist und bleibt prekär.

Die Perspektiven für den Technologiesektor oder zumindest für Teile dieses Sektors bleiben positiv ausgerichtet. Die erwartete Zinsentspannung unterstützt hintergründig die kapitalintensive Branche. Das Thema Künstliche Intelligenz ist bezüglich des Potentials weiter im Fokus. Perspektivisch wirkt Künstliche Intelligenz durch massive Erhöhung der Effizienz mittel- und langfristig reduzierend auf Inflation.

Die verfügbaren Fakten liefern keine Grundlagen für einen Trendwechsel in Richtung einer belebteren Gangart der Weltkonjunktur in zeitlicher Nähe. Die Spreizung bezüglich der Konjunkturentwicklungen zwischen den Industrienationen wird sich zu Gunsten der Schwellenländer tendenziell ausweiten. Die Spreizung der Konjunkturentwicklungen innerhalb der Eurozone zu Lasten Deutschlands wird ohne Umsteuerung in Berlin nicht abnehmen.

 

Der Finanzmarkt

An den Finanzmärkten ergab sich im Herbstquartal erhöhte Risikobereitschaft getragen von stabilisierten Einkaufsmanagerindices in der westlichen Hemisphäre und von rückläufiger Preisinflation und dadurch induzierten Zinssenkungserwartungen. Hoffnungswerte auf die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Konflikts unterstützten gleichfalls. Der Gaza-Konflikt wurde und wird aktuell als regionaler Konflikt bewertet.

Die Divergenz zwischen der Konjunkturentwicklung in den Industrienationen im Vergleich zu den Schwellenländern wird an diversen Märkten kaum oder weiter nicht diskontiert.

 

Aktienmärkte: Ein Blick auf den Quartalsverlauf

Innerhalb dieses Korrekturmodus liefen US-Märkte weiterhin besser als die europäischen Märkte. Die Vorteile des US-Wirtschaftsraums gegenüber Europa bezüglich der Themen Innovationspolitik, Regulatorik, Energiepolitik, Steuerpolitik und Subventionspolitik wirkten und wirken zu Lasten der Finanzmärkte Europas und zu Gunsten der Märkte USA.

Die Schwäche an Chinas Aktienmärkten (CSI, Hangseng) war im Quartalsvergleich im internationalen Vergleich ausgeprägt. Weiter verfingen Themen wie Chinas Wachstumsvorteile, Zinssenkungspotentiale, hoher Realzins oder konservative Bewertungskriterien nicht. Erkennbar spielten und spielen geopolitische Erwägungen in der Kapitalallokation westlicher Teilnehmer eine belastende Rolle für Chinas Märkte.

Indien, das eine geopolitische Ambivalenz zwischen dem Westen und Osten lebt, ist nicht vom Bannstrahl durch westliche Kapitalsammelstellen betroffen. Der Aktienmarkt lief besser als in Europa, aber weniger stark im Vergleich zu den US-Märkten.

Japans Aktienmärkte gewannen im vierten Quartal 2023 leicht an Boden. Die im Vergleich zu den USA und Europa schwächere Performance war und ist korreliert mit schwächeren ökonomischen Fundamentaldaten.

Fazit: Der Aufwärtsmodus an den Aktienmärkten war mit Ausnahme Chinas und Honkongs und mit Abstrichen in Japan ausgeprägt. Die Bewertungsniveaus an den Märkten mit Ausnahme der Märkte in China und Hongkong implizieren für das erste Quartal 2024 im Verlauf moderate Korrekturrisiken.

 

Rentenmärkte: Ein Blick auf den Quartalsverlauf

Die Rentenmärkte setzten ihren positiven Verlauf im vierten Quartal fort. Unter Schwankungen kam es zu deutlich sinkenden Kaitalmarktzinsen.

Getragen war die Entwicklung von zum Teil unerwartet starken Rückgängen bei den Inflationsraten in der westlichen Hemisphäre, die zu Zinssenkungserwartungen in den USA per 2. Quartal führten. Für die Eurozone und Großbritannien sind die Erwartungen moderater und zielen in Richtung des dritten Quartals 2024. Anders als in den USA und Großbritannien ergibt sich für die Eurozone ein besonderes Problem. Die Spreizung des Verbraucheranstiegs ist innerhalb der Länder der Eurozone ausgeprägt. So liegt der Anstieg in Portugal bei 1,40 % und in Österreich bei 5,35 %. Auch dieser Umstand wird zu einer zögerlichen Vorgehensweise der EZB beitragen.

Rückläufiger Inflationsdrucks hat sich im vierten Quartal 2023 auch dank starker Basiseffekte eingestellt.

Fazit: In den letzten beiden Quartalen kam es zu einem merklichen Rückgang der Kapitalmarktzinsen, getragen von einem markanten Rückgang der Preisinflation. Die auslaufenden Basiseffekte implizieren, dass diese Entwicklung nicht fortgeschrieben wird. Es zeichnet sich eine Bodenbildung bei den Kapitalmarktzinsen ab.

 

Devisenmärkte: Ein Blick auf den Quartalsverlauf

An den Devisenmärkten bestimmten Zinserwartungen und weniger Konjunkturthemen die Märkte. Darunter litt der USD im Quartalsverlauf gegenüber allen anderen Hauptwährungen. Die fiskalische Schwäche der USA (hohe Haushaltsdefizite) und die negativen Wendungen in der Geopolitik, die den Westen isolierter dastehen lassen, als auch die Emanzipation des Globalen Südens wirkten sich weniger gegenüber den anderen westlichen Hauptwährungen, aber sehr wohl gegenüber nicht korrelierten Alternativen, hier Gold und Bitcoin aus.

Fazit: Die Dynamik der Veränderungen in der Weltwirtschaft (Glaubwürdigkeit, Anteile, Momentum) flankiert von den Veränderungen der globalen politischen Struktur (u.a. BRICS+) führen zu Neubewertungen, die nicht korrelierte Alternativen (Gold, Krypto-Anlagen) zu westlichen Währungen stärken. Zwischen den westlichen Währungen spielen zunächst primär Zinserwartungen und sekundär Konjunkturerwartungen für die Bewertungen der einzelnen Währungen eine hervorgehobene Rolle. Damit sollte sich der Druck auf den USD gegenüber den anderen Hauptwährungen im ersten Quartal 2024 fortsetzen.

 

Marktüberblick

Aktien

Performance Aktuell lfd. Jahr 1J 3J 5J
DEUTSCHLAND
DAX 40 16.751,64 20,31% 20,31% 6,88% 9,67%
MDAX 27.137,30 8.04% 8.04% -4,13% 4,68%
SDAX 13.960,36 17,06% 17,06% -1,85% 7,98%
EUROPA
Euro St. 50 4.521,65 19,19% 19,19% 8,37% 8,54%
FTSE 100 7.733,24 3,78% 3,78% 6,18% 2,82%
CAC 40  7.543,18 16,52% 16,52% 10,76% 9,78%
SMI 11.137,79 3,81% 3,81% 1,33% 5,73%
 GLOBAL
S&P 500 4.769,83 24,23% 24,23% 8,29% 13,73%
Hang-Seng 17.047,39 -13,82% -13,82% -14,45% -7,99%
Nasdaq 16.825,93 53,81% 53,81% 9,29% 21,59%
Nikkei 33.464,17 28,24% 28,24% 6,83% 10,83%
 

Rohstoffe

(USD)
Gold 2.062,75 13,05% 13,05% 2,82% 10,02%
Öl Brent 71,65 -10,73% -10,73% 13,88% 9,55%

 

Währungen
EUR/USD 1,1037 3,12% 8,67% -9,52% -8,49%
EUR/CHF 1,0768 6,55% 6,55% 5,21% 3,97%

 

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einBlick: Künstliche Intelligenz: Hype oder historische Chance?

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist momentan eines der spannendsten Themen in der Geldanlage – mit großen Chancen; aber auch großen Risiken

Immer neue Entwicklungsschritte und Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) sind bereits seit mehreren Jahren ein Thema. Mit dem Start von ChatGPT ist diese nun auch im Alltag von Millionen Menschen angekommen und hat einen regelrechten Hype ausgelöst. Sowohl im kollektiven Bewusstsein als auch an den Börsen. Wenige zweifeln daran, dass die Künstliche Intelligenz in den nächsten Jahren und Jahrzehnten unsere Wirtschaft und die Arbeitswelt verändern wird. Bei so viel Vorschusslorbeeren sollten Anleger trotzdem genau hinschauen: Wer sind zukünftig tatsächlich die größten Profiteure der neuen Technologie und sind diese noch fair bewertet?

Wie hoch der Stellenwert der KI auch in Deutschland ist, hat sich Anfang November gezeigt. Mehrere große Investoren aus der deutschen Wirtschaft verkündeten gemeinsam mit Wirtschaftsminister Robert Habeck den Einstieg beim deutschen KI-Unternehmen „Aleph Alpha“. SAP-Produktchef Thomas Saueressig, Bosch-Digitalchefin Tanja Rückert und der Digitalvorstand Rolf Schuhmann von der Schwarz Gruppe sicherten dem Start-Up aus Heidelberg nicht nur Investitionen in Höhe von 500 Millionen Dollar, sondern auch Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe zu.

Im Vergleich zu den 20 Milliarden Dollar, die angeblich allein Microsoft in den ChatGPT-Entwickler OpenAI gesteckt hat, mag diese Summe zwar vergleichsweise klein anmuten, sendet aber eine wichtige Botschaft: Deutschland und Europa möchten nicht in eine technologische Abhängigkeit geraten. Denn die Entwickler der wichtigsten KI-Sprachmodelle sitzen aktuell überwiegend in den USA und China. Sollte diese Technologie zukünftig zum allgegenwärtigen Alltagsassistenten werden, will Europa unbedingt auch über eigene Alternativen verfügen. Zu häufig wurden in den letzten Jahren wichtige technologische Entwicklungen verschlafen und mit Neid auf die US-Tech-Riesen aus den USA geschaut.

