Kehrt die Inflation zurück?

Anstieg Inflation

Die Inflation ist in Deutschland im Januar deutlich angestiegen

Seit der Einführung des Euros hat die Inflationsrate im Januar ihren stärksten Anstieg hingelegt. Besteht nun die Gefahr, dass die Preise – und auch die Zinsen – weiter steigen? Dieses Thema mit möglichen Auswirkungen für Ihr Vermögen werde ich heute näher vorstellen.

EZB lässt Notenpressen weiter laufen

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben die EZB und andere große internationale Zentralbanken die Notenpressen auf Höchsttouren laufen lassen und damit die Kapitalmärkte massiv mit Geld geflutet. Die Bilanz der EZB ist hierdurch um 50%, die der US-amerikanischen FED um über 75% gewachsen. Diese extreme Ausweitung der Geldmenge ruft Befürchtungen auf den Plan, dass die Inflationsrate in die Höhe schnellt.

Im Januar haben sich diese Bedenken bewahrheitet: die Inflationsrate stieg von -0,3% im Dezember 2020 auf +1,0% im Januar 2021 an. Dieser Wert wird dabei immer mit jenem vor 12 Monaten – und damit vor der Pandemie – verglichen. Hierauf zahlte z.B. der Wegfall der Mehrwertsteuersenkung und die Einführung der CO2-Abgabe ein. Bleibt der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau, wäre dies im April (wieder verglichen mit dem Vorjahresmonat) eine Preissteigerung um 125%. Durch diese und auch andere Faktoren ist eine Inflationsrate von 3% in Deutschland in 2021 durchaus realistisch.

Ich denke nicht, dass die EZB auf diese einmaligen Effekte in besonderer Weise reagieren wird. Schließlich steckt Deutschland und die gesamte Eurozone in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Durch eine Zinserhöhung (was das übliche Hausmittel auf eine steigende Inflation ist) würde die sich erholende Wirtschaft sofort wieder abgewürgt werden. Obendrein kämpfen Italien und andere Euro-Länder mit einer immensen Staatsverschuldung. Steigende Zinsen würden deren Haushalte so stark belasten, dass eine (oder mehrere) Staatspleiten nicht mehr anwendbar wären. Diese hätte weitaus verheerendere Folgen für uns alle als die griechische Staatsschuldenkrise vor 10 Jahren.


Haben Sie Fragen zu den Auswirkungen der Inflation auf Ihr Vermögen? Ich berate Sie gerne!


Demographischer Wandel könnte langfristig für höhere Inflation sorgen

Langfristig ist die Rückkehr von dauerhaft höheren Inflationsraten aber durchaus vorstellbar. Experten halten es für möglich, dass der demographische Wandel dazu beiträgt. Bekanntlich steigt die Lebenserwartung immer weiter an, gleichzeitig führen weniger Geburten zu einer sinkenden Bevölkerungszahl. Dies führt dazu, dass immer mehr Menschen länger im Ruhestand leben und gleichzeitig weniger Jüngere als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht bedeutet dies sinkende Produktion bei fast gleichbleibender Nachfrage, woraus eine höhere Inflationsrate entstehen kann.

Auswirkungen für die Kapitalmärkte

Die Zinsen sind in den letzten Wochen – parallel zur Inflationsrate – angestiegen. So warf die, oft als Referenzzinssatz genannte, 10jährige deutsche Bundesanleihe im Dezember noch eine “Rendite” von -0,64% ab, aktuell steht dieser Wert bei -0,28%. Weitere Steigerungen der Renditen an den Anleihemärkten sind in diesem unruhigen Umfeld durchaus möglich. Ich halte es aber kurzfristig für unrealistisch, dass dies von den Notenbanken durch Anhebung der Leitzinssätze noch weiter befeuert wird. Dies könnte ich mir nur vorstellen, sollte die Inflation zumindest mittelfristig auf dem aktuellen Niveau verbleiben.

Immobilienfinanzierer müssen folglich aktuell etwas mehr für neue Kredite bezahlen. Trotzdem sind die Zinssätze für Baufinanzierungen nach wie vor historisch niedrig. Wer sich über eine ansteigende Inflation sorgt, sollte anstehende Darlehensverlängerungen nicht auf die lange Bank schieben sondern das Thema zeitnah angehen. Dies macht bei auslaufenden Zinsbindungen von bis in 36 Monaten Sinn.

Die Aktienmärkte reagierten auf den Anstieg der Preisrate Ende Januar verschnupft und verloren z.T. 5%, erholten sich mittlerweile wieder rund um das Allzeithoch. Schließlich zählen Aktien – ähnlich wie Immobilien und Edelmetalle – als Sachwerte zu den besten Investments als Inflationsschutz. Es kann bedingt durch diese hohen Kurse zwar immer wieder zu Rücksetzern kommen, langfristig gibt es aktuell jedoch wenig Alternativen zu den Dividendentiteln.

Silber – soll ich jetzt kaufen?

Silber kaufen

Viele Anleger überlegen sich gerade Silber zu kaufen

Starke Nachfrage nach Silber

Der Silberkurs zog Ende Januar deutlich an. In der Spitze notierte das Edelmetall bei rund 29 US-Dollar (+20%), sank aber in den letzten Tagen auf unter 27 US-Dollar zurück. Zuerst kam Spekulationen auf, dass dieser rasante Preisanstieg auf eine konzentrierte Aktion einer Anlegergruppe zurückzuführen ist, was sich jedoch nicht als richtig herausstellte.

Es gibt unterschiedliche Meinungen, wie sich der Silberpreis weiter entwickeln kann. Da das Metall stark in der Industrie verarbeitet wird (z.B. in Autos, Solaranlagen oder Medizinbesteck), könnte die wirtschaftliche Erholung nach der Coronakrise für eine erhöhte Nachfrage und damit für steigende Kurse sprechen. Experten betrachten bei der Analyse von Silber auch die sogenannte “Gold-Silber-Ratio”. An dieser Kennzahl kann abgelesen werden, wie sich Silber in der Relation zu Gold entwickelt hat. Der Wert liegt aktuell bei knapp 69, was noch als faire Bewertung gilt.

Silber in der Krise kaufen

Silber jetzt kaufen

In der Coronakrise ist die Nachfrage nach Silber stark angestiegen

Im März 2020 – zu Beginn der Coronakrise – lag die Gold-Silber-Ratio bei über 120, was eine deutliche Untergewichtung von Silber gegenüber Gold darstellte. Dieses Ungleichgewicht ist mittlerweile ausgeglichen worden. In Deutschland wurde zuletzt auch über ein verstärktes Interesse von jungen Menschen festgestellt, die überlegen Silber zu kaufen. Dies allein wird wohl nicht zu einem steigenden Silberkurs führen, zeigt aber das Interesse an dem kleinen Bruder des Goldes.

Für einen Rückgang von Silber könnten Gewinnmitnahmen auf dem momentan hohen Niveau sorgen. Schließlich stieg das Edelmetall seit dem Coronacrash um 125% an. Für diese Theorie bleibt aber die Frage offen, wie Anleger den Verkaufserlös reinvestieren. Aktien und Immobilien befinden sich auf Höchstkursen, Zinsen werden keine mehr bezahlt und Cashbestände unterliegen bei einem Eurocrash deutlichem Verlustrisiko. Gerade letzterer Punkt spricht dafür, zur (geopolitischen) Risikostreuung in Silber investiert zu bleiben.

Wie soll ich Silber kaufen?

Ich bin ein Freund von direktem Kauf von Silberbarren oder Münzen. Wertpapiere auf Silber (z.B. Derivate) in einem Wertpapierdepot erfüllen für den gewünschten Effekt. Kleinere Bestände können auch zuhause verwahrt werden, unterliegen aber dem Diebstahl- oder Verlustrisiko. Nicht zu empfehlen sind sehr kleine Größeneinheiten zu kaufen. Die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs ist hoch.