Das Beispiel „Aleph Alpha“ zeigt auch, dass es im Markt der Künstlichen Intelligenzen noch Nischen gibt, die findige Unternehmen besetzen können. Anstatt einfach eine deutsche Variante von ChatGPT zu entwickeln, spezialisierten sich die Heidelberger ganz gezielt auf Anwendungen für Unternehmen und Behörden. Zudem bietet ihre KI eine entscheidende Innovation: Im Gegensatz zu den großen Konkurrenten kann ihr Sprachmodell eigene Aussagen belegen und selbst auf etwaige Widersprüche hinweisen.

Eine Erfolgsstory aus dem Bereich KI und Digitalisierung wäre wichtig für die deutsche Wirtschaft. Denn längst ist klar, dass für weiteres Wachstum – bei gleichzeitig alternder Bevölkerung und Fachkräftemangel – die Produktivität deutlich gesteigert werden muss. Einen solchen Produktivitätsschub könnte die Künstliche Intelligenz durch ihre Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten bieten.

Insbesondere bei der Automatisierung von wiederholenden und zeitaufwendigen Aufgaben spielt sie ihr Potential aus. Durch maschinelles Lernen können Algorithmen dazu trainiert werden, bestimmte Prozesse eigenständig zu erledigen. Dies führt nicht nur zu einer erheblichen Zeitersparnis, sondern ermöglicht es den Mitarbeitern auch, sich auf anspruchsvollere und kreativere Aufgaben zu konzentrieren. Diverse Modelle können zudem große Mengen von Daten in Echtzeit analysieren und wertvolle Einblicke liefern. Unternehmen können damit Muster und Trends erkennen, die für menschliche Analysten schwer zu identifizieren wären. Dieser datengetriebene Ansatz ermöglicht eine präzisere Planung und strategische Ausrichtung.

Die Zukunftschancen dieser Technologie lassen sich in diesem Jahr auch an der Aktienkursentwicklung von vielen Technologieunternehmen ablesen. Die Auswahl der richtigen Werte war für Anleger und Fondsmanager dabei aber gar nicht so einfach. Im allgemeinen Hype wurden kurzfristig auch die Aktienkurse von Unternehmen nach oben getrieben, die keine wirklichen Innovationen oder langfristige Strategien vorweisen konnten. Genau so schnell wie sie nach oben gingen, fielen die Bewertungen dieser Aktien auch wieder.

Grundsätzlich profitieren insbesondere Unternehmen, die bereits über zahlreiche Nutzerdaten verfügen und bereits Erfahrung mit künstlicher Intelligenz haben, wie Meta (ehem. Facebook), Amazon, Apple, Google und Twitter. Hinzu kamen Chiphersteller, deren Halbleiter-Technologie Grundlage der Künstlichen Intelligenz ist und damit erstmal unverzichtbar bleiben. Viele Fondsmanager haben aber auch weitere Bereiche ausgemacht, die langfristig von KI profitieren sollten:

 

Soziale Medien und Marketing

KI hat einen erheblichen Einfluss auf soziale Medien. Plattformen verwenden KI-Algorithmen für personalisierte Werbung, basierend auf dem individuellen Nutzerverhalten. Die Technologie ermöglicht außerdem die Gesichtserkennung, um Fotos und Videos zu organisieren.

 

E-Commerce

Personalisierte Produktempfehlungen basieren auf KI-Analysen von Nutzerverhalten und Präferenzen. Die Logistik wird durch KI-optimierte Routenplanung und Bestandsverwaltung effizienter gestaltet. Dadurch werden nicht nur operative Kosten gesenkt, sondern auch die Kundenzufriedenheit gesteigert.

 

Automobilindustrie

KI revolutioniert die Automobilindustrie, insbesondere im Bereich autonomes Fahren. Fahrerassistenzsysteme, die auf maschinellem Lernen basieren, sollen die Sicherheit auf den Straßen verbessern. Die Vernetzung von Fahrzeugen wird durch KI ermöglicht, was zu fortschrittlicheren und effizienteren Transportlösungen führt.

 

Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen spielt KI eine entscheidende Rolle bei der Analyse großer medizinischer Datenmengen. Die Technologie unterstützt Ärzte bei präziseren Diagnosen und ermöglicht personalisierte Behandlungsansätze. KI trägt dazu bei, medizinische Forschung voranzutreiben und den Zugang zu individualisierter Medizin zu erleichtern.

Alles in allem wird deutlich, dass Künstliche Intelligenz einen großen Einfluss auf viele Bereiche der Wirtschaft hat. Der Einsatz von KI verbessert Abläufe, eröffnet neue und innovative Lösungen und fördert die Entstehung fortschrittlicher Produkte und Dienstleistungen. So sorgt KI dafür, dass Unternehmen effizienter arbeiten können, indem sie intelligente Technologien nutzen, die nicht nur bestehende Prozesse optimieren, sondern auch Raum für völlig neue Ideen und Entwicklungen schaffen.

Fazit

Mit dem Aufkommen des KI-Zeitalters sollten Investoren das große Potenzial dieser Technologie nicht ignorieren. Doch wie uns frühere technologische Fortschritte bereits gezeigt haben, ist es für Anleger einfach, sich von den neuesten Megatrends mitreißen zu lassen. Viel schwieriger ist es jedoch, zu erkennen, welche Unternehmen letztendlich zu den Gewinnern gehören werden. Bei der Anlage sollte der Fokus dabei nicht ausschließlich auf den Anbietern von Sprachmodellen oder anderen KI-Lösungen liegen. Auch im Bereich der Hardware rund um das Thema KI wird es diverse Gewinner geben. Hinzu kommen Unternehmen, deren Geschäftsmodelle nichts direkt mit Künstlicher Intelligenz zu tun haben, aber durch ihre Nutzung enorme Effizienzsteigerungen erhalten. Durch eine entsprechend breite Streuung können Anleger, die auf eine KI-Revolution setzen, ihr Risiko deutlich verringern.

 

 

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einBlick: Kleine Unternehmen, große Chancen

Aktien kleinerer Unternehmen bieten mitunter hohe Chancen, können aber auch stärker im Wert schwanken

Kleine Unternehmen, die sogenannten „Small Caps,“ sind ein faszinierender Teil des Aktienmarktes. Sie haben oft das Potenzial für beeindruckende Renditen, aber auch erhebliche Schwankungen. Die starkansteigenden Zinsen und Rezessionsängste der letzten beiden Jahre haben dafür gesorgt, dass Small Caps hinter den Aktien großer Unternehmen zurückgeblieben. Es lohnt sich aber genau hinzuschauen, warum dies so ist und insbesondere wann dieses Verhältnis wieder kippen könnte.

Small Caps sind Unternehmen mit einer vergleichsweise geringen Marktkapitalisierung. Die genaue Definition kann je nach Börse und Region variieren, aber im Allgemeinen sind Small Caps typischerweise Unternehmen, deren Marktwert im Bereich von einigen Millionen bis zu einigen Milliarden Dollar liegt. Diese Unternehmen sind in der Regel kleiner als ihre „Large Cap“ und „Mid Cap“ Pendants, die oft in den Schlagzeilen stehen.

Die Vorteile von Small Caps liegen in ihrem Wachstumspotenzial. Kleine Unternehmen haben oft erhebliches Wachstumspotenzial. Sie können schneller expandieren, neue Märkte erschließen und innovative Produkte oder Dienstleistungen entwickeln. Zudem sind Small Caps in der Regel agiler und flexibler als große Konzerne. Sie können sich schnell an Veränderungen in der Geschäftsumgebung anpassen und Chancen nutzen, die sich bieten. Dies ist besonders wichtig in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen oder sich ändernder Marktdynamiken.

Auch die Tatsache, dass Small Caps oft weniger im Rampenlicht stehen, kann von Investoren genutzt werden. Da sie von den meisten Investoren übersehen werden, können sie unterbewertet sein und Fondsmanagern die Möglichkeit bieten, günstige Aktien zu finden. Im Gegensatz dazu werden größere Unternehmen ständig und sehr genau analysiert, sodass ich in diesem Segment seltener echte „Schnäppchen“ finden lassen. Schließlich sind kleine Unternehmen oft Innovationsführer und entwickeln neue Produkte oder Dienstleistungen, die den Markt verändern können. Investoren, die auf der Suche nach innovativen Ideen sind, könnten in Small Caps fündig werden.

Allerdings sind auch Nachteile mit Small Caps verbunden. Ihr Wachstumspotenzial geht in der Regel mit höheren Risiken einher. Kleinere Unternehmen sind anfälliger für Marktvolatilität, Finanzprobleme und Wettbewerbsdruck. Zudem haben Small Caps oft geringere Handelsvolumina als große Unternehmen, was zu geringerer Liquidität an den Börsen führt. Es kann schwieriger sein, Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, insbesondere in größeren Mengen. Dies kann unter Umständen zu starken (Tages-)Schwankungen führen. Des Weiteren verfügen kleine Unternehmen in der Regel über begrenztere finanzielle und personelle Ressourcen im Vergleich zu großen Konzernen, was sich auf ihre Fähigkeit auswirken kann, Wachstumsziele zu erreichen oder sich von Krisen zu erholen. Außerdem bedeutet die geringere Anzahl an Analysten, die Small Caps verfolgen und analysieren, dass gerade Privatanleger schwieriger an Informationen gelangen.