Obendrein gehen größere Mengen an Silber gleich ins Gewicht – ein Kilogramm kostet aktuell rund 720 Euro. Wer z.B. für einen Gegenwert von 25.000 Euro kaufen will bekommt dafür knapp 35 Kilo des Edelmetalls. Ein ganz schön großer Brocken, der diskret im Haus deponiert werden soll. Ich empfehle daher, größere Mengen in einem Sicherheitslager – am besten außerhalb der EU – zu verwahren. Hierfür bieten sich z.B. die Schweiz oder auch Kanada an. Anders als beim Kauf von Barren oder Münzen fällt hier auch keine Mehrwertsteuer an.

Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Sparpläne auf Silber. Damit kann auch mit kleineren Anlagebeträge (ab 50 Euro monatlich) begonnen werden, eine werthaltige Silberanlage aufzubauen.

Welche Vorteile bringt es mir, Silber physisch zu kaufen?

Silber Münzen kaufen

Viele Anleger kaufen Silber als Münzanlage

Alle Edelmetalle sind Wertspeicher. Als begrenzt verfügbare Güter unterliegen sie nicht, wie gedrucktes Papiergeld , dem Risiko, durch Währungsreformen oder Inflationen wertlos zu werden. Im Gegenteil, bei solchen Szenarien ist eine deutliche Preissteigerung zu erwarten. Im Vergleich zu Gold ist der Preis für Silber deutlich niedriger. Beliebte Münzen mit dem Gewicht einer Unze notieren aktuell bei gut 27 Euro. Diese Münzen könnten daher im Krisenfall (“kein Bargeld verfügbar”) auch zum Einkauf von Gütern des täglichen Bedarfs eingesetzt werden. Der goldene Krügerrand notiert aktuell bei 1.570 Euro – in dieser Größenordnung wird wohl kein Mensch zum einkaufen gehen.

Auch unterliegt Silber nicht – wie z.B. Wertpapiere – der Abgeltungsteuer. Kursgewinne können nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr steuerfrei vereinnahmt werden. Eine weiterer Vorteil ist die Anonymität des Edelmetalls. Viele Staaten sind hoffnungslos überschuldet. Nicht wenige Politiker (aber auch z.B. der IWF) fordern eine Vermögensabgabe von 10%, um die Staatshaushalte zu sanieren. Geld auf Konten oder Wertpapiere im Depot können bei der Umsetzung einer solchen Steuer (die übrigens in Artikel 14 unseres Grundgesetzes bereits vorgesehen ist) leicht eingezogen werden. Bei physischem Silber wird dies schon schwieriger.

Fazit

In wohl den meisten gut strukturierten Geldanlagen ist ein Anteil von 5% im physischen Silber sinnvoll. Die Chance von Kurssteigerung ist durchaus vorhanden, allerdings muss auch mit mitunter hohen Wertschwankungen wie in der Vergangenheit gerechnet werden. Unabhängig davon ist Silber als Edelmetall ein dauerhaftes und knappes Gut, das nicht inflationären Einflüssen wie Papiergeld unterliegt. Kommen Sie auf mich zu, wenn Sie sich überlegen Silber zu kaufen – ich berate Sie gerne!

Gold – soll ich jetzt noch kaufen?

Edelmetalle

Edelmetalle sind zur Risikoabsicherung gut geeignet

Lohnt sich noch ein Kauf von Gold?

Der Preis für eine Feinunze Gold hat sich in den letzten zwölf Monaten um gut 25% auf über US Dollar 1.500 verteuert. Der Kurs hat damit ein 6-Jahres-Hoch erreicht. Auch andere Edelmetalle wie Silber stiegen zuletzt stark im Kurs an. Viele Anleger stellen sich die Frage, ob Sie jetzt noch Gold kaufen sollen. Als Gründe für den Kursanstieg nennen Experten die schlechteren Konjunkturaussichten und auch internationale Spannungen, wie die US-Zölle. Auch schon in der Vergangenheit zeigten sich unsichere Phasen als Kurstreiber für das Edelmetall. Dies lässt sich z.B. in der Finanzkrise 2008 oder bei den Spannungen zwischen den USA und Nordkorea ableiten.

Niedrige Zinsen erhöhen Nachfrage

Die US-Notenbank „FED“ schloss zuletzt weitere Zinssenkungen nicht mehr aus. Dies sorgte für eine starke Nachfrage für Gold. Sinkende Zinsen in den USA machen Anlagen in US Dollar uninteressanter. Vor 18 Monaten mussten EUR 1,25 für einen US Dollar bezahlt werden, aktuell kostet er nur noch EUR 1,10. Genau das Gegenteil gilt für den ebenfalls in Dollar gehandelten Goldkurs, der durch die Schwäche der Währung an Attraktivität gewinnt. Fällt der Kurs der US-Währung steigt die Nachfrage nach Gold zumeist an.

Soll Gold jetzt noch gekauft werden?

Gold hat den Vorteil, dass es zumeist eine unterschiedliche Kursentwicklung zu anderen Anlageklassen hat, im Banken-Deutsch auch „negative Korrelation“ genannt. Gerade in Krisenzeiten gilt es als sicherer Hafen und steigt dann an, so wie in den letzten Monaten. Es gehört deshalb – Zusammen mit anderen Edelmetallen – als Beimischung in jede gute Vermögensstruktur. Die Betonung liegt hier auf Beimischung, mehr als 10% des Gesamtvermögens in Edelmetallen zu investieren ist nicht sinnvoll. Ein Teil davon sollte als Vorsorge für akute Krisensituation auch sicher zuhause verwahrt werden.

Edelmetalle als Versicherung für Krisenszenarien

Wir vergleichen Edelmetalle gerne mit einer Versicherung. Sie kaufen Barren oder Münzen vor dem Hintergrund, dass Krisen an den Finanzmärkten auftreten könnten. Tritt dieses Ereignis ein, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Kurs der Edelmetalle steigt. Im Umkehrschluss verzichten Sie auf Erträge aus der Anlage, wie z.B. Zinsen oder Dividenden. Dieser Verzicht ist quasi eine Versicherungsprämie.

Zum Vergleich: Wenn Sie eine Risikolebensversicherung abschließen, versichern Sie Ihr Leben. Sie bezahlen Prämien an die Versicherung, im Falle Ihres Todes erhalten Ihre Angehörigen die Versicherungssumme ausbezahlt. Falls Sie nicht sterben, sind die Prämien verloren, aber Sie selbst sind Ihrer Familie – rein betriebswirtschaftlich gesehen – als Einkommensquelle erhalten geblieben.

Edelmetalle dienen hingegen als Versicherung gegenüber großen wirtschaftlichen Krisen. Natürlich sind noch viele andere Faktoren für die Kursentwicklung verantwortlich, wie z.B. die Nachfrage der Industrie oder die Entwicklung von neuen, kostengünstigeren Fördertechniken.

Mythos Gold

Um Gold ranken sich unzählige Mythen, die mitunter ihre Berechtigung haben, z.T. aber auch eher ins Reich der Sagen gehören. Fakt ist, dass der Preis pro Goldunze seit Beginn der 2000er Jahre von unter 400 US Dollar bis 2012 auf über 1.800 US Dollar anstieg, wozu natürlich die Finanzkrise 2008 ihren deutlichen Beitrag geleistet hat. Daran ist der Vorteil in Krisenzeiten abzulesen. In den Jahren bis 2015 ging der Kurs jedoch auf 1.050 US Dollar zurück. Aktuell (22.08.2019) notiert er bei 1.500 US Dollar. Dies zeigt, dass Einmalanlagen auch mitunter heftig an Wert verlieren können. Anleger sollten daher auch prüfen, ob Sie nicht besser regelmäßig in Form eines Sparplans kaufen. Steigt der Kurs an, sind sie bereits mit kleineren Beträgen investiert. Fällt der Kurs können die folgenden Raten günstiger nachgekauft werden.

Zu beachten ist dabei, dass Gold in US Dollar notiert und dessen Wertentwicklung auch Einfluss auf den Stand Ihres Goldinvestments hat. Wobei auch ergänzt werden muss, dass bei einem schwachen Dollarkurs Goldkäufe durchaus zunehmen und der Goldpreis hierdurch steigt.

Jetzt noch Gold kaufen

Viele Anleger fragen sich, ob Sie jetzt noch Gold kaufen sollen.