Der aktuelle Abschwung seit Beginn des Jahres 2022 wurde allerdings noch von weiteren Faktoren begünstigt. Die Zentralbanken der entwickelten Märkte haben auf die hohe Inflation mit aggressiven Zinserhöhungen reagiert. Infolgedessen zieht sich die Inflation von ihren Höchstständen im Sommer zurück, insbesondere in den USA. Sie bleibt jedoch noch über den Zielraten vieler Zentralbanken, insbesondere in Großbritannien und Europa. Zum Beispiel betrug die Inflation in der Eurozone im September immer noch 4,3 Prozent, verglichen mit dem 2 Prozent Ziel der EZB. Small Caps reagieren besonders stark auf die steigenden Zinssätze. Dies liegt unter anderem in ihrem häufig höheren Verschuldungsniveau. Viele Small Caps sind auf Fremdkapital angewiesen, um zu wachsen oder ihre Geschäftstätigkeiten zu finanzieren. Wenn die Zinssätze steigen, erhöhen sich die Kosten für die Bedienung von Schulden, was die Gewinne der Unternehmen belastet. Dies kann dazu führen, dass die finanzielle Situation von Small Caps instabiler wird, da sie unter dem Druck steigender Zinsen leiden. Darüber hinaus wird die Fähigkeit dieser Unternehmen beeinträchtigt, neues Kapital aufzunehmen, insbesondere wenn sie in der Vergangenheit auf Kredite oder Anleihen angewiesen waren, um ihre Expansionspläne zu finanzieren. Eine eingeschränkte Kapitalverfügbarkeit kann das Wachstumspotenzial von Small Caps erheblich beeinträchtigen.

Zudem tendieren Anleger oft dazu, in Zeiten steigender Zinsen ihr Kapital aus riskanteren Anlagen abzuziehen und in sicherere Anlagen wie Staatsanleihen oder größere, etablierte Unternehmen zu investieren. Dies führt zu einem Rückgang der Nachfrage nach Small-Cap-Aktien und kann deren Preise drücken. Infolgedessen können Small Caps in Zeiten steigender Zinsen Schwierigkeiten haben, ihre Aktienkurse aufrechtzuerhalten.

Für das Jahr bedeutete 2022 dies konkret: Konnte sich der DAX im Vorjahr mit einem Minus von rund 12 Prozent vergleichsweise passabel aus der Affäre ziehen, standen beim SDAX satte 27 Prozent Verlust zu Buche. Auch seit Jahresbeginn 2023 liefen die Kurse der Small Caps den Large Caps nur hinterher.

Trotz oder gerade wegen dieser Entwicklung, sollten sich Anleger gerade jetzt wieder mit den kleinen Unternehmen auseinandersetzen. Denn die genannten negativen Faktoren werden auf den Kopf gestellt, wenn wir aus einer Phase steigender Zinsen oder einer Rezession herauskommen. In Erholungsphasen übertreffen kleinere Unternehmen normalerweise ihre größeren Konkurrenten. Aufgrund ihrer Natur sind Small Caps wendiger und können schneller auf Veränderungen in der Geschäftsumgebung reagieren als Large Caps. Kleinere Unternehmen können daher von den neuen Chancen profitieren, die eine wachsende Wirtschaft bietet. Der daraus resultierende Anstieg des Risikoappetits der Investoren hilft auch kleinen Unternehmen.

Auch die Bewertungen sind attraktiv. In Europa handeln kleinere Unternehmen historisch betrachtet eigentlich mit einem Aufschlag gegenüber großen Unternehmen aufgrund ihres überlegenen Wachstums- und Ertragspotenzials. Nach der schwachen Performance des letzten Jahres handeln europäische Small Caps derzeit allerdings wieder mit einem Rabatt gegenüber ihren größeren Pendants. Angesichts des potenziellen Aufschwungs beim Verlassen von Abschwüngen könnte dies einen attraktiven Einstiegspunkt für langfristige Investoren darstellen.

In den USA spielt sich eine ähnliche Dynamik ab. Hier ist der Bewertungsabschlag von Small Caps gegenüber Large Caps so groß wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Ein Einstieg sollte sich also langfristig lohnen. Tatsächlich haben Small-Cap-Aktien in den USA nach einem ähnlichen Niveau der „Günstigkeit“ Anfang 2001 in den folgenden drei, fünf und zehn Jahren deutlich besser abgeschnitten.

Grundsätzlich kann die Aufnahme von Small Caps in ein Portfolio die Diversifikation erhöhen und somit das Gesamtrisiko eines Portfolios reduzieren. Erstens weisen Small Caps oft eine geringere Korrelation zu Large-Cap-Aktien auf, was die Risikostreuung im Portfolio verbessert. Zweitens sind Small Caps weniger von internationalen Märkten abhängig, wodurch das Portfolio gegenüber globalen Risiken abgeschirmt wird. Drittens agieren Small Caps in verschiedenen Branchen und Sektoren, was Chancen in Nischenmärkten eröffnet. Die Einbeziehung dieser Unternehmen kann dazu beitragen, das Portfolio gegenüber internationalen Risiken zu schützen und Renditechancen in vielfältigen Marktbedingungen zu bieten.

 

 

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einBlick: Tech-Boom sorgt für Indexanpassung

Der US-Index Nasdaq bildet die Entwicklung von Technologie-Aktien abDiesen Sommer musste der wichtige Index Nasdaq 100 außerplanmäßig angepasst werden. Durch die Kursrally bei Apple, Alphabet, Nvidia, Microsoft & Co. sind die großen Technologiewerte übermächtig geworden. Die Anpassung soll die „Überkonzentration im Index“ beheben. Welche Auswirkungen eine solche Indexanpassung auf die entsprechenden Einzelwerte oder Märkte hat und ob dieses Vorgehen auch bei anderen Indizes Schule machen könnte, wollen wir uns etwas näher anschauen.

Knapp neuneinhalb Billionen Dollar sind die fünf größten Technologiekonzerne der Welt wert: Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Nvidia. Das ist fünfmal so viel wie alle 40 Dax-Konzerne zusammen. Diese gigantischen Bewertungen haben inzwischen auch große Auswirkungen auf die Zusammenstellung verschiedener Indizes. Die sechs größten Werte im Nasdaq 100 erreichten zuletzt ein Gewicht von mehr als 50 Prozent. Das bedeutet: Wer einen Indexfonds auf den Nasdaq kauft, diversifiziert immer weniger und setzt stattdessen sein Geld auf eine Handvoll Techgiganten. Nicht umsonst wird der Index vom Marktbeobachtern scherzhaft auch als „Microsoft-Apple-Nvidia-AmazonMeta-Tesla-Alphabet-Index“ bezeichnet.

Der Rendite hat das bisher noch nicht geschadet: Der Nasdaq-100-Index, der als wichtigster Tech-Aktienindex gilt, obwohl er auch zahlreiche Nicht-Tech-Werte wie PepsiCo und Starbucks enthält, hat zwischen Januar und Juni knapp 40 Prozent zugelegt. Das war sein bestes erstes Halbjahr überhaupt und auch mehr als während der Internetblase zur Jahrtausendwende. Zum Vergleich: Der bekannte US-Leitindex Dow Jones legt im gleichen Zeitraum nur um etwa 5 Prozent zu.

Damit Fondsmanager nicht gegen Vorgaben der USBörsenaufsicht verstoßen, war der Indexanbieter beim NASDAQ 100 jetzt allerdings zum Handeln gezwungen: Laut der Diversifizierungsregel der Aufsichtsbehörde darf das Gesamtgewicht der größten Aktienbestände (die einen Anteil von 4,5 Prozent oder mehr haben) insgesamt nicht mehr als 48 Prozent betragen. Damit ETFS, die den Index nachbilden, oder Fondsmanager, die sich an ihm orientieren, nicht gegen diese Regelung verstoßen, mussten die Anteile der größten „Schwergewichte“ verringert werden. Die Neugewichtung erfolgte dabei auf Basis der aktuellen Titel. Es kamen also keine weiteren Aktien hinzu, um die Gewichtung zu „verwässern“.

Konkret fiel der Anteil der sieben größten Unternehmen von 56 Prozent auf 44 Prozent. Mit fast 3 Prozent fiel die „Schrumpfung“ bei den Unternehmen Microsoft und Nvidia am größten aus. Im Gegenzug stiegen die Gewichte der 93 übrigen Aktien. Beispielsweise stiegen die Anteile des Halbleiterherstellers Broadcom um 0,6 Prozentpunkte, während die des Softwarekonzerns Adobe und des Telekommunikationsspezialisten Cisco um jeweils 0,4 Prozentpunkte nach oben gingen. Weitere Gewinner sind etwa die Kaffeehauskette Starbucks, Booking Holdings (das das Online-Reiseportal booking. com besitzt) und das Pharmaunternehmen Gilead Sciences.

Freuen kann sich über die Anpassung auch die Deutsche Telekom. Denn die US-Tochter „T-Mobile US“ wird ebenfalls im NSADAQ geführt und macht etwa 1 Prozent des Gesamtgewichts aus. Wenn die Nachfrage nach diesen Aktien steigt, hat dies auch einen positiven Einfluss auf die Bewertung der US-Tochter in der Bilanz der Deutschen Telekom (sie hält aktuell 50,43 Prozent am US-Mobilfunkanbieter).

Gerade für die großen Werte im Index hielten sich die kurzfristigen Auswirkungen der Anpassung aber in Grenzen. Die Kurse der großen Unternehmen und auch der NASDAQ insgesamt konnten in den Tagen nach der Umschichtung sogar leicht zulegen. Jenseits der aktuellen Tagesentwicklungen ergeben sich aus der Nasdaq-Reform in den USA zwei langfristige Szenarien, auf die Anleger ein besonderes Augenmerk richten sollten:

Falls der anhaltende Boom im Bereich Technologie und Künstliche Intelligenz (KI) sich unvermindert fortsetzt, könnte dies dazu führen, dass Unternehmen wie Apple, Microsoft und ähnliche weniger starken Einfluss auf die Aufwärtsbewegung des Nasdaq-100-Index ausüben werden. In diesem Fall könnte die Performance der Ausgabe Oktober 2023 Seite 4 Wir leben Beratung amerikanischen Technologiebörse etwas gedämpfter sein als bisher. Im Gegenzug könnte die Nasdaq zukünftig widerstandsfähiger sein, wenn die Kurse der stark gestiegenen und hoch bewerteten Aktien der aktuellen Tech-Größen eines Tages an Wert verlieren oder sogar stark zurückgehen. In diesem Szenario würde die Nasdaq weniger stark beeinträchtigt werden.

Die grundsätzliche Diskussion um die schlechte Diversifikation von vielen US- oder Welt-Indizes wird in jedem Fall weitergehen. Schon länger in der Kritik ist vor diesem Hintergrund auch der beliebte „MSCI World“. Das Portfolio des Index deckt immerhin 1.513 Unternehmen aus 23 Industrienationen. Die meisten Anleger gehen daher auch von einer breiten Streuung der Anlagen aus, die die Schwankungen des Index verringern sollen. Schaut man sich die Gewichtungen der Länder und Einzelwerte aber genauer an, erkennt man aber auch hier Klumpenrisiken. Die zehn größten Positionen kommen hier alleine auf ein Gewicht von fast 20 Prozent. Auch hier dominieren die großen Technologie-Aktien. Die restlichen gut 80 Prozent verteilen sich auf die übrigen 1.500 Unternehmen auf.

Auch bei der Ländergewichtung fällt ein Ungleichgewicht auf. Für einen „Welt-Index“ sollte der Anteil von 70 Prozent US-Aktien den ein oder anderen Anleger dann doch kräftig überraschen. Für Euro-Anleger ist dies besonders relevant, da sie damit auch einem Währungsrisiko ausgesetzt sind. Wird der Dollar im Verhältnis zum Euro schwächer, wirkt sich das auch negativ auf die Performance ihrer Anlage aus. Im umgekehrten Fall können sie aber auch von einer Dollarstärke profitieren.

Befürworter des Index geben aber zu bedenken, dass die Gewichtung der Unternehmen nach der Marktkapitalisierung nicht umsonst der Regelfall bei der Indexerstellung ist. Die wertvollsten Unternehmen sind schließlich nicht ohne Grund in einer marktbeherrschenden Position. Ihre Produkte oder Dienstleistungen sind in der Regel weltweit angesehen und nicht mehr aus dem Leben der Menschen wegzudenken. Ein hoher Marktanteil, stabile Bilanzen und hoher Cashflow machen sie darüber hinaus auch in Krisenzeiten besonders widerstandsfähig. Dies hat auch der MSCI World gerade in schwierigen Börsenjahren immer wieder bewiesen.

Wer sich trotzdem eine breitere Streuung in seinem Welt-ETF haben möchte, muss aber nicht auf eine etwaige Anpassung des MSCI World warten. Am Markt gibt es schon längst Alternativen, die vermeintliche Schwächen des Welt-Index vermeiden wollen. Wen etwa der hohe USA-Anteil im Index stört, kann auf den MSCI World All Countries zurückgreifen, der auch 26 Schwellenländer wie China in das Portfolio aufnimmt. Noch kleiner wird das Gewicht von Aktien aus den Vereinigten Staaten, wenn die Ländergewichtung nach der Höhe des BIP gewichtet wird. Hier verringert sich die US-Quote von knapp 70 auf etwa 30 Prozent. Darüber hinaus gibt es inzwischen auch Welt-Indizes, die alle Unternehmen genau gleich gewichten. So ist sichergestellt, dass kein Land oder Einzelunternehmen ein Übergewicht im Index besitzt. Der Performance hätte diese Allokation in den letzten Jahren des TechnologieHypes aber eher geschadet.

Übrigens: Wer Angst vor einer regulatorischen Anpassung des DAX hat, kann an dieser Stelle beruhigt werden. Die fünf größten Unternehmen im deutschen Leitindex vereinen zusammen „lediglich“ etwa 37 Prozent des Index-Gewichts auf sich. Ein Eingreifen wird hier also erstmal nicht nötig werden.

 

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einBlick: Die Gewinner der Zinswende

Zinsanstieg

Die Zinsen sind seit Jahresbeginn 2022 stark angestiegen. Die Anlageklassen reagieren unterschiedlich sensibel auf Zinsänderungen.

Erst im Juli hat die Europäische Zentralbank die Leit­ zinsen auf 4,25 Prozent erhöht. Dem höchsten Stand seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008. Der rapide Anstieg der Zinsen über die letzten 18 Monate in Europa und auch den USA hat die Märkte zwischen­ zeitlich durcheinandergewirbelt. Die Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen waren dabei oft sehr unterschiedlich. Grund genug, auf diese Entwicklungen zurückzublicken und Schlüsse für die Zukunft zu zie­ hen. Denn eines ist sicher: Die Zeit wieder sinkender Zinsen kommt bestimmt!

Die Leitzinsen sind ein zentrales Instrument der Geld­ politik einer jeden Volkswirtschaft im Kampf gegen Inflation (Zinserhöhungen) oder zur Stützung der Kon­ junktur(­senkungen). Bei Zinserhöhungen steigt der Kostenaufwand für Geschäftsbanken, wenn sie sich bei ihrer Zentralbank Geld leihen. Diese zusätzlichen Kosten werden in der Regel von den Geschäftsbanken auf ihre Kunden (Privatleute und Unternehmen) über­ tragen. Verändert eine Zentralbank ihre Leitzinsen, hat das aber nicht nur direkte Effekte auf den Finanzsektor, sondern zieht auch weitreichende Konsequenzen für alle Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Edelmetalle nach sich.

Nach mehreren Zinserhöhungen im Verlauf dieses Jahres zeichnet sich laut Marktexperten langsam das Ende des Zinserhöhungszyklus ab. Angesichts der zurückgehenden Kerninflation in den USA wird es immer unwahrscheinlicher, dass die Federal Re­serve weitere Zinserhöhungen durchführt. Im Ge­gensatz dazu wird in Europa mindestens ein weiterer Zinsschritt im laufenden Jahr erwartet. Einige Wirt­ schaftswissenschaftler haben jedoch jüngst für die Idee einer Zinspause im September plädiert. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, sowie Friedrich Heinemann, Ökonom am Mannheimer Wirtschafts­ forschungsinstitut ZEW, sprachen sich dafür aus, die Wirkung der jüngsten Zinserhöhungen abzuwarten und ihre Auswirkungen auf die Inflationsentwicklung zu be­obachten. Im Oktober könnte die EZB dann immer noch mit einem Zinsschritt reagieren.

Anleger, die von einer möglichen Trendumkehr bei den Zinsen profitieren möchten, sollten frühzeitig ihre Anlagestrategie anpassen, um auf potenziell fallende Zinsen vorbereitet zu sein. Hierbei ist es entscheidend, die Reaktion verschiedener Anlageklassen auf Zinsän­derungen genau zu analysieren. Und selbst innerhalb der einzelnen Kategorien kann es deutliche Unterschie­de in der Stärke der Reaktion geben.

 

1. Anleihen:

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, und ihre Rendite steht in direktem Zusammenhang mit den ak­ tuellen Zinssätzen. Steigende Leitzinsen führen dazu, dass neu emittierte Anleihen höhere Zinsen bieten müssen, um Anleger anzulocken. Bestehende Anleihen mit niedrigeren Zinssätzen verlieren daher an Attrak­tivität und könnten an Wert verlieren, wenn Anleger auf dem Sekundärmarkt höhere Renditen verlangen. So geschehen im Jahr 2022, als steigende Zinsen zu massiven Verlusten bei langlaufenden Anleihen führten. Anleihen mit kürzeren Laufzeiten wurden hingegen deutlich weniger von Zinsschwankungen beeinflusst – egal ob nach oben oder nach unten.

Umgekehrt könnten sinkende Leitzinsen die Nachfrage nach bestehenden Anleihen erhöhen, da sie im Ver­ gleich zu neuen Anleihen mit niedrigeren Zinssätzen attraktiver werden. Dies kann zu steigenden Anleihe­ preisen führen, was zu Kapitalgewinnen für Anleihe­ investoren führt. Allerdings könnten stark sinkende Zinsen auch zu einem Punkt kommen, an dem die Ren­diten auf Anleihen so niedrig sind, dass Investoren nach alternativen Anlageklassen suchen.

Aktuell bewegen sich Anleihe (noch) in einem beson­ deren Umfeld: Die Zinsstruktur ist invers! Das bedeutet, dass die Renditen für kurzlaufende Anleihen höher sind als die Renditen für langlaufende Anleihen. Es sollte also noch eine Weile vorteilhaft sein, sogenannte „Kurz­läufer“ zu bevorzugen. Erst wenn die Zinsen wieder fal­len oder sich die Konjunktur deutlich aufhellt, könnte die Situation wieder zu Gunsten der „Langläufer“ kippen.

 

2. Aktien:

Steigende Leitzinsen belasten in der Regel den Ak­ tienmarkt. Investoren könnten ihre Kapitalallokation überdenken und vermehrt in festverzinsliche Anlagen umschichten, die nun attraktivere Renditen bieten. Die höheren Opportunitätskosten für den Besitz von Aktien können zu einem Rückgang der Nachfrage führen, was wiederum die Aktienkurse unter Druck setzt. Unter­nehmen könnten auch mit steigenden Zinskosten für Schulden konfrontiert werden, was ihre Gewinnmargen reduzieren könnte.

Niedrige Leitzinsen haben tendenziell positive Effekte auf den Aktienmarkt. Sie verringern die Attraktivität von Anleihen und anderen festverzinslichen Anlagen, da diese im Vergleich zu Aktien niedrigere Renditen bieten. Investoren könnten daher vermehrt in Aktien investieren, um höhere Erträge zu erzielen. Dies kann zu einer erhöhten Nachfrage nach Aktien führen, was wiederum die Kurse steigen lässt.

Darüber hinaus können niedrige Zinsen die Kosten für Unternehmenskredite reduzieren. Unternehmen kön­nen günstiger Kapital aufnehmen, um Investitionen zu tätigen und zu wachsen. Dies kann sich positiv auf die Gewinne und somit auf die Aktienkurse aus­ wirken. Gemeinhin zählen in Zeiten niedriger Zinsen insbesondere Wachstums­-Aktien zu den Gewinnern. Diese profitieren oft stärker als Value-Aktien von den niedrigen Finanzierungskosten. Darüber hinaus stei­ gen die Bewertungen der Wachstumsunternehmen stärker, da die zukünftig erwarteten Erträge weniger stark abdiskontiert werden. Gerade Nebenwerte und Technologieaktien werden in Zeiten fallender Zinsen damit wieder besonders attraktiv.