Unterschiedliche Formen für den Goldkauf

Für den Erwerb von Goldbarren oder -münzen stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung.

Physischer Kauf von Gold

Der Klassiker ist der direkte Erwerb von Gold, das zuhause (hoffentlich) sicher im Tresor verwahrt wird. Diese Variante bietet den großen Vorteil, dass der Eigentümer direkten Zugriff auf das Edelmetall hat. In Krisenzeiten, in den womöglich kein Zugriff auf ein Bankschließfach geschweige denn Wertpapiere in einem Edelmetalldepot möglich ist, steht hier die direkte Verwendung frei. Nachteilig ist das erhöhte Sicherheitsrisiko.

Ein weiterer Vorteil ist, dass bei Verkauf von physischem Gold (also Münzen oder Barren) nach einer Haltedauer von mindestens zwölf Monaten keine Abgeltungsteuer anfällt. Mehrwertsteuer fällt beim Kauf von physischem Gold ebenfalls nicht an, sofern dieses einen sehr hohen Reinheitsgrad aufweist. Bei Wertpapieren auf Gold (z.B. Goldfonds oder –zertfikate, Goldminenaktien) fällt zumeist die Abgeltungsteuer an.

Verwahrung im Sicherlager

Als Alternative zur direkten Verwahrung stellt ist Gold in einem Sicherlager zu kaufen und auch dort verwahren zu lassen. Dieses kann in Deutschland liegen. Aus Gründen der geopolitischen Risikostreuung bieten sich aber die Verwahrung im Ausland an, die Schweiz oder Kanada sind hierfür gut geeignet. Die Sicherheit ist natürlich ungleich höher als zuhause, wofür allerdings auch zusätzliche Kosten entstehen. Edelmetallbestände aus Sicherlagern können auch ausgeliefert werden.

Verwahrung im Depot

Eine der preisgünstigsten Varianten um Gold zu kaufen führt über die Börse. Hierfür bietet sich z.B. das „Xetra-Gold“ an, ein Produkt der Deutschen Börse AG in Form einer Inhaberschuldverschreibung. Dies ist eine effiziente Form des Gold-Investments, die Sie einfach über die Handelsplattform Xetra, dem Computerhandel der Deutschen Börse, kaufen können. Die Liquidität ist sehr hoch, Transaktionen können i.d.R. sofort durchgeführt werden. Der Kurs entspricht im Wesentlichen dem tatsächlichen Goldpreis, hier allerdings bezogen auf ein Gramm und notiert in Euro. Eine beliebte Alternative ist das “Euwax-Gold” der Börse Stuttgart.

Zwischen An- und Verkaufskurs liegt nur eine geringe Spanne (i.d.R. 0,1% bis 1,0%) und Sie bezahlen die Wertpapier-Kaufgebühren Ihrer Bank und ggf. deren Depotgebühren. Management- oder Verwaltungskosten seitens der Börse fallen nicht an. Die Börse kauft mit dem Erlös der Emission physisches Gold und hinterlegt dieses im Tresor einer Tochtergesellschaft in Frankfurt. Aktuell sind dort über 160 Tonnen Gold gelagert. Sie haben einen Auslieferungsanspruch des Goldes gegen die Börse, wofür allerdings Gebühren anfallen. Seit 2007 sind über 900 Auslieferungen mit insgesamt über 4 Tonnen erfolgt.

Ob dieser Auslieferungsanspruch in Krisenzeiten Bestand hat ist dahingestellt. Wer einfach vom steigenden Goldpreis profitieren möchte findet in dieser Anlageform eine preisgünstige Alternative. Der direkte Zugriff auf physisches Gold ist jedoch nur eingeschränkt möglich. Als Alternative zum Bankdepot bietet sich auch ein reines Edelmetalldepot bei einem Spezialisten an.