Die Entscheidung zwischen Value­ und Growth­Aktien hängt aber letzten Endes von den individuellen Anlage­ zielen und der Risikobereitschaft ab. Während Value­-Ak­tien in einem unsicheren Marktumfeld Stabilität bieten könnten, könnten Growth­-Aktien mit ihrem Potenzial für zukünftiges Wachstum locken.

 

3. Rohstoffe und Edelmetalle:

Leitzinsänderungen haben auch Einfluss auf Rohstoff­ märkte, insbesondere auf Rohstoffe, die in US­Dollar gehandelt werden. Sinken die Leitzinsen in den USA schneller und stärker als in anderen Währungsregionen, schwächt dies den US­ Dollar und kann den Preis von Rohstoffen steigen lassen. Da Rohstoffe auf den inter­ nationalen Märkten in Dollar notieren, können sie für Inhaber anderer Währungen günstiger werden, was die Nachfrage befeuert. Stärker als von der Zins­ oder Währungsentwicklung sind Rohstoffe aber von der Konjunktur abhängig. Kommt die Wirtschaft – dank fallender Zinsen – besser in Schwung und die Auftrags­lage der Unternehmen verbessert sich, so steigt auch die Rohstoffpreise.

Im Segment der Rohstoffe nehmen Edelmetalle eine Sonderrolle ein. Gold wird oft als „sicherer Hafen“ be­trachtet, der in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und hoher Inflation Schutz bieten kann. Bleiben die Notenbanken im Kampf gegen die Inflation erfolgreich, könnte dies Gold also weniger attraktiv machen. Auf der anderen Seite reduzieren fallende Zinsen auch die Opportunitätskosten für den Besitz von Gold, da es im Gegensatz zu Aktien und Anleihen keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden generiert.

 

Fazit

Die Auswirkungen von Zinsänderungen sind nicht im­mer vorhersehbar und werden von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, einschließlich wirtschaftlicher Bedingungen und globaler Ereignisse. Eine kontinuier­liche Überwachung der Marktentwicklungen und eine Anpassung der Anlagestrategie sind daher von großer Bedeutung. Mit einem Mix aus Aktien und Anleihen sollten Anleger aber gut auf die Zinswende vorbereitet sein. Bei größerer Risikoneigung kann der Anteil von Aktien und insbesondere Wachstumswerten in den Portfolios erhöht werden. Im Anleihesegment ist bei der Auswahl auf die Laufzeit (Duration) der Wertpapiere zu achten. Kippt die Zinskurve, können langlaufende Anleihen wieder stärker gewichtet werden.

Beim Blick auf die möglichen Gewinner der Zinswende sollte aber auch eine breite Streuung der Anlagen nicht vernachlässigt werden. Diese bleibt auch in Zeiten sinkender Zinsen der beste Schutz vor bösen Über­raschungen.

 

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einBlick: Wie Infrastruktur Wachstum und Krisenresistenz vereint

Großflächige Infrastrukturinvestitionen sind nötig, um die Wirtschaft zu modernisieren, digitalisieren und nachhaltiger zu gestalten

Großflächige Infrastrukturinvestitionen sind nötig, um die Wirtschaft zu modernisieren, digitalisieren und nachhaltiger zu gestalten

Sie ist das Rückgrat der Wirtschaft und wahrscheinlich der wichtigste Standortfaktor überhaupt – vielerorts aber nicht mehr zukunftsfähig: Volkswirtschaften stehen weltweit vor der großen Herausforderung, ihre Infrastruktur zu modernisieren, zu digitalisieren und nachhaltig zu transformieren. Um diese Ziele zu erreichen, sind in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weltweit erhebliche Investitionen notwendig. Davon können und sollten auch Anleger profitieren.

Infrastruktur-Aktien zeichnen sich besonders durch ihre Krisenresistenz aus. Sie basieren häufig auf Geschäftsmodellen mit einer stabilen und vorhersehbaren Nachfrage, was zu gut prognostizierbaren Zahlungsflüssen führt. Die Notwendigkeit einer funktionierenden Infrastruktur bleibt unabhängig von der wirtschaftlichen Lage bestehen, da sie grundlegende Bedürfnisse wie Strom, Gas, sauberes Wasser, Abfallentsorgung, Rechenzentren und Mobilfunknetze erfüllt.

Auch Autobahnen, Flughäfen oder Versorgungsunternehmen müssen trotz wirtschaftlicher Unsicherheit weiter betrieben werden, da die Gesellschaft auf sie angewiesen ist. Dadurch können Investoren einen gewissen Schutz gegen konjunkturelle Abschwünge erhalten. Zudem bieten Infrastrukturaktien eine Möglichkeit zur Diversifikation des Anlageportfolios. Da sie oft in sehr unterschiedlichen Branchen (Energie, Bau, Telekommunikation, Wasser, etc.) tätig sind, können Schwankungen in einzelnen Marktsegmenten ausgeglichen werden.

Das zeigten Infrastrukturaktien auch im Jahr 2022: Im Vergleich zum breiten Aktienmarkt haben sie sich in einem schwierigen Umfeld nämlich deutlich besser geschlagen. Während der MSCI World Index in US-Dollar gerechnet 18 Prozent verlor, beendete der FTSE Global Core Infrastructure Index das vergangene Jahr mit knapp sechs Prozent Minus, der S&P Global Infrastructure Index lag am Jahresende sogar nur bei Minus 0,2 Prozent.

Besonders interessant im aktuellen Marktumfeld ist auch der eingebaute Inflationsschutz von Infrastrukturaktien. Da die Einnahmen dieser Unternehmen häufig an Inflationsindizes gekoppelt sind, können sie ihre Gebühren und Preise entsprechend anpassen. Dies stellt sicher, dass die Einnahmen in Zeiten steigender Preise nicht an Wert verlieren. Dies gilt sowohl für Versorgungsunternehmen als auch für Geschäftsmodelle, die auf nutzungsabhängige Anlagen wie Mautstraßen oder Eisenbahnen setzen. Beide generieren inflationsangepasste Umsätze.

Die attraktive Dividendenrendite von Infrastrukturaktien ist ein weiterer Anreiz für Investoren. Stabile Einnahmequellen ermöglichen es Infrastrukturunternehmen, einen Teil ihrer Gewinne als Dividenden an die Aktionäre auszuschütten. Investoren, die Wert auf regelmäßige Ausschüttungen aus ihren Anlagen legen, könnten sich daher von der Aussicht auf Dividendenzahlungen angezogen fühlen.

Für die nächsten Jahre und Jahrzehnte profitieren Infrastrukturunternehmen auch von globalen Megatrends wie der Umstellung auf erneuerbare Energieträger, der zunehmenden Nachfrage von E-Mobilität sowie der Digitalisierung. Der Angriff Russlands auf die Ukraine im letzten Jahr hat zusätzlich den Druck erhöht, die Abhängigkeit von Öl und Gas zu verringern. Das macht auch eine aufwändige Transformation der Energieinfrastruktur notwendig. Eine weitere Herausforderung bleibt der Ausbau des Glasfaser- und des 5G-Netzes – alle diese Vorhaben machen gigantische Investitionen notwendig.

Allein die USA brachten gleich drei Mammut-Programme auf den Weg. Bereits im November 2021 verabschiedete das US-Repräsentantenhaus ein 1,2 Billionen US-Dollar schweres Infrastrukturpaket, mit dem in den nächsten Jahren unter anderem Straßen, Brücken, Häfen, Flughäfen und die Schienennetze in den USA modernisiert werden sollen. Und im August 2022 unterzeichnete US-Präsident Joe Biden den „Inflation Reduction Act“, ein 430 Milliarden US-Dollar starkes Klima-, Sozial- und Steuerpaket, aus dem mehr als 370 Milliarden Dollar in Klima- und Energieprogramme fließen sollen. Die Vergabe der bereits beschlossenen Mittel hat sowohl in Europa als auch in den USA gerade erst begonnen. Das Beste in Sachen Infrastruktur dürfte also noch kommen – auch für Anleger. „Grüne“ Infrastrukturprojekte zur Dekarbonisierung und Digitalisierung sind zudem oft besonders innovativ und verfügen über ein langfristiges Wachstumspotenzial.

Die daraus entstehenden Chancen haben auch Staatsfonds erkannt. Wichtige Erkenntnisse lieferte hierzu die neue Invesco Global Sovereign Asset Management Studie. Sie untersuchte im Detail, wie Staatsfonds und Zentralbanken ihre Portfolios gestalten und welche Investitionsschwerpunkte sie setzen. Für die Studie wurden die Meinungen von 142 Chief Investment Officers, Anlageklassen-Verantwortlichen und Senior-Portfoliostrategen von 85 Staatsfonds und 57 Zentralbanken ausgewertet. Eines der interessanten Ergebnisse war, dass Infrastruktur-Investments aktuell eine bedeutende Rolle in den Portfolios spielen. Insbesondere erneuerbare Energien stehen im Fokus des Interesses von Staatsfonds. Beeindruckende 81 Prozent der Befragten zeigten großes Interesse an Investitionen in erneuerbare Energieerzeugung. Zudem äußerten 65 Prozent der Befragten Interesse an Investments in Energieversorgung.

Die Umfrage ergab auch, dass die Finanzierung der Energiewende für heutige Staatsinvestoren höchste Priorität hat. Insgesamt 66 Prozent der Befragten betrachten die Auswirkungen des Klimawandels als eines der drei größten Risiken für das globale Wachstum in den kommenden zehn Jahren. Zudem gaben 53 Prozent der Befragten an, dass die finanziellen Kosten der Energiewende zu den bedeutenden Risiken zählen. Auch wenn geopolitische Risiken als noch größere Bedrohung für das globale Wachstum angesehen werden, verdeutlicht die Studie, dass Staatsfonds und Zentralbanken ein starkes Interesse an nachhaltigen Infrastruktur-Investments haben, um die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen und langfristiges, nachhaltiges Wachstum zu fördern.

Privatanlegern bieten sich für Investitionen gleich mehrere Optionen an: Zunächst gibt es klassische Infrastruktur-Aktienfonds, die in diverse Unternehmen anlegen, welche ihr Geld wiederum mit dem Bau und der Instandhaltung von Infrastruktur verdienen. Eine Alternative im Rentensegment sind spezialisierte Anleihefonds. Diese bilden Portfolios aus InfrastrukturAnleihen und können laufende Erträge liefern. Dabei profitieren die Zinspapiere von den genannten Vorteilen des Segments und verhalten sich relativ unabhängig von den Aktienmärkten.

Erst seit kurzem ist auch die Anlage in sogenannte „Offene Infrastrukturfonds“ möglich. Anders als Aktienfonds investieren diese nicht in Unternehmen, sondern beteiligen sich direkt an Infrastruktur-Projektgesellschaften. Dieser Bereich ist damit nicht mehr nur institutionellen Anlegern vorbehalten, sondern richtet sich explizit an Privatanleger, die bereits ab einer Mindestanlage von 50,- € investieren können. Das Regelwerk orientiert sich dabei stark an den verbreiteten „Offenen Immobilienfonds“. So gilt ebenfalls für die InfrastrukturSondervermögen eine Mindesthaltefrist von 24 und eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten.

 

Fazit

Die bevorstehenden Investitionen in die Modernisierung und Transformation der Infrastruktur weltweit bieten Potenzial für langfristiges Wachstum und Chancen für Anleger, die von den stabilen und zukunftsfähigen Geschäftsmodellen der Infrastrukturunternehmen profitieren möchten. Diese zeichnen sich durch ihre Krisenresistenz aus, da die Nachfrage nach grundlegenden unabhängig von der wirtschaftlichen Lage bestehen bleibt. Zudem bieten Infrastrukturaktien Diversifikationsmöglichkeiten für Anlageportfolios, da sie oft unkorreliert mit anderen Marktsegmenten sind.

 

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Marktbericht: Q2 2023 Abnehmende globale Konjunkturdynamik – Schwellenländer als Stabilisatoren

Viele Industrienationen befinden sich aktuell in einer Rezession

Viele Industrienationen befinden sich aktuell in einer Rezession

Das 2. Quartal 2023 war geprägt von rückläufiger Konjunkturdynamik. Die Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft wurden im Verlauf für das Jahr 2023 als auch das kommende Jahr seitens des Internationalen Währungsfonds (IWF) geringfügig um jeweils 0,1% auf 2,8% und 3,0% reduziert. Die Anpassungen fielen in den Wirtschaftsräumen unterschiedlich aus.

Hintergründe des Verlusts an Konjunkturdynamik waren Auswirkungen der geopolitischen Lage, energetische Versorgungsunsicherheit und vergleichsweise hohe Energiepreise in Europa als auch die zeitversetzten Wirkungen der Zinserhöhungspolitik in der westlichen Hemisphäre mit Bremswirkungen in den Rest der Welt. Die ökonomischen Folgen des Lieferkettenproblems nahmen dagegen ab.

Entscheidende Impulsgeber der Weltwirtschaft blieben die aufstrebenden Länder, deren Wachstum 2023 und 2024 dreimal höher ausfallen soll als das Wachstum der Industrienationen (Quelle: IWF). Im letzten Jahrzehnt lag der Faktor bei circa zwei. Innerhalb dieses Sektors der aufstrebenden Länder bleibt der asiatische Raum mit mehr als fünf Prozent Wachstum in den Jahren 2023 und 2024 die mit Abstand dominanteste Kraft.

Die Vereinigten Staaten waren von leichter Konjunktureintrübung betroffen. Schleppender Konsum und durch Zinserhöhungen belastete Immobilienmärkte als auch industrielle Dynamikverluste stellten sich ein. Arbeitsmärkte zeigten sich dagegen in positiver Verfassung.

In der westlichen Hemisphäre fiel Europa bezüglich der Wirtschaftsleistung zurück, das gilt für die EU als auch für Großbritannien. Positiv stach weiter die Anomalie starker oder zumindest widerstandsfähiger Arbeitsmärkte ins Auge.

Innerhalb der Eurozone verlor Deutschland fortgesetzt an Boden. Nach Veröffentlichung der Erstschätzung der Wirtschaftsleistung für das erste Quartal 2023 befindet sich Deutschland in einer technischen Rezession (zwei Quartale in Folge Kontraktion im Quartalsvergleich). Die führenden Wirtschaftsinstitute Deutschlands erwarten für das Gesamtjahr 2023 mittlerweile einen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Das Risiko der mittel und langfristigen Energieversorgungssicherheit und das akute Thema der nicht vorhandenen Konkurrenzfähigkeit bei Energiepreisen als energieintensivster Industriestandort des Westens wirkten belastend. Deutschland war und ist bei Erdgas- und Strompreisen im internationalen Vergleich nicht konkurrenzfähig. Im 2. Quartal 2023 wurde dieses Manko sowohl von dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag als auch dem Bundesverband der deutschen Industrie thematisiert. Der Verlust an Konkurrenzfähigkeit als Investitionsstandort lastete und lastet schwer auf Deutschland und Europa. Durch massivste Subventionen „gekaufte“ Investitionen nach dem Vorbild Magdeburg/Intel stellen keine nachhaltige Lösung unter gesamtwirtschaftlichen Gesichtspunkten dar.

Bis auf wenige Ausnahmen nahm der Inflationsdruck bei vorlaufenden Preisindikatoren als auch den Verbraucherpreisen im Verlauf des Quartals ab. Entwicklungen im Rohstoffsektor waren dabei mitentscheidend. Im Sektor der Industriemetalle kam es im Quartalsvergleich zu leichten Preiseinbußen (Kupfer, Nickel, Aluminium).  Im sensiblen Energiesektor ergaben sich Entspannungen. So notierte die Nordseeölsorte Brent am Ende des 1. Quartals 2023 bei 73,60 EUR, aktuell bei 67,80 EUR. Auch die Erdgaspreise waren in Europa im Quartalsvergleich weiter leicht rückläufig.

Die Zinserhöhungen der westlichen Notenbanken wurden fortgesetzt. Die EZB reduzierte die Zinsschritte von zuvor 0,50% auf 0,25% (aktuell 4,00%). Die US-Notenbank verzichtete bei der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses auf einen Zinsschritt, verwies aber darauf, dass zwei weitere Schritte bis Jahresende folgen könnten (aktuell 5,00% – 5,25%). Die Bank of England sah sich wegen hartnäckigen Inflationsdrucks genötigt, den Leitzins im Juni um 0,50% auf 5,00% zu erhöhen, während die Notenbank Japans weiter auf Zinserhöhungen verzichtet (-0,10%).

Anders als in der westlichen Hemisphäre setzte China im Juni mit Zinssenkungen um 0,10% einen Kontrapunkt. Anders als im Westen steht China vor Deflationsrisiken mit Verbraucherpreisen bei 0,2% und Erzeugerpreisen bei -4,6%. Darüber hinaus veranlasste Peking spezifische Konjunkturunterstützungsmaßnahmen, beispielsweise im Sektor der Elektromobilität.

Weit überwiegend ergab und ergibt sich im „Globalen Süden“ eine im Vergleich zum Westen entspannte Inflationslage. Auch bei weiteren Strukturdaten (u.a. Staatsverschuldung, Verhältnis konsumtiver Neuverschuldung zu investiver Neuverschuldung, Außenhandel, Leistungsbilanz, Devisenreserven) setzt der „Globale Süden“ im Vergleich zu den Industrienationen positive Akzente.

Das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) wurde prominenter und bewegte die Technologiemärkte, allen voran Microsoft (Chat GPT), aber auch Alphabet (Google). In dem Zuge dieser potentiell disruptiven Einflüsse durch KI setzte der Diskurs in der Politik über die Regulierung der Anwendungen ein.

Die Weltwirtschaft verlor im zweiten Quartal 2023 Dynamik und Homogenität. Konjunkturverläufe und Maßnahmen hoben sich in den unterschiedlichen Regionen voneinander ab.

 

Die Perspektive

Eine kurzfristige Trendwende zu erhöhter globaler Wirtschaftsdynamik ist am Ende des zweiten Quartals 2023 in Richtung des dritten Quartals und darüber hinaus nicht erkennbar. Die rückläufige Konjunkturdynamik in den Industrieländern zeitigt einen bremsenden Konjunktureinfluss durch Nachfrageausfälle für die Schwellenländer, ohne deren positive Grundtendenz zu gefährden. In den letzten 10 Jahren wuchsen die Binnenverkehre des „Globalen Südens“ überproportional und forcierten damit eine zunehmende Abkoppelung von dem westlichen Konjunkturzyklus.

Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung fortgesetzter Abschwächung. Zum Ende des 2. Quartals 2023 trübten sich die Frühindikatoren und Stimmungsindices der Unternehmen in der westlichen Hemisphäre weiter ein oder bewegten sich auf deutlich negativem Terrain. Die Verbraucher hielten sich trotz stabiler Arbeitsmärkte im 2. Quartal 2023 unverändert zurück. Eine Trendumkehr ist bei den Konsumenten nicht absehbar.

Die Einkaufsmanagerindices signalisierten insbesondere in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes nach vorne schauend fortgesetzte Kontraktion und Dynamikverluste. So liegen die Einkaufsmanagerindices für diesen Sektor per Juni 2023 allesamt unter 50 Punkten, der Marke die zwischen Wachstum und Kontraktion unterscheidet (Japan 49,8, USA 46,3, UK 46,2, Eurozone 43,6 und Deutschland 41,0). Anzumerken ist, dass der Sektor des Verarbeitenden Gewerbes bezüglich des Themas Energiepreise sensibel ist. Europa ist und bleibt durch die eigene Politik im Vergleich zu den USA und Japan in einer prekären Situation.

Der Dienstleistungssektor verlor an Wachstumsdynamik. Die Einkaufsmanagerindices bewegen sich aber weiter deutlich oberhalb der Marke von 50 Punkten und signalisieren Wachstum (Japan 54,2, USA 54,1, Deutschland 54,1, UK 53,7, Eurozone 52,4).

Hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen in westlichen Ländern und den damit verbundenen Unsicherheiten bleibt der Druck auf die Immobilienmärkte und die Baubranche ausgeprägt. Für den „Globalen Süden“ sind die Aussichten mangels hoher Inflation und Zinserhöhungen ungleich besser.

Im Rohstoffsektor ist der Ausblick verhalten. Abnehmende globale Konjunkturdynamik eröffnet keine Trendwende zu höheren Preisen vorbehaltlich des Themas von möglichen Ernteausfällen im Agrarsektor. Damit sind Rohstoffpreise zunächst keine belastenden Faktoren für die Weltkonjunktur.

Die Perspektiven für den Technologiesektor oder zumindest Teile dieses Sektors hoben und heben sich positiv ab. Die Disruption durch Künstliche Intelligenz greift dynamisch Raum, ablesbar an den Nutzerzahlen von beispielsweise Chat GPT. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Perspektivisch wirkt Künstliche Intelligenz durch massive Erhöhung der Effizienz reduzierend auf Inflation.

Eine Fortsetzung des Rückgangs inflationärer Tendenzen steht auf der Agenda. Die vorlaufenden Preisindices, unter ihnen Importpreise, Großhandels- und Erzeugerpreise, weisen in Richtung geringerer Verbraucherpreise. Sollten die Rückgänge größer als im Notenbanksektor unterstellt ausfallen, könnten die Spitzen des Zinserhöhungszyklus niedriger und zeitnäher ausfallen.

Die Geopolitik, die unverändert belastend auf die Weltwirtschaft wirkt, lieferte Richtung Ende des 2. Quartal 2023 Hoffnungswerte auf eine zukünftige Entspannung. Friedensinitiativen bezüglich des Ukraine-Konflikts gingen sowohl von China als auch von Afrika aus. Zwischen den USA und China kam es auf Außenministerebene in Peking zu einem angeblich konstruktiven Austausch, der fortgesetzt werden soll. Die deutsch- chinesischen Regierungskonsultationen waren konziliant im Ton. Verstärkte Kooperation in diversen Feldern wurde vereinbart. Die Entwicklungen sind zarte Sprösslinge, sie sind noch keine belastbaren Größen für die Realwirtschaft als auch Finanzmärkte.

Die verfügbaren Fakten liefern kaum Grundlagen für einen Trendwechsel in Richtung einer belebteren Gangart der Weltkonjunktur in zeitlicher Nähe. Die Spreizung bezüglich der Konjunkturentwicklungen zwischen den Industrienationen wird sich zu Gunsten der Schwellenländer tendenziell ausweiten. Die Spreizung der Konjunkturentwicklungen innerhalb der Eurozone zu Lasten Deutschlands wird ohne Umsteuerung in Berlin und Brüssel weiter zunehmen. Hoffnungswerte sind in den Sektoren Geopolitik, Inflations- und nachfolgend Zinsentwicklung gegeben.

 

Der Finanzmarkt und die Wirtschaft

An den Finanzmärkten ergab sich ein hohes Maß an Widerstandskraft hinsichtlich der geopolitischen und realwirtschaftlichen Belastungen. Die Divergenz zwischen der Konjunkturentwicklung in den Industrienationen im Vergleich zu den Schwellenländern wird an diversen Märkten kaum oder weiter nicht diskontiert. Ebenso wird den Themen der unterschiedlichen Qualität (Realzins, siehe Tabelle 2) an den Rentenmärkten wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

 

Aktienmärkte: Ein Blick auf den Quartalsverlauf

Es kam zu unterschiedlichen Entwicklungen an den Aktienmärkten, die in Teilen losgelöst vom realwirtschaftlichen Grundmuster ausfielen. Mit wenigen Ausnahmen kam es zu positiven Marktentwicklungen.

 

Tabelle 1: Vergleich der Aktienmärkte im Quartalsverlauf

 

Index 31.03.2023 23.06.2023 Veränderung
MSCI World 2,791,44 2.902,34 +3,97%
DAX 15.628,84 15.829,94 +1,29%
EuroStoxx 50 4.329,42 4.271,61 -1,34%
S&P 500 4.108,86 4.348,33 +5,83%
NASDAQ 13.181,35 14.891,48 +12,97%
Nikkei Index 28.206,87 32.781,54 +16,21%
CSI Index 4.086,05 3.864,03 -5,43%
Sensex Index 58.991,52 62.979,37 +6,76%

 

US-Märkte liefen deutlich besser als die europäischen Märkte. Entscheidende Treiber waren Technologieaktien, allen voran die Werte, die führend bei dem Thema Künstliche Intelligenz waren und sind. So legte Microsoft in diesem Zeitraum von 262,00 EUR um 17,53% auf 307,95 EUR zu. Die Vorteile des US-Wirtschaftsraums gegenüber Europa bezüglich der Themen Innovationspolitik, Regulatorik, Energiepolitik, Steuerpolitik und Subventionspolitik wirkten und wirken zu Lasten der Finanzmärkte Europas und zu Gunsten der Märkte USA.

Die Schwäche an Chinas Aktienmärkten war im Quartalsvergleich im internationalen Vergleich ausgeprägt. Weder verfingen Themen wie Chinas Wachstumsvorteile, Stabilitätsvorteile, Zinssenkungspotentiale, Realzins oder konservative Bewertungskriterien. Erkennbar spielten und spielen geopolitische Erwägungen in der Kapitalallokation westlicher Teilnehmer außerhalb der westlichen Einflusssphäre eine belastende Rolle für Chinas Märkte.

Dagegen reüssierte Japan in dynamischer Form. Fortgesetzte Niedrigzinspolitik, die Abwertung des JPY als auch zuletzt unerwartet positive Wachstumsdaten wurden am Aktienmarkt „honoriert“. Die Performance muss jedoch um Währungseffekte bereinigt werden. In diesem Zeitraum verlor der JPY gegenüber dem EUR 8,87%.

Fazit:   Die unterschiedlichen Entwicklungen an den internationalen Aktienmärkten reflektierten einerseits die zunehmend heterogeneren Standortbedingungen auf dieser Welt. Sie waren und sind auch

Ausdruck der geopolitischen Auseinandersetzungen, die die Kapitalallokation durch die dominanten westlichen Kapitalsammelstellen nachweislich beeinflusst. Darüber hinaus spielten und spielen sektorale Themen wie Künstliche Intelligenz eine bestimmende Rolle. Diese Tendenzen sollten sich im dritten Quartal 2023 grundsätzlich fortsetzen.

 

Rentenmärkte: Ein Blick auf den Quartalsverlauf

Die westlichen Zentralbanken bereiteten die Finanzmärkte umfassend auf die dann getroffenen Zinsentscheidungen vor. Damit wurden Verwerfungen an den Finanzmärkten durch Zinsentscheidungen zumeist verhindert.

Anders als in den westlichen Industrienationen bauten und bauen sich in mehreren Ländern des „Globalen Südens“ vor dem Hintergrund rückläufigen Preisdrucks Potentiale für mögliche Zinssenkungen auf. China hat diesen Weg bereits mit einer geringfügigen Zinssenkung um 0,10% beschritten. 

 

Tabelle 2: Vergleich der Rendite-Entwicklungen an den Rentenmärkten:

 

Rendite 31.03.2023 Rendite

23.06.2023

Veränderung der Rendite und des Leitzinses Verbraucherpreise

(CPI)

Realzins (Rendite abzüglich CPI)
10-jährige Staatsanleihen Chinas 2,87% 2,70% -0,17%

Leitzins -0,10%

0,2% +2,50%
10-jährige britische Gilts 3,45% 4,37% +0,92%

Leitzins +0,75%

8,7% -4,33%
10-jährige Bundesanleihen 2,29% 2,36% +0,07%

Leitzins +0,50%

6,1% -3,74%
10-jährige Staatsanleihen Japans 0,32% 0,36% +0,04%

Leitzins 0,00%

3,2% -2,84%
10-jährige US-Staatsanleihen 3,52% 3,74% +0,22%

Leitzins +0,25%

4,0% -0,26%

 

Die Erwartung rückläufigen Inflationsdrucks wird die Konstellation bei den real negativen Zinsen im dritten Quartal tendenziell entschärfen. Der Rückgang der Preisinflation sollte sich im Verlauf des dritten Quartals auf circa 1% – 2% je nach Region stellen.

Die aktuellen negativen Realzinsen insbesondere in Europa implizieren für die EZB einen erhöhten Handlungsdruck, noch mehr für die Bank of England, weitaus weniger für die US-Notenbank. Für die EZB sind weitere zwei Zinsschritte um mindestens 0,50% im dritten Quartal gesetzt. Der Druck auf die Bank of England ist tendenziell höher. Dagegen ergibt sich für die US-Notenbank erkennbar weniger Handlungsdruck. Seitens der Fed wurden Zinsschritte in Höhe von 0,50% im zweiten Halbjahr 2023 angedeutet. Mit diesen fortgesetzten Zinserhöhungen werden in den westlichen Ländern anders als im „Globalen Süden“ Belastungen der zinssensitiven Wirtschaftsbereiche einhergehen (u.a. Immobilienmärkte, Baubranche).

Fazit: Für die Rentenmärkte in Europa und den USA bieten sich im Zuge der voraussichtlichen Zinserhöhungen moderat höhere Renditen. Die Traktion der Rentenmärkte sollte in den USA und der Eurozone bei circa 50% – 60% der Leitzinserhöhungen liegen. Das entspräche den Erfahrungswerten aus den bisher vorgenommenen Zinserhöhungen des aktuellen Zyklus.

 

Devisenmärkte: Stabilität des Euros und Schwäche des JPY

An den Devisenmärkten bestimmten Erwartungen über die weitere Zinspolitik der Notenbanken zu großen Teilen das Geschehen. Aus diesem Grund war der japanische Yen der Verlierer. Aus diesen Gründen konnte der Euro sich gegenüber dem US-Dollar behaupten und das britische Pfund sogar gegenüber dem Euro an Boden gewinnen. Mit fundamentalen Bewertungen der Ökonomien und ihrer Attraktivität hatten diese Bewertungen bestenfalls am Rande zu tun.