Steuerliche Regelung umstritten

Strittig ist bei Xetra-Gold noch die Anwendung der Abgeltungsteuer. Nach jüngster Rechtssprechung des Bundesfinanzhofs stellt dieses Produkt keine Finanzforderung, sondern einen Anspruch auf Auslieferung des Goldes dar. Daher kann Xetra-Gold – in steuerlicher Hinsicht – mit physischem Gold gleichgesetzt werden, weshalb keine Abgeltungsteuer beim Verkauf nach mindestens zwölf Monaten Haltedauer anfällt. Es ist allerdings noch offen, ob dies von der Finanzverwaltung dauerhaft für alle Anleger akzeptiert wird oder nur für Einzelfälle gilt. Manche Banken ziehen daher auch bei einem Verkauf nach zwölf Monaten die Abgeltungsteuer ab, andere tun dies nicht. Erkundigen Sie sich daher vor dem Kauf von Xetra-Gold bei Ihrer Bank über deren steuerliche Handhabung. Ggf. können Sie dann noch auf eine andere Bank ausweichen.

Auf Stückelung beim Kauf von Gold achten

Sofern Sie sich für den Kauf von physischem Gold entscheiden gibt es auch hier verschiedene Möglichkeiten, z.B. den Kauf über ein Edelmetalldepot. Sie kaufen hier Barren oder Münzen, diese werden jedoch nicht ausgeliefert, sondern in ein Depot eingebucht. Diese Variante können Sie bei Banken, aber auch Edelmetallhändlern, in Anspruch nehmen. Dafür bezahlen Sie die mit der Verwahrstelle vereinbarte Depotgebühr. Bei Bedarf können Sie sich die Edelmetalle ausliefern lassen, wofür jedoch – zumeist nicht unerhebliche – Gebühren anfallen. Eine weitere Möglichkeit ist eben die Verwahrung der Edelmetalle in einem Sicherheitslager, z.B. in der Schweiz oder in Kanada.

Edelmetalle sicher kaufen

Edelmetalle sollten Sie sich kaufen

Die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs beträgt bei einem 1-Kilogramm-Goldbarren ca. 2%, bei einem 100-Gramm-Barren schon 3% und bei einem 1-Gramm-Barren fast 20 %! Bei einem Krügerrand (eine Unze) betragen die Kosten momentan 4%, bei der 1/10 Unze des Krügerrands hingegen schon über 12%.  Sie sehen, je kleiner die Münzen und Barren sind, umso höher ist die Vertriebsmarge.

Für uns sind diese Mini-Varianten reine Marketinggags, in einer Vermögensanlage haben sie nichts verloren. Es mag nett sein, diese als Geschenk übergeben zu können, allerdings sind dies auch sehr teure Geschenke, denn die Vertriebsmarge ist für Sie nach dem Kauf gleich als Verlust anzusehen. Wir raten auch davon ab, Edelmetalle in größerem Umfang ausliefern zu lassen. Zum einen entstehen hierfür wiederum Gebühren, zum anderen entsteht damit ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko. Zuhause aufbewahrt können Barren und Münzen verloren oder auch gestohlen werden. Gerade in letzter Zeit stieg die Zahl der Einbrüche an.

Fazit

Zur Risikostreuung können Gold oder andere Edelmetalle mit 5% (maximal 10%) in Ihrer Vermögensstrategie beigemischt werden. Dies allerdings nur, wenn Sie einen langfristigen Anlagehorizont (mindestens zehn Jahre) haben und diesen Teil Ihres Vermögens nicht für den Lebensunterhalt oder für Anschaffungen benötigen. Die Frage, ob der sich der zuletzt starke Anstieg des Goldpreises langfristig fortsetzt lässt sich nicht seriös beantworten. Wir empfehlen deshalb auch Sparpläne (in entsprechender Höhe) für Goldkäufe zu nutzen. Bei einem weiteren Preisanstieg sind Anleger gleich mit von der Partie, bei Rücksetzern wird ratierlich günstiger nachgekauft. Wenn Sie einmalig Gold kaufen möchten bieten sich Edelmetalldepots oder Sicherlager an.

Bei Fragen rund um Investments in Gold oder andere Edelmetalle sind wir gerne für Sie da!

Haben Sie Fragen? Ich berate Sie gerne – nehmen Sie mit Kontakt mit mir auf.

Telefon: 0831 2069157-0

E-Mail: willkommen@florian-herfurth.de

Bild von Florian Herfurth