Im zweiten Quartal 2023 konnte der Euro kurzzeitig seine Stärke bis über 1,1050 gegenüber dem US-Dollar ausbauen, um dann den Terraingewinn zu konsolidieren. Im Vergleich zum Ende des ersten Quartals hat sich gegenüber dem USD kaum eine Veränderung ergeben (siehe Tabelle 3).

Gegenüber dem japanischen Yen gewann der EUR deutlich an Boden und markiert derzeit die höchste Bewertung des Euros seit circa 15 Jahren.

Gegenüber dem britischen Pfund und dem Schweizer Franken ergaben sich keine signifikanten Veränderungen.

 

31.03.2023 23.06.2023 Veränderung
EUR-USD 1.0864 1.0895 +0,28%
EUR-JPY 143,86 156,62 +8,87%
EUR-CHF 0,9937 0,9775 -1,63%
EUR-GBP 0,8781 0.8568 -2,43%

 

Fazit: Voraussichtlich bleibt das Thema Zinssensibilität an den Devisenmärkten im dritten Quartal 2023 beherrschend. Je mehr sich die Märkte dem Zinsgipfel nähern, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass fundamentale Themen an Bedeutung gewinnen. Geopolitische Veränderungen hätten gleichfalls das Potential Neubewertungen zu forcie

 

 

Marktüberblick

Aktien

Performance Aktuell lfd. Jahr 1J 3J 5J
DEUTSCHLAND
DAX 40 16.147,9 16,0% 26,0% 9,6% 5,6%
MDAX 27.610,5 9,9% 6,9% 1,9% 1,3%
SDAX 1.426,1 11,9% 11,7% 4,6% 1,9%
 EUROPA
Euro St. 50 4399,09 19,14% 32,10% 14,40% 8,62%
FTSE 100 7531,53 3,11% 8,93% 10,82% 3,53%
CAC 40  7.400,53 17,41% 28,69% 17,94% 9,85%
SMI 11280,29 8,29% 8,02% 6,88% 8,84%
GLOBAL
S&P 500 4.450,38 16,88% 18,31% 14,39% 12,28%
Hang-Seng 18.916,43 -2,76% 10,66% -5,33% -5,12%
Nasdaq 13.787,92 32,32% 25,04% 11,63% 13,96%
Nikkei 33.189,04 28,65% 30,88% 16,73% 10,47%
 

 

Rohstoffe

(USD)
Gold 1,919,35 5,23% 6,20% 7,77% 53,23%
Öl Brent      74,9 -12,28% -34,46% 82,02% 6,59%

 

Währungen
EUR/USD 1,0909 -13,45% 4,05% -2,89% -6,63%
EUR/CHF 0,9769 -6,50% -2,41% -8,20% -15,56%

 

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einBlick: Rekordjahr für Dividenden

Mit Dividenden erzielen Anleger regelmäßige Erträge

Die Aussichten für Dividenden im Jahr 2023 sind äußerst vielversprechend. Experten erwarten weltweit Dividendenausschüttungen in Höhe von bis zu 1,64 Billionen US-Dollar. Auch Deutschlands Konzerne zeigen sich so spendabel wie nie zuvor. Marktbeobachter schätzen, dass die 40 Unternehmen im DAX im laufenden Jahr insgesamt 55 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten werden, was einem Anstieg von neun Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2022 entspricht. Wenn man auch die Nebenwerte im M- und S-DAX berücksichtigt, beläuft sich die Gesamtsumme sogar auf stattliche 65 Milliarden Euro. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Potenzial und die Attraktivität von Dividendenausschüttungen für Anleger.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Dividenden gerade in schwierigen Marktphasen mit hoher Volatilität stabiler bleiben als die Gewinne von Unternehmen. Unternehmen, die hohe Dividenden ausschütten, zögern oft, ihre Dividenden zu kürzen, selbst wenn ihre Gewinne zurückgehen, da Investoren in der Regel sehr negativ auf solche Kürzungen reagieren.

Es heißt also wieder umdenken: Blieben im vergangenen Jahrzehnt verlässliche Dividendenzahler weit hinter Wachstumsaktien zurück, pflügt die Zinswende nun den Kapitalmarkt um. Investoren besinnen sich wieder auf Substanz und harte Fakten, statt auf unsichere Gewinnversprechen zu bauen. Schließlich kommt es unter dem Strich nicht nur auf die Rendite an, sondern auch auf Stabilität und Nachhaltigkeit: Die Ausschüttungen sollten also aus erzielten Gewinnen und nicht aus der Substanz oder Sondereffekten kommen. Auch die langfristigen Geschäftsperspektiven müssen natürlich solide sein, damit auch die langfristigen Dividendenaussichten stabil bleiben. Dies ist angesichts der Teuerung derzeit besonders wichtig, um zumindest einen Inflationsausgleich im Portfolio zu schaffen und im Idealfall noch einen Gewinn zu erzielen.

Dies scheint auf die meisten Dividendenzahler im ersten Quartal zuzutreffen. Weltweit erhöhten 95 Prozent der Unternehmen ihre Dividenden oder hielten sie zumindest konstant. Eine der wenigen Ausnahmen war der Bergbau-Sektor, welcher aufgrund niedriger Rohstoffpreise insgesamt niedrigere Ausschüttungen verzeichnet. Abgesehen davon gab es aber nur wenige negative Ausreißer.

Am meisten zum Wachstum trugen im ersten Quartal Banken und Ölproduzenten bei. Doch auch Automobilhersteller haben ein starkes Ergebnis und hohe Sonderdividenden verzeichnet. Mercedes-Benz etwa verfügt über starke Preismacht. Der Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr liegt unter dem Strich bei rund 13,5 Milliarden Euro. Damit können die Stuttgarter die erwartete Dividende von fünf Euro je Aktie problemlos zahlen.

Europäische Banken wiederum haben und werden fast schon zwangsläufig von den kräftigen Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank profitieren. Diese führen zu höheren Gewinnmargen bei den Geldhäusern, die teilweise ihr bestes Geschäftsjahr seit zehn Jahren erwarten und auf entsprechend hohe Ausschüttungen hoffen lassen.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Dividenden langfristig einen signifikanten Einfluss auf die Performance von Aktienanlagen haben. Ein prominentes Beispiel ist der US-Starinvestor Warren Buffett, der seit Jahrzehnten erfolgreich auf die Kraft der Dividenden setzt. Neben Kursgewinnen profitiert Buffett regelmäßig von den Ausschüttungen der Unternehmen, in die er investiert. Diese erfolgreiche Strategie greifen auch viele Dividendenfonds auf. Bei der Auswahl der passenden Unternehmen schauen Fondsmanager aber nicht allein auf die Höhe der Dividenden, sondern können auch andere Aspekte für die Aktienselektion berücksichtigen. Dazu gehört der Fokus auf einzelne Regionen oder Branchen sowie die Berücksichtigung von ESG-Kriterien – also Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance).

Dividendenfonds investieren in eine Vielzahl von Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen. Dadurch können Anleger ihr Risiko streuen und von einer breiten Palette von Unternehmen und Märkten profitieren. Eine diversifizierte Anlage kann das Risiko verringern und die Chancen auf eine stabile Rendite erhöhen.

Dividenden erfüllen aber noch weitere wichtige Funktionen für Anleger. Einerseits dienen sie als kontinuierliche Einnahmen, ähnlich den Zinserträgen von Anleihen. Dies kann insbesondere für Anleger attraktiv sein, die regelmäßige Einkommensströme benötigen. Andererseits können Dividendenausschüttungen die Rendite im Depot stabilisieren, insbesondere wenn die Kurse, wie im vergangenen Jahr, stark fallen. Die regelmäßigen Zahlungen wirken dann wie ein Risikopuffer.

Viele Unternehmen, die regelmäßige Dividendenzahlungen leisten, sind etablierte Unternehmen mit nachhaltigem Geschäftsmodell. Diese Unternehmen haben in der Regel eine solide finanzielle Basis, eine starke Marktposition und eine nachhaltige Geschäftstätigkeit. Diese Merkmale können dazu beitragen, dass sie in Krisenzeiten widerstandsfähiger sind und besser auf Herausforderungen reagieren können. Die Zahlung einer Dividende hat dann sogar zusätzlich eine Signalwirkung an Investoren: Sie zeigt, dass das Unternehmen über genügend finanzielle Stärke und Vertrauen in seine Zukunftsaussichten verfügt, um Dividenden an die Aktionäre auszuschütten. Dieses Vertrauen wird häufig von Anlegern zurückgezahlt, die in schwierigen Zeiten an den Ausschüttungskönigen festhalten.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Dividendenaktien nicht immun gegen Marktvolatilität sind und dass eine fundierte Bewertung der Unternehmen und ihrer finanziellen Gesundheit erforderlich ist. Ein diversifizierter Ansatz, der verschiedene Anlageklassen und Strategien berücksichtigt, ist in volatilen Marktphasen immer ratsam.

Fazit:  Nach mehreren sehr guten Jahren für Wachstumsaktien, sind Value- und Dividendenaktien wieder in den Fokus der Investoren gerückt. Rechnet man für das kommende Jahr mit einer schwachen Konjunktur, unverändert hohen Zinsen und vor allem nicht mit Zinssenkungen der Notenbanken, spricht vieles für ein solches Investment. Dividenden sind aber kein Modetrend, der nur kurzfristig in bestimmten Marktphasen interessant ist, sondern sollte in der Vermögensallokation generell eine Rolle spielen. Es gilt aber darauf zu achten, dass die Ausschüttungen nicht aus der Substanz des Unternehmens gezahlt werden, sondern Gewinne auch für langfristig wichtige Investitionen verwendet werden. Hier müssen Anleger genau hinschauen und sich nicht von hohen Dividendenrenditen blenden lassen.

 

 



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